Warnung vor Arbionis (arbionis-au.com): Betrug oder Chance?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Arbionis (arbionis-au.com) ist keine seriöse Plattform. Sie lockt Anleger mit unrealistischen Versprechen und verschleiert die Realität hinter einem Fass aus Falschinformationen.

Screenshot der Webseite Arbionis Au (arbionis-au.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite arbionis-au.com

Warum arbionis-au.com unseriös ist

Arbionis (arbionis-au.com) präsentiert sich als Investmentplattform, die automatisiertes Trading anbietet. Doch die ersten Anzeichen sprechen eindeutig gegen Seriosität. Auf der Website gibt es keine Angabe einer Handelsregisternummer, keine Hinweise auf eine Lizenzbehörde und keine nachvollziehbare Kontaktdaten. Diese fehlenden Grundlagen sind ein klarer Hinweis darauf, dass die Plattform nicht reguliert ist.

Weiterhin werden unrealistische Renditen versprochen: „Earn between AUD 1500 and AUD 3000 each day“. Solche Versprechen, die in nur wenigen Tagen hohe Gewinne aus einem Startkapital von 400 € oder mehr versprechen, sind in der Finanzwelt nicht möglich. Kombiniert mit der fehlenden Transparenz und dem Fehlen von verifizierbaren Testimonialnamen, die lediglich berühmte Persönlichkeiten ohne Nachweis nennen, entsteht ein klares Bild: die Versprechen sind ein Köder.

Schließlich zeigt die Sprache der Plattform typische Warnsignale. Es wird behauptet, Gewinne zu garantieren, Dringlichkeit geschaffen („nur heute“), und emotionale Appelle benutzt, um die Anleger zu schnellen Entscheidungen zu drängen. All diese Elemente sind klassische Merkmale eines Betrugs.

Wie der Betrug bei arbionis-au.com abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden über gezielte Werbeanzeigen in sozialen Medien wie Instagram, Facebook oder TikTok auf Arbionis aufmerksam. Dort präsentiert die Plattform sich mit scheinbar professionellen Grafiken und vermeintlichen Testimonials. Oft werden auch Telegram-Gruppen genutzt, in denen angebliche „Trading-Gurus“ Tipps geben. Der erste Schritt ist die Erfassung eines Kontakts: meist per E-Mail oder über ein Kontaktformular: bei dem das Ziel ist, Vertrauen aufzubauen.

Die Plattform fordert einen niedrigen Mindestbetrag von 400 € an. Dieser Betrag wirkt für die meisten Anleger verlockend und senkt die psychologische Hemmschwelle. Durch die geringe Anfangsinvestition wird das Vertrauen in die Plattform weiter gestärkt, während gleichzeitig ein finanzieller Fußabdruck hinterlassen wird, der später für weitere Forderungen genutzt wird.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigen die Benutzeroberfläche und das Dashboard von Arbionis sofort hohe Gewinne an. Beispielsweise kann ein Startkapital von 400 € in weniger als zwei Wochen angeblich auf 800 € steigen. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Börsenorder, sondern durch simulierte Datenbankeinträge. Es gibt keine nachweisbare Verbindung zu einer regulierten Börse, keine Orderbücher und keine Handelsprotokolle. Der einzige Mechanismus ist eine Web-App, die hübsche Zahlen anzeigt, während keine echte Transaktion stattfindet.

Dieses Vorgehen dient dem Aufbau von Vertrauen. Die Anleger sehen scheinbar reale Gewinne und werden überzeugt, dass die Plattform zuverlässig und profitabel ist. Die Simulation wird von den Betreibern so gestaltet, dass sie den Eindruck von Echtzeit-Handel erweckt.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald erste Gewinne sichtbar sind, beginnt Arbionis, die Anleger zu höheren Einzahlungen zu bewegen. Ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein virtueller Berater spricht mit dem Anleger über „VIP-Konten“, „Leverage-Boni“ und angeblich exklusive IPO-Zugänge. Die Sprache ist geprägt von Dringlichkeit: „Nur heute“, „limitierte Plätze“, „exklusive Gelegenheit“. Durch diese Taktik wird der Anleger unter Zeitdruck gesetzt und überzeugt, dass er keine Chance hat, von den vermeintlichen Renditen zu profitieren, wenn er nicht sofort mehr investiert.

Die Betrüger setzen häufig Social-Proof ein, indem sie fiktive Erfolgsgeschichten anderer Anleger vorführen. Diese Geschichten sind meist ohne Verifizierbarkeit und dienen lediglich dazu, den Glauben an die Plattform zu festigen. Die Summe der zusätzlichen Einzahlungen kann schnell in die Zehntausende oder sogar Hunderttausende von Euro steigen, wobei der Anleger glaubt, dass er sein Risiko durch höhere Hebel oder mehr Diversifikation senkt.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren aufgetreten. Die Plattform verlangt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen und fordern im Gegenzug Vorauszahlungen für „Rechtsgebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind ein weiterer Trick, um das Vertrauen der Opfer zu nutzen. In der Regel sind es dieselben Täter, die hinter den ersten Betrugsversuchen standen. Sie nutzen die Angst und Verwirrung der Opfer, um weitere Einnahmen zu generieren. Echte Anwälte und Behörden melden sich nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, dass es sich um einen Betrug handelt, stoppen Sie sofort alle Transaktionen. Jede weitere Zahlung verschlechtert Ihre Lage.

  2. Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chat-Logs, Kontoauszüge und Screenshots der Plattform. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie die Institution, bei der Sie Geld überwiesen haben, über die Situation. Bitten Sie um Unterstützung beim Rückgriff auf die Transaktionen oder um Sperrung der betroffenen Konten.

  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Melden Sie den Vorfall bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Staatsanwaltschaft. Als ehemaliger Finanzermittler kenne ich die Verfahren genau: geben Sie alle gesicherten Beweise an und schildern Sie den Ablauf klar und präzise.

  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scams“: Seien Sie skeptisch bei jedem Angebot, das vorgibt, Ihr Geld zurückzugewinnen. Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie nicht per Telefon oder Chat kontaktieren, um vorab Gebühren zu verlangen. Blockieren Sie solche Kontakte sofort.

Schluss

Arbionis (arbionis-au.com) ist ein klassischer Betrug, der darauf abzielt, Ihnen Ihr Geld zu entwenden. Nutzen Sie die Erkenntnisse aus diesem Artikel, um sich zu schützen, und handeln Sie jetzt, bevor weitere Opfer hinzukommen.

Das Netzwerk hinter Arbionis

Arbionis ist Teil eines Netzwerks von 17 Plattformen. Diese teilen oft dieselbe Infrastruktur, die gleichen Marketingkanäle und gelegentlich dieselben Betreiber. Das bedeutet, dass ein Problem bei Arbionis schnell auf mehrere ähnliche Seiten übergreifen kann, was die Gefahr eines systematischen Betrugs erhöht.

und 11 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei arbionis-au.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei arbionis-au.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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