Warnung vor Chasepayu (chasepayu.com): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Chasepayu (chasepayu.com) stellt sich als legitime Investmentplattform dar, doch sämtliche öffentlich zugänglichen Informationen deuten auf eine betrügerische Absicht hin. Anleger, die ihre Mittel auf dieser Seite deponieren, riskieren die komplette Verlorenwerdung ihrer Investition.

Screenshot der Webseite Chasepayu (chasepayu.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite chasepayu.com

Warum chasepayu.com unseriös ist

Die erste, gravierendste Unstimmigkeit liegt im Fehlen jeglicher rechtlicher Registrierung. Die Plattform nennt keine Registrierungsnummer, keinen Aufsichtsbehörde oder eine Lizenznummer. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz würde ein regulierter Broker zwingend einen Nachweis über die Zulassung vorlegen. Das Fehlen dieser Angaben ist ein klares Indiz dafür, dass Chasepayu nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Zweitens ist die angestrebte Geschäftsadresse in keinem Handelsregister verzeichnet. Obwohl die Angabe Threadneedle St, London EC2R 8AH, United Kingdom als Sitz präsentiert wird, gibt es keinerlei öffentlich zugängliche Eintragungen, die eine tatsächliche Geschäftstätigkeit an dieser Adresse bestätigen. Diese Diskrepanz lässt vermuten, dass die Adresse lediglich als Tarnung dient.

Drittens präsentiert die Plattform keine glaubwürdigen Erfolgsnachweise. Obwohl in den Testimonials Namen wie „TOM HARIS“ oder „HARRY JACKSON“ auftauchen, fehlen jegliche Verifizierungen. Auf den Seiten der genannten Personen lässt sich keine Verbindung zu Chasepayu finden. Die Angabe von 10 Jahren Erfahrung, 18.900.000 Gesamtfällen oder einer Erfolgsrate bleibt unbestätigt und wirkt wie ein Versuch, Glaubwürdigkeit zu erwecken, ohne stichhaltige Belege zu liefern.

Viertens gibt es keine Transparenz bei den angebotenen Zahlungsmethoden. Die Seite akzeptiert lediglich Kreditkarte und Überweisung, jedoch keine Standardbankverbindungen oder regulierten Zahlungsdienstleister. Gerade bei einer vermeintlichen Investmentplattform ist es üblich, mehrere Zahlungsmöglichkeiten anzubieten und die Herkunft der Mittel zu prüfen. Das Fehlen solcher Mechanismen ist ein weiteres Warnsignal.

Schließlich fehlt jegliche unabhängige Bewertung oder Zertifizierung. Keine Awards, keine Zertifikate und keine Links zu vertrauenswürdigen Bewertungsportalen. Alle diese Faktoren zusammen deuten darauf hin, dass Chasepayu keine regulierte, verlässliche Plattform darstellt.

Angegebene Adresse von Chasepayu

Die Plattform gibt die Adresse Threadneedle St, London EC2R 8AH, United Kingdom an. In öffentlichen Handelsregistern findet sich jedoch kein Unternehmen mit diesem Namen unter dieser Adresse. Der Mangel an offizieller Eintragung wirft ernsthafte Zweifel auf.

Wer die genannte Adresse im Vereinigten Königreich aufsucht, findet dort eine Tourismus-Einrichtung (attraction) ("Bank von England"), was mit einer professionellen Finanzdienstleistung schlicht nicht vereinbar ist.

Die forensische Auswertung legt zwei Widersprüche offen. Der Server steht in den USA, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Eine derart aufgespaltene Topologie ist nahezu nie zufällig, sie ist Teil eines Verschleierungsmusters, das in der Branche der unregulierten Online-Broker Standard ist.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
USA
Hosting-Land
Zypern

Wie der Betrug bei chasepayu.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden zunächst durch gezielte Werbung auf Social-Media-Kanälen wie Instagram, Facebook oder TikTok angesprochen. Dort finden sie ansprechende Anzeigen, die von vermeintlichen „Anlageberatern“ oder „Trading-Gurus“ stammen. Oft werden auch gefälschte Testimonials verwendet, um Vertrauen zu schaffen. In einigen Fällen nutzen die Betrüger sogar Dating-Apps, um persönliche Beziehungen aufzubauen und so einen emotionalen Zugang zu erlangen. Sobald Interesse geweckt ist, wird dem potenziellen Anleger ein erstes kleines Deposit, üblicherweise um die 250 Euro, vorgeschlagen. Dieses niedrige Anfangsinvestment dient dazu, die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen in die Plattform zu stärken.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Web-App von chasepayu sofort scheinbar hohe Gewinnzahlen. Die Oberfläche zeigt fiktive Trades, die in kurzer Zeit enorme Renditen abwerfen. Dabei wird jedoch keine reale Order an einer Börse platziert: die Zahlen werden lediglich in einer internen Datenbank generiert. Das Ziel ist es, den Anleger zu überzeugen, dass die Plattform funktioniert und dass sein Geld sicher ist. Der Anschein von Profit entsteht durch geschickt gestaltete Charts und Echtzeit-Updates, die jedoch keinerlei reale Marktbewegungen widerspiegeln.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein „Account-Manager“ oder ein angeblich persönlicher Berater baut über Wochen oder Monate eine Beziehung zum Anleger auf. Durch regelmäßige Nachrichten, private Chats und „VIP-Angebote“ werden dem Nutzer die Vorteile von höheren Kontoständen und höheren Hebeln vorgetäuscht. Oft werden exklusive Boni, angeblich garantierte Gewinne oder Zugang zu Insider-Tipps versprochen. Dabei wird der Eindruck erweckt, dass die Plattform nur für eine begrenzte Zeit besondere Konditionen bietet. In diesem Stadium zahlen die Opfer häufig mehrere Tausend bis Zehntausende Euro ein, um die vermeintlichen Renditen zu maximieren.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Anleger versucht, seine Gewinne auszuzahlen, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren eingefordert. Die Gebührenliste kann wie folgt aussehen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Forderungen dienen ausschließlich dazu, weitere Geldflüsse von den Opfern zu generieren, bevor die Plattform den Auszahlungsprozess vollständig stoppt. Selbst wenn die Gebühren bezahlt werden, erfolgt keine Auszahlung, und das Geld bleibt in einer gefälschten Kontosituation stecken.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust kontaktieren häufig sogenannte „Rechtsberater“, „Krypto-Forensiker“ oder sogar angebliche Polizeibehörden. Sie behaupten, die Mittel könne man wieder zurückholen und fordern im Gegenzug Vorauszahlungen für „Reparatur- oder Analyse-Kosten“. Oft werden zusätzlich „Übersetzungs- oder Server-Zugriff-Gebühren“ verlangt. Diese Forderungen sind Teil eines weiteren Schritts, bei dem die Betrüger die Opfer erneut ausnutzen, um noch mehr Geld zu kassieren. Dabei bleibt die ursprüngliche Plattform unverändert betrügerisch.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko eines totalen Verlustes.
  2. Belege sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, SMS-Nachrichten, Bildschirmfotos und Transaktionsbelege. Diese können später als Beweismaterial dienen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie eine Sperrung der betroffenen Konten oder Karten an.
  4. Rechtsbeistand einschalten: Wenden Sie sich an einen Anwalt, der auf Finanzbetrug spezialisiert ist. Er kann Ihnen bei der Einreichung einer Strafanzeige und bei der Durchsetzung Ihrer Rechte helfen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scammer: Jede Forderung nach zusätzlichen Zahlungen oder „Dienstleistungen“ ist ein Zeichen, dass Sie weiter in den Betrug hineingezogen werden. Schließen Sie die Kommunikation sofort ab und blockieren Sie die Kontaktdaten.

Abschluss

Chasepayu (chasepayu.com) ist ein deutlich erkennbares Beispiel für eine betrügerische Investmentplattform. Die Kombination aus fehlenden rechtlichen Grundlagen, unbestätigten Erfolgsversprechen und aggressiven Verkaufsstrategien macht die Plattform zu einer hohen Gefahr für Anleger. Nutzen Sie die Informationen hier, um sich selbst zu schützen und, falls erforderlich, rechtliche Schritte einzuleiten.

Das Netzwerk hinter chasepayu.com

Chasepayu ist mit 79 anderen Plattformen verknüpft, die ähnliche Geschäftsmodelle und Identitäten aufweisen. Diese Verbindungen deuten auf ein gemeinsames betrügerisches Netzwerk hin.

und 73 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei chasepayu.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei chasepayu.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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