Ist Activonda (activonda.com) seriös oder Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Activonda (activonda.com) ist ein klarer Fall von betrügerischer Trading-Plattform.

Screenshot der Webseite Activonda (activonda.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite activonda.com

Warum activonda.com unseriös ist

Der erste alarmierende Hinweis liegt bereits in den fehlenden regulatorischen Angaben. Auf der Website von activonda.com finden sich weder eine Handelsregisternummer noch ein Verweis auf eine Aufsichtsbehörde. Das ist ein starkes Warnsignal, denn seriöse Broker führen diese Informationen öffentlich auf, um ihre Rechtskonformität zu belegen.

Weiterhin ist die Plattform nur in einer Sprache: Spanisch: präsent, obwohl sie ein internationales Publikum anspricht. Dieses einseitige Sprachangebot erschwert es potenziellen Investoren, die Geschäftsbedingungen vollständig zu verstehen.

Auch die Kontaktinformationen sind unzureichend. Nur eine Telefonnummer mit der Ländervorwahl +31 ist angegeben, die auf die Niederlande hindeutet, während der Serverstandort häufig in Ländern mit geringer Regulierung liegt. Die fehlende E-Mail-Adresse und das Fehlen einer physischen Adresse verhindern eine einfache Rückverfolgbarkeit des Unternehmens.

Schließlich gibt es keinerlei Erfolgsgarantie oder Aussagen über Renditen, und keine Hinweise auf Lizenzierung oder Zertifizierungen. All diese Mängel deuten darauf hin, dass activonda.com keine regulierte Trading-Plattform ist, sondern ein betrügerisches Unternehmen.

Wie der Betrug bei activonda.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Potenzielle Opfer werden häufig durch gezielte Social-Media-Ads in Instagram, Facebook und TikTok angesprochen. Die Anzeigen nutzen scheinbar glaubwürdige Testimonials von angeblichen „Erfolgsgeschichten“, die angeblich durch die Plattform große Gewinne erzielt haben. Oft werden auch „Trading-Gurus“ in Telegram-Gruppen erwähnt, die das Produkt empfehlen.

Nach dem ersten Klick erhält man ein kostenloses Demo-Konto oder ein kleines Einzahlungsangebot, oft um die 250 €: ein Betrag, der niedrig genug ist, um die Hemmschwelle zu senken, aber hoch genug, um das Opfer zu binden. Durch die scheinbare „Sicherheit“ des Demo-Kontos werden die Nutzer psychologisch an die Plattform gebunden.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, öffnet sich das Dashboard von activonda.com. Darauf werden sofort hohe Gewinne angezeigt: zum Beispiel „Aus 250 € werden in zwei Wochen 800 €“. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen. Es gibt keine echten Handelsaufträge, keine Verbindung zu einer Börse, keine nachvollziehbare Orderbuch-Transparenz. Die Plattform nutzt lediglich eine Web-App, die hübsche Zahlen generiert, um Vertrauen aufzubauen.

Die Nutzer werden ermutigt, weitere Einzahlungen vorzunehmen, weil sie glauben, dass ihr Geld wirklich wächst. Das Vertrauen in die angeblichen Gewinne wird durch visuelle Darstellungen und „positive“ Bewertungen gefestigt, die jedoch von der Plattform selbst erstellt wurden.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach einigen Wochen baut ein sogenannter „Account-Manager“ oder „Berater“ persönliche Beziehung zu dem Nutzer auf. Er verspricht exklusive VIP-Konten, Hebelboni von 1:500, garantierte Profite und Zugang zu „Insider-Tipps“. Zeitlich begrenzte Angebote wie „Nur heute verfügbar“ oder künstliche Verknappung werden eingesetzt, um die Entscheidung zu beschleunigen.

In dieser Phase zahlen viele Opfer zwischen 5 000 € und 50 000 €: manchmal sogar mehr. Die Plattform nutzt die Angst des Nutzers, etwas zu verpassen, um ihn dazu zu bringen, noch mehr Geld einzuzahlen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Nutzer seine Gewinne auszahlen möchte, tauchen plötzlich „gebührenpflichtige“ Vorgänge auf. Dazu gehören unter anderem:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten oft Dritte auf den Plan: angebliche Anwälte mit „Vergleichsverfahren“, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Dahinter stecken in aller Regel dieselben Täter, die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen tätigen. Jeder Versuch, das Konto zu belasten, verschärft die Lage.
  2. Alle Kommunikations- und Transaktionsnachweise sichern: E-Mails, Screenshots, Konto-Extrakte. Diese Beweismittel sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Die eigene Bank oder Krypto-Börse informieren, falls Geld auf Konten oder Wallets eingezahlt wurde. Fordern Sie eine sofortige Sperrung von Transaktionen an.
  4. Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Finanzbehörde einreichen. Die Ermittler können bei der Aufklärung helfen und ggf. weitere Opfer schützen.
  5. Angebote von „Recovery-Dienstleistern“ sofort ablehnen. Diese sind in der Regel Teil des gleichen Betrugsnetzwerks und fordern zusätzliche Zahlungen, um das vermeintliche Geld zurückzuholen.

Fazit

Activonda (activonda.com) ist ein klassisches Beispiel für eine betrügerische Trading-Plattform. Durch das Fehlen regulatorischer Angaben, das gezielte Lockangebot, die vorgespielten Gewinne, die gefälschten Auszahlungsgebühren und die anschließende Recovery-Scam-Masche wird das Opfer systematisch ausgenutzt.

Wenn Sie bereits involviert sind, handeln Sie rasch: sichern Sie Ihre Beweise, informieren Sie Ihre Bank, melden Sie den Betrug und lehnen Sie Recovery-Angebote ab.

Das Netzwerk hinter activonda.com

Activonda ist Teil eines Netzwerks von 83 anderen Plattformen, die häufig dieselben Hintermänner nutzen, die Infrastruktur teilen und sich nach Auffliegen re-branden.

und 77 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei activonda.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei activonda.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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