Mavo bank (coinverge.co) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·2 Min. Lesezeit·
Teilen:

Mavo bank (coinverge.co) hat sich als legitimer Finanzdienstleister präsentiert, doch die vorliegenden Fakten zeigen eindeutig, dass es sich um ein betrügerisches Geschäftsmodell handelt.

Screenshot der Webseite Coinverge (coinverge.co)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite coinverge.co

Warum coinverge.co unseriös ist

Die Fakten zu Mavo bank lassen keinen Zweifel an der unseriösen Natur des Angebots. Erstens fehlt die Angabe einer Handelsregisternummer, die in Deutschland zwingend erforderlich ist, um ein Finanzunternehmen legal zu betreiben. Ebenso gibt es keine Angabe einer Aufsichtsbehörde, die die Lizenz verleiht. Ohne diese Angaben kann die Plattform nicht als regulierter Broker gelten. Zweitens ist die Adresse 301 East Water Street, Charlottesville, VA 22904 Virginia, die von der Plattform angegeben wird, nicht im Handelsregister verzeichnet, was auf eine falsche Standortangabe hindeutet. Drittens bieten sie keine klaren Angaben zu Zahlungsabwicklungen: die Plattform akzeptiert weder klassische Banküberweisungen noch gängige Kreditkarten, was die Transparenz weiter unterminiert. Darüber hinaus weisen die Marketingtexte keine Hinweise auf garantierte Renditen oder echte Handelsaktivitäten auf; die Plattform nutzt lediglich vage Versprechen von "Kontoeröffnung", "Geldtransfer" und "Kreditkarten". Schließlich zeigen die angeblichen Testimonials: Namen wie TOM HARIS, HARRY JACKSON und CHRIS HARIS: keinerlei verifizierbare Identität, und die behaupteten 18,5 Millionen Kunden sind unrealistisch und nicht durch externe Quellen belegt. Alle diese Inkonsistenzen deuten auf ein betrügerisches Modell hin, das darauf ausgelegt ist, Vertrauen zu erwecken, ohne echte regulatorische Grundlagen zu besitzen.

Die behauptete Geschäftsadresse

Die Adresse 301 East Water Street, Charlottesville, VA 22904 Virginia wird von Mavo bank angegeben. Im Handelsregister ist das Unternehmen jedoch nicht unter dieser Adresse verzeichnet. Es gibt keinerlei öffentliche Eintragungen, die eine Geschäftsaktivität dort belegen, was auf eine falsche oder irreführende Standortangabe hindeutet.

Unter der angegebenen Anschrift in den USA ist tatsächlich eine religiöse Einrichtung ("Temple Beth Israel") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Server steht in Luxemburg, die behauptete Firmenadresse aber in den USA. Diese Muster kennen Ermittler aus zahllosen Anlagebetrugs-Fällen: Eine vermeintlich seriöse Adresse dient als Fassade, die eigentliche Infrastruktur sitzt in jurisdiktionsschwachen Regionen.

Adresse
USA
Server-Standort
Luxemburg
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei coinverge.co abläuft

Schritt 1: Der erste Kontakt und das Lockangebot

Der Einstieg beginnt meist mit gezielten Cold-Calls von angeblichen "Anlageberatern" oder über Social-Media-Werbung. In der Praxis nutzen die Betreiber Plattformen wie Instagram, TikTok und Telegram, um potenzielle Opfer mit scheinbar authentischen Testimonials zu erreichen. Die Anzeigen versprechen niedrige Einstiegssummen: oft um die 250 €: und betonen einen „schnellen Gewinn“. Sobald ein Nutzer Interesse zeigt, wird ihm ein persönlicher "Account Manager" zugewiesen, der ihn über einen privaten Kanal begleitet. Dieser Manager nutzt psychologische Taktiken wie das Schaffen von Dringlichkeit („Nur heute verfügbar“) und Social-Proof („Andere haben bereits 10 000 € verdient“). Durch die niedrige Anfangsinvestition wird die Hemmschwelle gesenkt, und der Nutzer ist bereit, weitere Mittel zu investieren, sobald erste „Gewinne“ angezeigt werden.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Nutzer scheinbare Gewinnzahlen. Die Software der Website erzeugt automatisch positive Bilanzdaten, die von einem realen Handelssystem abweichen. Es gibt keine verbindlichen Aufzeichnungen von Trades an einer Börse, keine echten Orderbuchdaten, und die angeblichen Gewinne stammen ausschließlich aus einer internen Datenbank. Der Nutzer sieht, wie 250 € innerhalb weniger Wochen in 800 € umgewandelt werden

Das Netzwerk hinter Mavo bank

Mavo bank ist technisch mit 79 weiteren Plattformen verknüpft, was auf ein gemeinsames betrügerisches Netzwerk hindeutet. Diese Verknüpfungen deuten darauf hin, dass dieselben Betreiber hinter mehreren Masken agieren, häufig um Regulierungsmaßnahmen zu umgehen und das Vertrauen von Opfern zu gewinnen.

und 73 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei coinverge.co gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei coinverge.co
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Ein paar Angaben genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Coinverge Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen