Warnung vor API Trade (copytracking.com): Was Sie über diese Plattform wissen müssen
Sie haben vielleicht schon von API Trade gehört. Diese Plattform ist jedoch betrügerisch und nutzt falsche Versprechen, um Anleger zu täuschen.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum copytracking.com unseriös ist
Die Analyse von copytracking.com zeigt mehrere klare Unstimmigkeiten. Erstens gibt es keine Handelsregisternummer, obwohl die Seite vorgibt, reguliert zu sein. Stattdessen behauptet die Plattform, die Aufsicht der CySEC zu haben, ohne jedoch einen gültigen Lizenznummer anzugeben. Das ist ein typisches Kennzeichen, das auf die fehlende Genehmigung hinweist.
Zweitens fehlt jeglicher Kontakt: weder E-Mail noch Telefon. In seriösen Broker-Plattformen steht ein erreichbarer Kundenservice bereit. Diese komplette Kommunikationslücke lässt vermuten, dass die Betreiber nicht in der Lage sind, im Falle von Problemen Unterstützung zu bieten.
Drittens akzeptiert die Seite keinerlei Zahlungsoptionen. Der Marketing-Teil zeigt lediglich ein Mindestdepot von 50 EUR, aber keine Zahlungsmethoden werden aufgeführt. Das ist ein weiteres Signal, dass das Geld der Kunden nicht an eine reguläre Bank oder Börse weitergeleitet wird, sondern intern in einer nicht nachvollziehbaren Struktur verbleibt.
Viertens ist die Plattform auf Englisch und Russisch verfügbar, was häufig von russischsprachigen Scam-Plattformen genutzt wird, um ein breiteres Publikum anzusprechen.
Schließlich werden 20 „Testimonials“ von Personen mit generischen Namen wie „Hans M.“ oder „Sophie L.“ angezeigt, ohne dass deren Identität oder echte Kontaktdaten verifiziert werden können. Diese gefälschten Erfahrungsberichte dienen dazu, das Vertrauen zu fälschen und die Plattform als „nachgewiesen“ zu präsentieren.
Wie der Betrug bei copytracking.com abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Die meisten Opfer werden zunächst über Online-Werbung oder soziale Netzwerke kontaktiert. Oft sind es kurze Videos oder Posts, die schnelle Gewinne versprechen, begleitet von ansprechenden Grafiken und einer lockenden Sprache. Das Angebot beginnt meist mit einem geringen Mindestdepot: in diesem Fall nur 50 EUR. Dieses niedrige Einstiegsvolumen soll die Hemmschwelle senken und das Vertrauen in die Plattform stärken.
Die Betreiber nutzen dabei gezielt emotionale Trigger: Sie betonen die „Sicherheit“ des Kontos und das „schöne“ Design der Handelsplattform. Durch die fehlende Telefon- oder E-Mail-Kommunikation können Interessenten nicht nachfragen, sondern werden direkt zum Einzahlen aufgefordert.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach dem ersten Einzahlungsszenario präsentiert die Plattform sofort hohe Gewinne. Auf dem Dashboard von copytracking.com sehen Anleger angeblich, dass 50 EUR in kurzer Zeit zu 300 EUR oder mehr anwachsen. In Wirklichkeit handelt es sich nur um voreingestellte Zahlen in einer Web-App, die keine echten Börsentransaktionen ausführt.
Die Software simuliert Trades, die laut den Anbietern immer erfolgreich sind. Die Ergebnisse sind jedoch komplett konstruiert und dienen ausschließlich dazu, das Vertrauen der Anleger zu festigen. Das Ziel ist es, das Bild eines „profitablen“ Brokers zu zeichnen, um die Kunden zu ermutigen, mehr Geld zu investieren.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Wenn das Vertrauen aufgebaut ist, beginnen die sogenannten Account-Manager, die Anleger zu kontaktieren. Oft per Chat oder E-Mail, wobei die Kontaktdaten nicht überprüfbar sind. Der Manager präsentiert „VIP-Konten“, die angeblich mit einem Hebel von bis zu 1:500 operieren und garantierte Renditen bieten.
Zur Erhöhung des Drucks wird häufig ein Zeitlimit gesetzt: „Nur noch heute können Sie von diesem exklusiven Angebot profitieren.“ Auch gefälschte Erfolgsgeschichten anderer Kunden werden vorgeführt, um die Illusion zu verstärken, dass die Plattform wirklich funktioniert.
In dieser Phase zahlen die meisten Betroffenen zwischen 5.000 EUR und 50.000 EUR. Manche verlieren sogar mehr als 500.000 EUR, weil die Plattform die Möglichkeit bietet, übermäßige Hebel zu nutzen, die im Falle von Verlusten sofort zu einem totalen Ausfall führen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Gebührenfalle
Sobald ein Kunde das Geld zurückhaben will, kommt die größte Falle zum Vorschein. Die Plattform verlangt plötzlich mehrere Gebühren, die in der Regel von den Kunden zu zahlen sind.
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust melden sich oft „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Diese Personen verlangen Vorauszahlungen für angebliche „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Sie stellen sich als Experten dar, die die Gelder aus dem System extrahieren können.
In Wahrheit sind dies meist dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie nutzen die Angst der Betroffenen aus, um weitere Zahlungen zu erhalten und verkaufen gleichzeitig die Daten der Opfer an Dritte. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Das Netzwerk hinter copytracking.com
API Trade ist Teil eines Netzwerks von 16 Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen: fehlende Lizenzen, keine Kontaktmöglichkeiten, gefälschte Testimonials und ein Fokus auf russischsprachige Nutzer. Diese Plattformen teilen oft dieselben Hosting-Infrastrukturen und Backend-Systeme, was auf ein gemeinsames betrügerisches Netzwerk hindeutet.
Wenn eine dieser Plattformen auffällt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die anderen Beteiligten ähnliche betrügerische Praktiken anwenden. Daher ist es ratsam, nicht nur die einzelne Website zu meiden, sondern auch ihre Partner und Affiliate-Links zu ignorieren.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie feststellen, dass Ihre Plattform keine legitimen Handelsaktivitäten ausführt, stoppen Sie sofort alle Einzahlungen.
- Dokumentieren Sie alles: Bewahren Sie sämtliche Screenshots, E-Mails, Chatverläufe und Kontoauszüge auf. Diese Beweismaterialien sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Kreditkartenfirma: Informieren Sie sie über die betrügerische Transaktion und fordern Sie ggf. eine Rückbuchung oder Chargeback an.
- Melden Sie den Vorfall: Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder das Internet-Konsumentenschutzzentrum. Dort können Sie eine Strafanzeige erstatten und die Ermittlungen unterstützen.
- Ignorieren Sie „Recovery-Scams“: Wenn Ihnen jemand anbietet, Ihr Geld zurückzugewinnen, prüfen Sie dessen Legitimität sorgfältig. Seriöse Anwälte oder Behörden werden niemals per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen.
Fazit
API Trade (copytracking.com) ist ein klarer Fall von Betrug. Durch fehlende Lizenzen, keine Kontaktmöglichkeiten und gefälschte Testimonials täuscht die Plattform Anleger und fordert sie dazu auf, mehr Geld zu investieren, nur um es anschließend zurückzuhalten.
Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie schnell, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Vorfall bei den zuständigen Behörden. Nur so können Sie verhindern, dass weitere Menschen das gleiche Schicksal erleiden.
Das Netzwerk hinter API Trade
API Trade ist Teil eines Netzwerks von 16 Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen und oft von denselben Hintermännern betrieben werden.

Asset Mgmt
asset-mgmt.net

Ceviantlimited
ceviantlimited.com

Dijitalbors
dijitalbors.com

Eurocorporate Asset Management
eurocorporate-asset-management.com

Ext Ltd
ext-ltd.com

Fxbit Limited
fxbit-limited.com
und 10 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei copytracking.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.