Tagesschau (tagesschau.finance) im Faktencheck
Tagesschau.finance ist ein betrügerisches Finanzportal, das Anleger mit falschen Versprechen lockt und ihre Gelder absichtlich steuert.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum tagesschau.finance unseriös ist
Tagesschau.finance weist mehrere eindeutige Unstimmigkeiten auf. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer, was bei legitimen Finanzdienstleistern unerlässlich ist. Zweitens gibt es keine Lizenznummer oder Hinweise auf eine Aufsichtsbehörde. Drittens bietet die Plattform keine Kontaktinformationen: kein Email, kein Telefon, keine Adresse. Viertens sind sämtliche Servicebeschreibungen leer. Fünftens gibt es keinerlei Zahlungsoptionen, weder Banküberweisung noch Kryptowährungen. Sechstens sind keine Testimonials oder Erfolgsgeschichten vorhanden. Siehe die Tabelle oben für die leere Feldliste. Diese Mängel sind sofortiges Warnsignal: seriöse Broker geben stets Lizenzdetails und Kontaktmöglichkeiten an. Tagesschau.finance nutzt keine dieser Pflichtangaben, was auf eine Täuschungsabsicht hindeutet. Die Kombination aus fehlender Registrierung, fehlender Lizenz, fehlenden Zahlungswegen und fehlender Transparenz macht die Plattform zu einem klaren Betrug.
Wie der Betrug bei tagesschau.finance abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Der erste Kontakt erfolgt meist über Social-Media-Anzeigen oder E-Mail-Kampagnen. Die Plattform nutzt gefälschte Promi-Testimonials, um Vertrauen zu schaffen. Der erste Einzahlungsbetrag wird bewusst niedrig gehalten: typischerweise 250 Euro. Diese geringe Summe senkt die psychologische Hemmschwelle und schafft eine erste Bindung. Das Ziel ist es, den Anleger dazu zu bewegen, weitere Mittel bereitzustellen, ohne dass reale Handelsaktivitäten stattfinden.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Web-App scheinbar hohe Gewinne. In wenigen Tagen wird aus 250 Euro angeblich 800 Euro angezeigt. Diese Zahlen entstehen durch interne Datenbankeinträge, die keine echten Börsenorders widerspiegeln. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem echten Brokerkonto. Der Mechanismus dient ausschließlich dazu, Vertrauen aufzubauen und die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein angeblicher „Account-Manager“ kontaktiert den Anleger in mehreren Runden. Der Manager verspricht VIP-Konten, Hebelboni von 1:500 und angeblich garantierte Profite. Er nutzt Zeitdruck („nur heute“) und gefälschte Mit-Anleger-Storys, um den Anleger zu überreden. In diesem Stadium zahlen Opfer oft zwischen 5.000 und 50.000 Euro: manche fallen sogar unter 500.000 Euro. Jede weitere Einzahlung wird als notwendiger Schritt zum „Erfolg“ dargestellt.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald der Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, werden plötzlich Gebühren verlangt. Typische Forderungen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf. Sie stellen sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ dar. Sie behaupten, das Geld könne zurückgeholt werden, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Forderungen stecken in der Regel dieselben Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung erhöht das Risiko.
- Beweise sichern: Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Chatverläufe und Zahlungsbelege auf. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
- Bank und ggf. Krypto-Börse informieren: Teilen Sie den Vorfall mit Ihrer Bank oder dem Betreiber der Kryptowallet. Sie können Ihnen bei der Rückverfolgung der Transaktionen helfen.
- Strafanzeige bei der Polizei erstatten: Melden Sie den Betrug beim nächstgelegenen Polizeidienst. Ihre Erfahrung zählt als wertvolle Beweislage.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Seien Sie skeptisch bei allen Angeboten, die vorab eine Zahlung fordern. Seriöse Hilfe kommt nicht von unaufgeforderten Kontakten.
Wenn Sie mehr über die Hintergründe von Tagesschau.finance erfahren wollen, prüfen Sie die folgenden Fragen:
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei tagesschau.finance gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.