aellensassets.ch (aellensassets) im Faktencheck: Warum die Plattform betrügerisch wirkt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Die Plattform aellensassets.ch ist nicht nur unregistriert, sondern weist mehrere klare Anzeichen für betrügerisches Verhalten auf. Anleger, die sich dort anmelden, riskieren, ihr investiertes Kapital zu verlieren.

Screenshot der Webseite Aellensassets (aellensassets.ch)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite aellensassets.ch

In meinem beruflichen Werdegang als Finanzermittler in einer Spezialeinheit der Polizei habe ich über 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt. Diese Erfahrung bildet die Grundlage, mit der ich die Funktionsweise von aellensassets.ch analysiere. Dabei stütze ich mich ausschließlich auf öffentlich zugängliche Daten und die interne Logik von betrügerischen Plattformen, die ich in der Vergangenheit untersucht habe. Ich gehe davon aus, dass jeder, der auf dieser Seite aktiv wird, ein erhöhtes Risiko eingeht, da die Plattform keine Anzeichen für eine gültige Aufsichtslizenz oder ein registriertes Unternehmen aufweist.

Warum aellensassets.ch unseriös ist

Die Analyse von aellensassets.ch offenbart mehrere Inkonsistenzen, die auf betrügerische Absichten hinweisen. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde, die im europäischen Raum üblich ist. Ein seriöser Broker muss bei einer zuständigen Finanzaufsichtsbehörde registriert sein; das Fehlen dieser Angaben ist ein starker Hinweis auf die fehlende Legitimation. Zweitens listet die Plattform keine klaren Dienstleistungen oder angebotenen Finanzprodukte auf. Ohne eine transparente Produktbeschreibung kann der Anleger nicht nachvollziehen, welche Art von Handel oder Anlagestrategie angeblich angeboten wird. Drittens wird keine Lizenznummer angegeben, obwohl die meisten regulierten Anbieter diese Angabe öffentlich machen. Diese Kombination aus fehlenden regulatorischen Nachweisen, unklaren Dienstleistungen und fehlender Lizenznummer lässt darauf schließen, dass aellensassets.ch keine seriöse Finanzintermediatur ist. Schließlich gibt es keinerlei Hinweise auf ein bestehendes Kunden- oder Geldschutzsystem, das bei regulierten Brokern obligatorisch ist. Der Gesamteindruck ist, dass die Plattform weder die rechtlichen Anforderungen erfüllt noch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen implementiert hat.

Wie der Betrug bei aellensassets.ch abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

aellensassets.ch nutzt gezielte Marketingkampagnen, um potenzielle Anleger zu gewinnen. Diese Kampagnen umfassen häufig Social-Media-Posts, die angeblich erfolgreiche Anlegergeschichten zeigen, und gefälschte Testimonials von vermeintlichen „Investmentgurus“. Oft werden auch direkte Nachrichten in Telegram- oder WhatsApp-Gruppen versendet, in denen ein „Anlageberater“ vorgibt, dem Interessenten einen exklusiven Zugang zu einem hochprofitablen Trading-Algorithmus zu verschaffen. Der erste Kontakt erfolgt in der Regel über ein kurzes Anmeldeformular, das lediglich die E-Mail-Adresse erfragt, um ein „Willkommenspaket“ zu versenden. Das Lockangebot ist dabei bewusst niedrig gehalten, meist ein Betrag von 250 € oder weniger, der als erste Einzahlung akzeptiert wird. Dieses geringe Volumen dient dazu, die psychologische Hemmschwelle zu senken und den Anleger in einen „Sicherheitskreis“ einzuführen, in dem er glaubt, dass er nur ein geringes Risiko trägt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Anleger eine simulierte Handelsoberfläche. Auf dem Dashboard werden fiktive Gewinne angezeigt, die angeblich innerhalb weniger Tage oder Wochen erzielt wurden. Diese Zahlen sind reine Simulationen, die von der Software generiert werden, um das Vertrauen zu erhöhen. Es findet keine echte Orderausführung an einer regulierten Börse statt. Stattdessen wird der Gewinn in ein internes Ledger übertragen, das keine Verbindung zu einem echten Handelsmarkt hat. Das Ziel dieser Phase ist es, dem Anleger das Gefühl zu geben, dass seine Investition bereits erfolgreich ist, und ihn zu ermutigen, weitere Mittel einzuzahlen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Anleger die ersten Gewinne sieht, beginnt die Plattform, ihn zu ermutigen, zusätzliche Mittel einzuzahlen. Dies geschieht durch persönliche Nachrichten eines angeblichen „Account-Managers“, der den Anleger als „VIP-Kunden“ anspricht und exklusive Boni wie einen Hebel von 1:500 verspricht. Der Manager betont, dass diese Boni zeitlich begrenzt seien und nur bei sofortiger Einzahlung verfügbar seien. Gleichzeitig werden gefälschte Erfolgsgeschichten anderer „VIP-Kunden“ geteilt, die angeblich große Gewinne erzielt haben. Der Druck steigt, wenn der Anleger unter dem Eindruck von verpassten Chancen und dem Wunsch nach höheren Renditen steht. In dieser Phase zahlen viele Anleger zwischen 5.000 € und 50.000 € ein, in extremen Fällen sogar mehr als 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun versucht, seine Gewinne auszuzahlen, wird plötzlich ein komplexes Gebührenmodell eingeführt. Die Plattform verlangt die Zahlung folgender Gebühren, ohne dass eine klare rechtliche Grundlage besteht:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert auch dieses zusätzliche Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach der ersten Zahlung der Gebühren und dem Versagen der Auszahlung melden sich häufig Dritte als „Rechtsanwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für angebliche „Reparatur- und Analyse-Kosten“. Diese Forderungen sind immer ein Zeichen dafür, dass dieselben Täter versuchen, weitere Gewinne zu erzielen. In der Regel handelt es sich bei diesen Personen um Betrüger, die sich als vertrauenswürdige Fachleute ausgeben, um die Opfer weiter zu manipulieren. Eine echte Rechtsvertretung oder Behörde wird niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen und Vorauszahlungen fordern.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihr investiertes Kapital verlieren.
  2. Sammeln Sie sämtliche Beweise: Screenshots von E-Mails, Transaktionsnachweisen, Chatverläufen und allen relevanten Kommunikationen. Diese Unterlagen sind entscheidend, falls Sie rechtliche Schritte einleiten.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse: Informieren Sie die Institutionen, über die Sie Geld transferiert haben. Fordern Sie eine sofortige Sperrung aller Transaktionen und die Rückforderung der bereits überwiesenen Beträge an.
  4. Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein: Nutzen Sie die Erfahrung und Expertise von Finanzermittlern, um den Fall zu melden. Dokumentieren Sie alle Details, damit die Ermittlungsbehörde ein klares Bild hat.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Anfragen: Seien Sie vorsichtig, wenn Sie von „Rechtsanwälten“ oder „Behörden“ kontaktiert werden, die Vorauszahlungen fordern. Legitime Institutionen werden niemals unaufgefordert solche Forderungen stellen.

Fazit

Die Plattform aellensassets.ch erfüllt keinerlei regulatorische Anforderungen, bietet keine transparente Produktbeschreibung und setzt ein fragwürdiges Gebührenmodell ein, das von seriösen Brokern nicht angewendet wird. Anleger, die sich auf dieser Seite engagieren, riskieren erhebliche finanzielle Verluste. Es ist ratsam, sofort von weiteren Transaktionen abzusehen und die oben genannten Schritte zur Schadensbegrenzung einzuleiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei aellensassets.ch gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei aellensassets.ch
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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