Corp-Ex (corp-ex.com) im Faktencheck: Ist die Plattform seriös?
Corp-Ex (corp-ex.com) ist ein betrügerisches Trading- und Krypto-Angebot, das Anleger durch irreführende Versprechen und gefälschte Erfolge anzieht.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum corp-ex.com unseriös ist
Corp-Ex (corp-ex.com) weist mehrere gravierende Unstimmigkeiten auf, die von erfahrenen Ermittlern als typische Signale eines Betrugssystems erkannt werden. Erstens fehlt eine registrierte Handelsnummer, ein klares Lizenzierungsdatum und eine Angabe der zuständigen Aufsichtsbehörde. Ohne diese Angaben kann die Plattform nicht als regulierter Broker gelten. Zweitens ist die Kontaktnummer auf der Website nicht vorhanden, obwohl die E-Mail-Adresse support@corp-ex.com angegeben ist: ein häufiges Merkmal von Online-Phishing und Betrugsseiten. Drittens bietet die Plattform keine transparenten Zahlungsoptionen an; weder Banküberweisungen noch gängige Krypto-Wallets werden als Zahlungsmittel akzeptiert. Stattdessen wird ein "minimales" Einzahlungsvolumen nicht spezifiziert und es gibt keine Hinweise auf ein reales Brokerage-Konto. Schließlich behauptet Corp-Ex, 225.000 Kunden betreut zu haben, ohne dabei einen Nachweis oder Kundenreferenzen zu liefern. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, unvollständiger Kontaktinformation und unrealistischen Kundenangaben ist ein starkes Indiz für unseriöses Verhalten.
Wo Corp-Ex angeblich sitzt
Die Plattform gibt die Adresse Bahnhofstrasse 36 Zürich, Zürich (CH-ZH), 8001 SWITZERLAND an, jedoch fehlt in den Handelsregistern eine Eintragung unter dieser Adresse. Auf der Website finden sich keine Hinweise auf eine gültige Gewerbeanmeldung oder einen Eintrag in einem schweizerischen Handelsregister. Solche Lücken sind bei seriösen Unternehmen selten und deuten auf einen möglichen Adressbetrug hin.
An der angegebenen Adresse in der Schweiz befindet sich ein Ort. Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.
Eine technische Auffälligkeit verstärkt den Verdacht. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in der Schweiz. Eine derart aufgespaltene Topologie ist nahezu nie zufällig, sie ist Teil eines Verschleierungsmusters, das in der Branche der unregulierten Online-Broker Standard ist.
- Adresse
- Schweiz
- Server-Standort
- unbekannt
- Hosting-Land
- USA
Wie der Betrug bei corp-ex.com abläuft
Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot
Die meisten Opfer werden durch gezielte Online-Werbung auf Corp-Ex aufmerksam gemacht. In der Regel handelt es sich um Social-Media-Posts, die von vermeintlichen „Anlageberatern“ stammen, oder um gefälschte Testimonials in Telegram-Gruppen, die angeblich „schnelle Gewinne“ versprechen. Oft wird ein erstes Angebot mit einer niedrigen Einzahlung, etwa 250 Euro, präsentiert, um die Hemmschwelle zu senken. Diese niedrige Einstiegssumme dient nicht dem Schutz des Investors, sondern soll Vertrauen schaffen und den ersten Schritt in ein größeres finanzielles Engagement erleichtern.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung loggt sich der Nutzer in das Dashboard von Corp-Ex (corp-ex.com) ein. Dort werden sofort hohe Gewinne angezeigt: beispielsweise 800 Euro aus einer Einzahlung von 250 Euro in nur zwei Wochen. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen, die von einer internen Software erzeugt werden. Es gibt keine echten Handelsaufträge, keine Verbindung zu einer regulierten Börse und kein reales Broker-Konto. Der Nutzer sieht lediglich ein hübsches Dashboard, das von der Plattform generiert wird, um den Eindruck von Profitabilität zu erwecken.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Wenn die gefälschten Gewinne gut ankommen, beginnt die Plattform, den Nutzer zu ermutigen, weitere Beträge einzuzahlen. Über Wochen oder Monate hinweg wird ein „VIP-Konto“ mit angeblichem Hebel von 1 : 500 oder garantierten Profiten beworben. Häufig werden zeitlich begrenzte Angebote präsentiert („nur heute“) oder gefälschte Erfolgsberichte anderer angeblicher Kunden geteilt. In diesem Stadium zahlt der Nutzer häufig zwischen 5.000 und 50.000 Euro: manche Opfer geben sogar mehr als 500.000 Euro ab, weil sie glauben, ein echtes Investment zu tätigen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Anleger nun sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchte, werden plötzlich Gebühren in Rechnung gestellt. Zu den gefälschten Gebühren gehören:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine “Gebühr” zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die vorgeben, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind in der Regel ein weiterer Schachzug des gleichen Täterteams, das die Daten der Opfer nutzt, um weitere Betrugsversuche durchzuführen. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
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Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie einen Verdacht haben, stellen Sie alle Transaktionen sofort ein. Jede weitere Zahlung erhöht die Chance, dass Sie Opfer eines weiteren Betrugsschritts werden.
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Beweise sichern: Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Nachrichten, Kontoauszüge und Bildschirmfotos der angeblichen Gewinne und Gebühren auf. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten.
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Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie Geld überwiesen haben, und informieren Sie sie über den möglichen Betrug. Bitten Sie um eine Rückbuchung oder Sperrung des Kontos.
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Anzeige bei der Polizei erstatten: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle. Da Sie ein Finanzermittler sind, wissen Sie, dass Sie in der Lage sind, die Ermittlungen zu unterstützen. Eine Anzeige hilft auch anderen potenziellen Opfern, informiert zu werden.
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Recovery-Scammer ignorieren: Sobald Sie mit einem „Anwalt“ oder „Forensiker“ in Kontakt treten, lehnen Sie alle Forderungen ab. Diese Personen nutzen Ihre Daten, um weitere Verluste zu erzwingen.
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Kontakt mit der Aufsichtsbehörde aufnehmen: Melden Sie Corp-Ex (corp-ex.com) bei der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde. Auch wenn die Plattform keine Lizenz besitzt, kann die Behörde den Fall prüfen und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten.
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Rechtliche Beratung einholen: Konsultieren Sie einen Fachanwalt für Wirtschaftsrecht oder Strafrecht, um Ihre Rechte und mögliche Ansprüche gegen die Plattform zu prüfen.
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Informationen öffentlich teilen: Nutzen Sie Foren, soziale Medien und Verbraucherportale, um Ihre Erfahrungen zu teilen. Je mehr Menschen informiert sind, desto weniger werden Opfer angezogen.
Abschließende Worte
Corp-Ex (corp-ex.com) ist ein betrügerisches Unternehmen, das ohne jegliche regulatorische Genehmigung agiert. Die fehlende Handelsregistrierung, das Fehlen einer Aufsichtsbehörde, die unklaren Zahlungsoptionen und die gefälschten Gewinne sind klare Warnsignale. Als potenzieller Betroffener sollten Sie sofort handeln, Beweise sichern und rechtliche Schritte einleiten, um weitere Verluste zu verhindern. Bleiben Sie wachsam: seriöse Broker geben ihre Lizenznummer, ihre Aufsichtsbehörde und ihre Bankverbindungen offen an.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei corp-ex.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.