Apexassetsinvestment (apexassetsinvestment.com) im Faktencheck
Apexassetsinvestment.com ist ein betrügerisches Online-Broker-System. Es bietet keine registrierten Lizenzdaten, keine nachvollziehbare Unternehmensadresse und keine nachweisbaren Aufsichtsbehörden. Alle Hinweise deuten eindeutig auf einen geschäftlichen Betrug hin.
Warum apexassetsinvestment.com unseriös ist
Die Plattform präsentiert sich als regulierter Broker, doch eine gründliche Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen offenbart mehrere gravierende Mängel. Erstens fehlt jeglicher Hinweis auf eine Handelsregisternummer oder einen Lizenzgeber. Ohne eine gültige Lizenz ist die Ausübung von Brokerage-Dienstleistungen in Deutschland illegal. Zweitens sind weder Kontaktdaten noch eine physische Adresse vorhanden. Dies verhindert eine gerichtliche Haftung und erschwert es Betroffenen, rechtliche Schritte einzuleiten. Drittens gibt es keinerlei Nachweis über die Einhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften, wie z. B. die Bereitstellung einer KYC-Verifizierungsprozedur. Viertens ist die Website komplett auf englischer Sprache aufgebaut, ohne lokale rechtliche Hinweise oder Haftungsausschlüsse, die für einen deutschen Betreiber zwingend erforderlich wären. Diese Inkonsistenzen zeigen deutlich, dass Apexassetsinvestment.com nicht den gesetzlichen Anforderungen einer legitimen Finanzinstitution entspricht.
Wie der Betrug bei apexassetsinvestment.com abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Die Masche beginnt meist mit einem gezielten Auftritt in sozialen Medien. Apexassetsinvestment nutzt Instagram- und Facebook-Werbeanzeigen, die angebliche „Anlageberater“ darstellen. Diese Anzeigen zeigen gefälschte Testimonials, oft mit Namen, die nicht verifizierbar sind. Zusätzlich werden in Telegram-Gruppen „Trading-Gurus“ aktiv, die potenzielle Opfer zu einer ersten, niedrigen Einzahlung anlocken. Die Höhe dieser ersten Einzahlung liegt häufig bei 250 € und dient dazu, das Vertrauen in das System zu stärken. Der Betreff der E-Mails lautet oft „Willkommen bei Ihrem neuen Finanzpartner“, was sofort ein Gefühl von Sicherheit erzeugt.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung werden den Nutzern auf der Plattform sofort hohe Gewinnzahlen angezeigt. Beispiel: „Aus 250 € werden in zwei Wochen 800 €“. Diese Zahlen entstehen lediglich durch ein internes Skript, das zufällige Daten generiert. Es gibt keine Verbindung zu echten Börsen, keine Orderbuchdaten, keine Handelsausführung. Der Nutzer sieht lediglich ein Dashboard mit steigenden Zahlen, das ihn glauben lässt, er habe bereits eine Rendite erzielt. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen und die Illusion von Profiten schaffen, damit das Opfer weitere Gelder einzahlt.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Nach mehreren Wochen des „Handels“ bietet die Plattform dem Nutzer ein VIP-Konto an. Dabei werden übermäßig hohe Hebel (bis zu 1:500), angeblich garantierte Gewinne und exklusive IPO-Zugänge versprochen. Der „Berater“ nutzt psychologische Taktiken: Zeitbegrenzung („Nur heute gilt dieses Angebot“), künstliche Verknappung („Nur noch wenige Plätze frei“) und Social Proof durch gefälschte Erfolgsgeschichten. In der Folge zahlen Opfer zwischen 5 000 € und 50 000 €. In seltenen Fällen berichten Betroffene, dass sie sogar mehr als 500 000 € in das System investiert haben.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Opfer nun sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren eingefordert. Die Gebührenliste umfasst mindestens folgende Punkte, ohne konkrete Beträge zu nennen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Diese letzte Melkphase des Scams ist der Kern des Betrugs.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf, die sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen und verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind stets mit der Begründung versehen, dass der Täter noch nicht identifiziert sei und zusätzliche Ressourcen nötig seien. Hinter den Anbietern dieser Dienste stecken meist dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen oder die Plattform weiterhin betrügerisch betreiben. Echte Behörden oder Anwälte melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Verlustschwelle und verschärft die Abhängigkeit von der Plattform.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos, Transaktionsbelege und Chatverläufe. Diese Unterlagen sind für spätere Ermittlungen unerlässlich.
- Bank und Krypto-Börse informieren: Teilen Sie Ihrer Bank mit, dass Sie Gelder auf einer unbekannten Plattform überwiesen haben. Bitten Sie um Rückbuchung, falls die Transaktion noch nicht abgeschlossen ist.
- Polizei oder Staatsanwaltschaft melden: Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Die Ermittlungsbehörden sind verpflichtet, Verdachtsfälle zu prüfen und die Täter zu verfolgen.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Lassen Sie sich nicht von „Anwälten“ oder „Behörden“ überzeugen, die Ihnen vorschlagen, weitere Gebühren zu bezahlen. Diese Angebote sind Teil des Betrugszyklus und führen ausschließlich zu weiteren Verlusten.
Schluss
Apexassetsinvestment.com nutzt gezielte Manipulation, um Vertrauen zu erwecken, und nutzt danach komplexe Gebührenstrukturen, um das Geld zu stehlen. Betroffene sollten sofort handeln, Beweise sichern und die Behörden einschalten, um die Täter zu verfolgen und weitere Opfer zu verhindern.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei apexassetsinvestment.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.