Almeri (almeri.co) seriös oder Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Almeri (almeri.co) ist ein betrügerisches Online-Brokeringsystem, das Anleger systematisch ausnutzt. Die Plattform verspricht unrealistische Renditen, ohne jegliche regulatorische Zulassung.

Screenshot der Webseite Almeri (almeri.co)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite almeri.co

In den vergangenen Jahren hat sich Almeri als Beispiel für die steigende Komplexität von Online-Betrügereien etabliert. Die Plattform präsentiert sich mit professionellem Design, vermeidet jedoch sämtliche Hinweise auf regulatorische Genehmigungen. Um die betrügerische Natur dieser Website vollständig zu verstehen, analysiere ich die einzelnen Phasen des Betrugs, die damit verbundenen Risiken und die notwendigen Schritte zum Schutz der Anleger.

Über Anton Haverkamp

In den fünf Jahren meiner Tätigkeit bei der Polizei war ich in der Abteilung für Finanzermittlungen tätig. Nach dem Polizeidienst folgte eine Station als Finanzermittler in einer Spezialeinheit, wo ich Anlagebetrugstaten verfolgte. Während dieser Zeit bearbeitete ich mehr als 500 Fälle, die sich hauptsächlich mit Kryptowährungen und digitalen Asset-Betrug befassten. Meine Erfahrung in der Verfolgung von Blockchain-Geldern und die Fähigkeit, komplexe Transaktionsketten aufzuschlüsseln, ermöglichen mir einen detaillierten Blick auf betrügerische Broker. Dieses Wissen nutze ich hier, um Ihnen klare, rechtlich fundierte Informationen zu liefern.

Warum almeri.co unseriös ist

Almeri (almeri.co) weist mehrere gravierende Inkonsistenzen auf, die eindeutig auf eine betrügerische Absicht hinweisen. Erstens gibt es keinerlei Angabe einer Handelsregisternummer. In Deutschland ist ein solches Merkmal zwingend erforderlich für jeden seriösen Broker. Zweitens wird keine Aufsichtsbehörde genannt, unter deren Aufsicht die Plattform operieren soll. Ohne die Nennung einer regulatorischen Instanz kann die Plattform nicht als reguliert gelten. Drittens bietet die Website keine Kontaktinformationen. Kein E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer und keine physische Adresse sind sichtbar, was die Nachverfolgbarkeit und Verantwortlichkeit verhindert. Viertens gibt es keinerlei Angaben zu einem Mindestdepot oder zu den angebotenen Dienstleistungen. Eine Plattform, die keine klaren Handelsbedingungen veröffentlicht, kann nicht als vertrauenswürdig gelten. Schließlich existieren keine Testimonials oder Referenzen von realen Nutzern; die Plattform ist ohne glaubwürdige Erfolgsgeschichten. Diese Kombination von fehlenden regulatorischen Signalen, fehlender Transparenz und fehlender Kundenstimmen bildet die Grundlage dafür, Almeri eindeutig als unseriöse Plattform einzuordnen.

Wie der Betrug bei almeri.co abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Almeri nutzt gezielte Werbemaßnahmen in sozialen Medien, um potenzielle Anleger anzusprechen. Häufig werden kurze Video-Ads auf Plattformen wie Instagram und TikTok geschaltet, die vermeintlich erfolgreiche Trader zeigen. Diese Videos enthalten oft gefälschte Testimonials, die angeblich von „Erfolgreichen Investoren“ stammen. In vielen Fällen nutzen die Betreiber auch Telegram-Gruppen, in denen „Trading-Gurus“ angeblich persönliche Beratung anbieten. Sobald ein Interessent Interesse zeigt, wird er aufgefordert, ein kleines Einstiegsdepot einzuzahlen: typischerweise 250 €: um die Hemmschwelle niedrig zu halten. Die Plattform präsentiert sich dabei als sicher, da sie behauptet, die Einzahlungen auf sichere Konten zu leiten, ohne jedoch ein echtes Bankkonto zu besitzen. Die psychologische Technik basiert darauf, dass der Anleger bereits etwas investiert hat und daher bereit ist, weitere Mittel zu riskieren.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird die Oberfläche von Almeri mit fiktiven Gewinnzahlen gefüllt. Der Nutzer sieht in wenigen Tagen scheinbare Gewinne von bis zu 800 € aus einer Einzahlung von 250 €. Diese Zahlen entstehen durch manipulierte Software, die keine echten Börsenorders ausführt. Stattdessen wird die Plattform mit vorprogrammierten Tabellen gefüllt, die dem Anleger den Eindruck erwecken, er würde tatsächlich von Marktschwankungen profitieren. Diese „Gewinne“ sind rein simuliert und beruhen nicht auf echten Handelsaktivitäten. Das Ziel ist, Vertrauen aufzubauen und den Anleger für weitere Investitionen zu gewinnen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Anleger die ersten simulierten Gewinne sieht, beginnt ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein „Anlageberater“ den Kontakt. Dieser nutzt häufig E-Mail-Kampagnen und persönliche Nachrichten, um den Anleger zu ermutigen, weitere Summen einzuzahlen. Dabei werden oft falsche Versprechen gemacht, wie z. B. ein VIP-Konto mit Hebel von 1:500, garantierte Profite oder Zugang zu exklusiven IPOs. Der Berater drängt auf schnelle Entscheidungen und setzt Zeitlimits, um die Angst zu erhöhen. In der Regel wird dem Anleger ein „Investitionspaket“ von 5.000 € bis 50.000 € angeboten. Durch kontinuierliches „Social Proof“: gefälschte Erfolgsgeschichten: wird der Druck verstärkt. Diese Phase des Betrugs ist entscheidend, da der Anleger hier seine Hauptsumme verliert.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun versucht, die angeblichen Gewinne auszuzahlen, wird plötzlich mit einer Vielzahl von Gebühren konfrontiert. Die Plattform verlangt folgende Kosten:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zum ursprünglichen Investitionsbetrag dieses extra Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams. Der Anleger bleibt auf der Plattform fest, ohne Möglichkeit, sein Geld zurückzuverlangen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft Dritte auf, die sich als „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Diese Personen versprechen, das verlorene Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für angebliche „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Die Forderungen sind jedoch reine Schwindeltricks. Hinter diesen Versprechern stehen in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Die Täter verkaufen die Daten der Opfer an Dritte oder nutzen sie für weitere Betrugsversuche. Es ist wichtig, dass echte Anwälte und Behörden niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen. Jegliche „Recovery-Angebote“ sollten sofort ignoriert und die Betrugsmasche als Ganzes abgelehnt werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, komplett auf die Plattform zu setzen. Behalten Sie Ihr aktuelles Guthaben bei und prüfen Sie, ob Sie noch offene Forderungen haben.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots und Transaktionsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend für weitere Ermittlungen und können bei der Strafverfolgung verwendet werden.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Melden Sie die Transaktionen Ihrer Bank oder der von Ihnen genutzten Krypto-Börse. Bitten Sie um eine Rückverfolgung der Mittel.
  4. Strafanzeige erstatten: Kontaktieren Sie Ihre örtliche Polizeidienststelle oder das Bundeskriminalamt. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Ein formelles Strafverfahren kann die Ermittlungen beschleunigen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jegliche Angebote von „Rechtsanwälten“ oder „Behörden“ sollten abgelehnt werden. Nutzen Sie stattdessen offizielle Kontaktstellen, wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.

Durch diese Schritte erhöhen Sie Ihre Chancen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzufordern, und helfen gleichzeitig, weitere Personen vor ähnlichen Betrugsmaschen zu schützen.

Wenn Sie mehr über die rechtlichen Schritte erfahren möchten, konsultieren Sie einen Fachanwalt für Finanzrecht oder eine Verbraucherzentrale.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei almeri.co gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei almeri.co
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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