A1+ Asset Management SA (a1-investment.net) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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A1+ Asset Management SA, bekannt als a1-investment.net, ist eine betrügerische Anlageplattform, die vorgibt, reguliert zu sein.

Screenshot der Webseite A1 Investment (a1-investment.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite a1-investment.net

Warum a1-investment.net unseriös ist

Die Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen offenbart mehrere gravierende Unstimmigkeiten. Erstens wird auf der Website behauptet, von der FINMA reguliert zu sein, jedoch fehlt eine gültige Lizenznummer. Ohne diese Nachweisnummer lässt sich nicht verifizieren, ob die Plattform tatsächlich von einer zuständigen Aufsichtsbehörde anerkannt ist. Zweitens präsentiert die Seite ein einheitliches Bild von „bis zu 4,75 % p.a.“ als Renditeversprechen. Da keine unabhängigen Quellen oder verifizierbare Statistiken angegeben werden, handelt es sich hier um ein garantiertes Versprechen, das in der Finanzwelt als unrealistisch gilt. Drittens ist die Unternehmensadresse nicht erkennbar; die Angabe fehlt vollständig, wodurch keine Handelsregisternummer oder Standortangabe vorliegt. Viertens werden in den Verträgen keine klaren Angaben zu Gebühren oder Vertragsbedingungen getroffen, sondern nur vage Formulierungen über „Servicegebühren“. Diese Kombination aus fehlender Lizenz, unrealistischen Renditen und fehlenden Kontaktdaten weist eindeutig auf eine betrügerische Absicht hin.

Wie der Betrug bei a1-investment.net abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Potenzielle Opfer werden häufig über gezielte Social-Media-Kampagnen erreicht, die scheinbar professionelle Finanzberater darstellen. Die Plattform nutzt dabei oft gefälschte Testimonials von angeblichen „Erfolgreichen“ Anlegern, die ihre Erfolge mit „A1+ Asset Management SA“ in Verbindung bringen. Die ersten Einzahlungen sind bewusst gering: typischerweise 200 bis 300 €, um die Hemmschwelle zu senken. Während des Onboarding-Prozesses werden die Benutzer durch einen automatisierten Prozess geführt, der ihnen das Gefühl gibt, bereits Teil eines exklusiven Netzwerks zu sein. Der Reiz des schnellen Gewinns wird durch die Darstellung von „Schnellstart-Programmen“ verstärkt, die angeblich sofortige Renditen versprechen.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform sofort fiktive Gewinne an. Die Oberfläche von a1-investment.net nutzt animierte Diagramme, die angeblich realisierte Kurse darstellen, obwohl keine echten Handelsaufträge an einer Börse ausgeführt werden. Stattdessen wird die Performance durch interne Software generiert, die Zufallszahlen mit dem Bild eines „stabilen Anlagesystems“ kombiniert. Diese Simulationen sind darauf ausgelegt, Vertrauen zu schaffen, indem sie den Eindruck erwecken, das Kapital wandle sich tatsächlich in Gewinn um. Die Darstellung der Rendite von bis zu 4,75 % p.a. wird dabei als Beleg für die Effektivität des angeblichen Anlagekonzepts präsentiert.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald das Vertrauen aufgebaut ist, wird der Anleger motiviert, zusätzliche Mittel einzuzahlen. Hierbei kommen häufig persönliche „Account Manager“ zum Einsatz, die über E-Mail oder Chat-Apps kommunizieren. Sie argumentieren, dass höhere Kontostände zu höheren Hebeln führen und damit die Rendite exponentiell steigen kann. Zudem werden angeblich exklusive Zugänge zu „IPO-Listen“ oder „Insider-Tipps“ versprochen, die nur für „VIP-Kunden“ verfügbar seien. Zeitlich begrenzte Angebote wie „Nur heute: 500 € Bonus“ werden genutzt, um den Druck zu erhöhen. Die durchschnittlichen Einzahlungen in dieser Phase können von 5 000 bis über 50 000 € reichen, wobei es Berichte über einzelne Fälle gibt, die sogar 500 000 € übersteigen.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun sein Kapital oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, erscheint plötzlich eine Vielzahl von Gebühren, die angeblich erforderlich seien. Die Plattform verlangt folgende Gebühren:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real; wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits investierten Betrag. Danach erfolgt keine Auszahlung: die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf, die als „Anwälte“, „Behörden“ oder „Krypto-Forensiker“ auftreten. Sie behaupten, das Geld zurückholen zu können, und fordern dafür Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betreiben, und nutzen die Verwirrung, um weitere Gelder zu ergaunern. Echte Anwälte oder Behörden kontaktieren Betroffene niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jeder Kontakt mit solchen Personen sollte sofort skeptisch betrachtet werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts.
  2. Belege sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots und Transaktionsbestätigungen. Diese sind wichtig für spätere Ermittlungen.
  3. Bank bzw. Krypto-Börse informieren: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen, um ggf. Rückbuchungen zu veranlassen.
  4. Polizeiliche Anzeige erstatten: Kontaktieren Sie Ihre lokale Polizeidienststelle oder die Finanzpolizei. Die Ermittler benötigen die gesicherten Beweismittel.
  5. Vorsicht bei „Recovery-Scams“: Ignorieren Sie Angebote, die vorab Gebühren fordern. Seriöse Hilfe ist kostenlos und wird über offizielle Kanäle angeboten.

Fazit

A1+ Asset Management SA (a1-investment.net) ist eindeutig ein betrügerisches Modell. Die fehlende Lizenz, die unrealistischen Renditen und die fehlenden Kontaktdaten signalisieren klar eine unseriöse Absicht. Die typische Vorgehensweise lässt sich leicht erkennen, wenn man die Schritte des Betrugs kennt. Betroffene sollten sofort handeln, ihre Beweise sichern und die zuständigen Behörden informieren, um weitere Schäden zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei a1-investment.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei a1-investment.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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