RoGrow (ai-rogrow.com) im Faktencheck
RoGrow (ai-rogrow.com) ist ein betrügerisches Trading-Portal, das Anleger mit unrealistischen Renditeversprechen lockt und anschließend Geld einbehält.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum ai-rogrow.com unseriös ist
Die Website gibt keine Handelsregisternummer an. Auch die Angabe einer Aufsichtsbehörde fehlt komplett. Das Unternehmen präsentiert sich als Trading-Plattform, doch die Domain verweist auf ein ro-Website, die nur auf rumänisch verfügbar ist. Die angebotenen Dienstleistungen umfassen Kryptowährung, Forex und Aktien, ohne eine echte Handelsplattform zu betreiben. Die Webseite verspricht täglich mehr als 5.100 RON an Rendite: ein Versprechen, das in der Praxis nicht nachvollziehbar ist. Zudem gibt es keine Lizenznummer, keine Zertifikate und keine klare Kontaktadresse. Diese fehlenden Angaben sind klare Indikatoren für ein betrügerisches Modell.
Wie der Betrug bei ai-rogrow.com abläuft
1. Erster Kontakt und Lockangebot
Das erste Signal kommt häufig von Social-Media-Werbung. Werbeanzeigen auf Instagram, Facebook und TikTok nutzen gefälschte Testimonials von angeblichen „Erfolgreichen Tradern“. Die Kampagnen nutzen Emojis, Hashtags und kurze Videos, um sofortige Aufmerksamkeit zu erlangen. Cold-Calls von angeblichen Anlageberatern erreichen die Zielgruppe. In den ersten Nachrichten wird eine geringe Einzahlung von etwa 250 Euro vorgeschlagen. Diese kleine Summe senkt die psychologische Hemmschwelle und schafft ein Gefühl von Kontrolle. Das Ziel ist es, das Opfer in eine leichte Verpflichtung zu ziehen, ohne dass die Plattform tatsächlich Handel betreibt.
2. Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von ai-rogrow.com angeblich hohe Gewinne. Die Zahlen steigen innerhalb weniger Tage dramatisch. Diese Daten sind jedoch reine Software-Einträge. Es gibt keine echten Orders, keine Verbindung zu einer Börse, keine echte Liquidität. Das System generiert nur hübsche Zahlen auf dem Bildschirm. Das Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen. Sobald der Nutzer sieht, wie „seine“ Investition wächst, wird das Risiko reduziert und die Bereitschaft erhöht, weitere Geldbeträge zu investieren.
3. Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein persönlicher „Account Manager“ tritt nach einigen Wochen in Kontakt. Dieser nutzt häufig einen privaten Chat. Er verspricht exklusive VIP-Konten, Hebelboni von bis zu 1:500 und garantierte Profite. Zusätzlich werden gefälschte Mit-Anleger-Storys gezeigt. Der Manager drängt auf weitere Einzahlungen. Die Opfer zahlen oft zwischen 5.000 und 50.000 Euro, manche zahlen sogar über 500.000 Euro. Das Timing ist entscheidend: „Nur heute“, „Begrenzte Plätze“, „Schnell handeln“: all diese Aussagen erzeugen künstliche Verknappung. Der Druck, mehr zu investieren, steigt, während die Plattform keine echte Handelsplattform bietet.
4. Auszahlungswunsch und Gebühren
Der Nutzer wünscht nun eine Auszahlung. Plötzlich werden mehrere Gebühren verlangt.
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung
- Versicherungsgebühr
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und trotzdem kommt es zu keiner Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
5. Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen weitere Personen auf. Anwalts- und Behördenmitarbeiter, die angeblich „Vergleichsverfahren“ anbieten. Krypto-Forensiker mit eigener Wallet-Wiederherstellungs-Software. Diese Dritten versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“. In allen Fällen handelt es sich um dieselben Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jeder Kontakt mit diesen Personen ist ein weiteres Risiko.
Das Netzwerk hinter ai-rogrow.com
ai-rogrow.com ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die dieselben Betreiber und Infrastruktur teilen. Diese Verknüpfung bedeutet, dass dieselben hintermänner die gleichen Marketingkanäle, die gleichen Websites und die gleichen Kundendaten verwenden. Wenn ein System auffliegt, kann es sofort auf eine andere Plattform umschalten. Der Wiederaufbau der Marke geschieht durch Re-Branding, während die betrügerische Logik unverändert bleibt. Die gemeinsame Infrastruktur reduziert Kosten und erhöht die Skalierbarkeit des Betrugs.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Transaktion erhöht das Risiko eines totalen Verlustes.
- Bewahren Sie sämtliche Kommunikationsnachweise auf. Screenshots, E-Mails, Chat-Logs sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister. Melden Sie den Vorfall und fordern Sie, falls möglich, die Rückbuchung an.
- Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Verwenden Sie Ihre Beweismittel und schildern Sie den Ablauf des Betrugs.
- Ignorieren Sie Angebote von „Recovery-Scams“. Diese sind Teil der Masche und zielen darauf ab, noch mehr Geld zu ergaunern.
Bleiben Sie wachsam. Teilen Sie diese Informationen, um weitere Anleger zu schützen.
Das Netzwerk hinter ai-rogrow.com
ai-rogrow.com ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die dieselben hintermänner und Infrastrukturen teilen. Diese Verknüpfung erleichtert es, Betrugsmaschen schnell zu replizieren und neue Kunden zu täuschen.

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und 81 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei ai-rogrow.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.