Warnung vor City First Bank (cityfirstbak.live): Erfahrungen und Auszahlungen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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City First Bank (cityfirstbak.live) hat sich als vermeintlich seriöses Finanzinstitut präsentiert: doch hinter der glänzenden Oberfläche verbirgt sich ein ausgeklügeltes Betrugsnetzwerk. Die Plattform lockt Anleger mit falschen Versprechen, bevor sie ihr Geld verschleiert.

Screenshot der Webseite Cityfirstbak (cityfirstbak.live)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite cityfirstbak.live

Warum cityfirstbak.live unseriös ist

Die ersten Anzeichen von Verdachtsmomenten lassen sich bereits bei einer sorgfältigen Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen erkennen. City First Bank präsentiert keine Registrierungs- oder Lizenznummer und gibt an keiner Aufsichtsbehörde zugehörig zu sein. Die Adresse, die auf der Website angegeben ist, findet sich nicht im Handelsregister; stattdessen verweist sie auf ein Wohngebiet, das üblicherweise nicht für Banken genutzt wird. Zudem fehlen sämtliche Kontaktdaten wie E-Mail oder Telefon, außer einer vagen Angabe „VIP ONLY“. Der Mangel an Transparenz, gepaart mit fehlenden rechtlichen Nachweisen, ist ein klassisches Symptom für ein betrügerisches Finanzportal. Auf der Plattform werden keine klaren Angaben zu den angebotenen Konten gemacht, und die aufgeführten Dienstleistungen wie „Kontoeröffnung“ oder „Geldtransfer“ lassen sich nicht durch unabhängige Quellen bestätigen. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, unvollständiger Kontaktinformation und einer fragwürdigen Adresse macht die Plattform eindeutig unseriös.

Wo City First Bank angeblich sitzt

Die Plattform nennt die Adresse 301 East Water Street, Charlottesville, VA 22904 Virginia als ihren Sitz. In den Handelsregistern ist jedoch kein Unternehmen unter dieser Adresse registriert, was Zweifel an der Existenz einer physischen Niederlassung aufkommen lässt. Darüber hinaus fehlt jegliche Auflistung im Finanzregulator, was ein starkes Warnsignal ist.

Unter der angegebenen Anschrift in den USA ist tatsächlich eine religiöse Einrichtung ("Temple Beth Israel") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Server steht in Luxemburg, die behauptete Firmenadresse aber in den USA. Diese Muster kennen Ermittler aus zahllosen Anlagebetrugs-Fällen: Eine vermeintlich seriöse Adresse dient als Fassade, die eigentliche Infrastruktur sitzt in jurisdiktionsschwachen Regionen.

Adresse
USA
Server-Standort
Luxemburg
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei cityfirstbak.live abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

Oft beginnt alles mit einer scheinbar seriösen Werbekampagne. Die Plattform nutzt Social-Media-Ads auf Instagram, TikTok und Facebook, in denen angebliche „Erfolgsstories“ von zufriedenen Investoren gezeigt werden. Diese Posts enthalten gefälschte Testimonials von Personen wie Tom Haris oder Chris Haris, deren Namen zwar plausibel klingen, aber nicht verifizierbar sind. Gleichzeitig werden über Telegram-Gruppen „Trading-Gurus“ angeführt, die „exklusive“ Tipps versprechen. Sobald ein potenzielles Opfer auf einen Link klickt, landet es auf der Landing-Page von cityfirstbak.live, wo ein kleines Formular zur Kontoeröffnung erscheint. Die ersten Einzahlungen sind bewusst niedrig: meist 250 €: um die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen in die Plattform zu stärken.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung sehen die Nutzer in einem Dashboard, wie ihre 250 € angeblich in zwei Wochen zu 800 € anwachsen. Diese Zahlen entstehen nicht durch echte Markttransaktionen, sondern sind rein simulierte Buchgewinne in einer Web-App. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem echten Broker-Konto. Die Plattform nutzt diese gefälschten Gewinne, um die Illusion von Profitabilität zu erzeugen. Das Ziel ist klar: das Vertrauen des Opfers zu gewinnen und es zu ermutigen, weitere Einzahlungen vorzunehmen, indem es glaubt, dass die Renditen nachhaltig sind.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein angeblicher „Account-Manager“ tritt in den Kontakt und bietet exklusive VIP-Konten an, die angeblich Hebelboni von 1 : 500, garantierte Gewinne oder Zugang zu Insider-Tipps versprechen. Durch gezielte Zeitlimits („nur heute“) und künstliche Verknappung wird der Druck erhöht. Die Plattform nutzt Social Proof, indem sie gefälschte Mit-Anleger-Stories präsentiert, die von schnellen Gewinnen berichten. Oft zahlen die Opfer zwischen 5.000 € und 50.000 €: manche sogar über 500.000 €. Jeder weitere Beitrag dient dazu, das Vertrauen zu vertiefen und die Illusion einer erfolgreichen Anlage zu verstärken.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Kunde sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, wird ihm plötzlich ein komplexes Gebührenmodell präsentiert. Die Plattform listet mindestens fünf typische Fake-Gebühren auf:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits investierten Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter das Vertrauen vollständig ausnutzen, bevor sie das Opfer in die Leere laufen lassen.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die mit einer eigenen Wallet-Wiederherstellungs-Software auftreten. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, fordern aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechungen stecken in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Echte Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und bieten solche Dienste an. Daher gilt es, jede Kontaktaufnahme in dieser Phase mit äußerster Vorsicht zu prüfen und keine Zahlungen zu leisten.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung verschärft die Verluste und gibt den Tätern mehr Mittel, um die Masche weiterzuführen.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Verläufe, Zahlungsnachweise und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend, falls Sie später rechtliche Schritte einleiten oder die Polizei einschalten.
  3. Bank bzw. Krypto-Börse informieren: Setzen Sie sich umgehend mit Ihrem Bankkonto bzw. der Krypto-Börse in Verbindung, von der die Einzahlungen erfolgten, und fordern Sie eine Sperrung der Konten. Je schneller die Konten gesperrt werden, desto geringer ist die Chance, dass das Geld weiter transferiert wird.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder beim Finanzamt eine Anzeige ein. Nutzen Sie dabei die gesicherten Beweise. Die Ermittlungsbehörden können dann prüfen, ob ein strafrechtlicher Tatbestand vorliegt.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Wenn Ihnen angebliche Anwälte oder „Forensiker“ melden, geben Sie keine Zahlungen frei. Ein seriöser Dienst würde niemals im Voraus um Geld bitten. Vermeiden Sie jegliche Kontaktaufnahme über WhatsApp, Telegram oder ähnliche Plattformen.
  6. Sich informieren: Lesen Sie aktuelle Warnungen von Verbraucherzentralen oder Aufsichtsbehörden. Viele Betrüger nutzen ähnliche Muster; das Wissen um typische Warnsignale hilft, zukünftige Risiken zu erkennen.
  7. Vertrauenswürdige Quellen nutzen: Wenn Sie erneut investieren möchten, suchen Sie Plattformen mit einer lizenzierten Aufsicht, klarer Registrierung, verifizierbaren Kontaktdaten und transparenten Gebührenstrukturen.
  8. Unterstützung suchen: Es gibt spezialisierte Beratungsstellen für Opfer von Finanzbetrug. Diese können Ihnen helfen, Ihre Rechte durchzusetzen und eventuell verlorenes Geld zurückzufordern. Durch schnelle Reaktion, sorgfältige Beweissicherung und den Verzicht auf weitere Zahlungen erhöhen Sie Ihre Chancen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzuerlangen und gleichzeitig die Täter zu stoppen.
    Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sich unsicher sind.

Das Netzwerk hinter City First Bank

City First Bank ist Teil eines Netzwerks von 79 weiteren Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen. Die Verbindung deutet auf gemeinsame Hintermänner und geteilte Infrastruktur hin, was die Gefahr erhöht, dass ein Ausfall mehrere Plattformen gleichzeitig betrifft.

und 73 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei cityfirstbak.live gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei cityfirstbak.live
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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