Warnung vor easynorr.com: Erfahrungen zur Auszahlung und Betrugsmasche

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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easynorr.com ist keine regulierte Handelsplattform. Die gesammelten Daten deuten eindeutig auf betrügerische Absichten hin und deuten darauf hin, dass Anleger ihr Geld verlieren und keine Rückzahlung erhalten.

Screenshot der Webseite Easynorr (easynorr.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite easynorr.com

Warum easynorr.com unseriös ist

Die gesammelten Informationen zeigen mehrere Inkonsistenzen, die für eine seriöse Handelsplattform untragbar wären. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde, obwohl die Plattform von einem Unternehmen betrieben werden soll, das angeblich seit Jahren im Markt tätig ist. Zweitens ist die Website in keiner Sprache lokalisiert, keine Kontaktadresse oder E-Mail-Adresse vorhanden, was auf ein fehlendes Kundenservice-Modell hindeutet. Drittens akzeptiert easynorr.com keine gängigen Banküberweisungen oder Kreditkarten; stattdessen werden ausschließlich Kryptowährungen als Zahlungsmittel angeboten, was ein starkes Risikoparameter ist, da Krypto-Transaktionen nicht rückgängig gemacht werden können. Viertens gibt es keinerlei Nachweise über Lizenzen, Zertifikate oder unabhängige Prüfungen, die die Rechtmäßigkeit der Plattform belegen würden. Diese Kombination aus fehlender Transparenz, fehlender Regulierung und der ausschließlichen Nutzung von Kryptowährungen macht easynorr.com zu einer hochgradig riskanten und höchstwahrscheinlich betrügerischen Plattform.

Wie der Betrug bei easynorr.com abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

easynorr.com nutzt gezielte Online-Werbung auf sozialen Medien, um potenzielle Anleger zu erreichen. In den Anzeigen wird ein scheinbar profitables Anlageprodukt präsentiert, oft begleitet von gefälschten Testimonials. Sobald ein Interessent die Website betritt, wird er aufgefordert, eine minimale Einzahlung in Bitcoin oder einer anderen Kryptowährung vorzunehmen. Die Einzahlungssumme ist bewusst niedrig gehalten, typischerweise 250 € in Bitcoin, um die Hemmschwelle zu senken und die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird die Plattform dem Anleger eine simulierte Handelsplattform anzeigen. Die Software erzeugt in kurzer Zeit scheinbare Gewinne, zum Beispiel 800 € aus einer Einzahlung von 250 €. Diese Zahlen resultieren ausschließlich aus internen Datenbankeinträgen; es werden keine echten Orders an eine Börse ausgeführt. Der Anleger sieht beeindruckende Graphen und wird dadurch in den Glauben getrieben, dass die Plattform tatsächlich Geld verdient.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein sogenannter „Account-Manager“, der eigentlich ein Skript ist, baut über Wochen oder Monate eine Beziehung auf. Er verspricht exklusive Handelsstrategien, Hebelboni von 1:500 und angeblich garantierte Renditen. Durch Zeitlimits („Nur heute“) und gefälschte Erfolgsgeschichten wird der Anleger dazu gebracht, weitere Mittel einzuzahlen. Die Betrüger fordern häufig 5.000 bis 50.000 €; in extremen Fällen werden sogar 500.000 € verlangt, um die vermeintliche „VIP-Klasse“ zu erreichen.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger seine angeblichen Gewinne auszahlen möchte, erscheint plötzlich eine Liste von Gebühren. Diese umfassen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde niemals Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nicht umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real; wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten kontaktieren Dritte, die sich als Anwälte, Behördenvertreter oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie behaupten, das Geld könne zurückgeholt werden, verlangen jedoch Vorauszahlungen für angebliche „Rechtskosten“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Forderungen stehen in der Regel dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko des Totalverlusts.
  2. Beweise sichern: Screenshot von der Website, Transaktionsnachweise, E-Mails und jegliche Kommunikation aufbewahren. Diese dienen später als Grundlage für Ermittlungen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihr Finanzinstitut und melden Sie die Transaktion. Bitten Sie um Sperrung des Kontos und Rückverfolgung der Bitcoin-Transaktionen.
  4. Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder dem Bundeskriminalamt. Nutzen Sie Ihre gesicherten Beweise, um den Fall zu unterstützen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jede Aufforderung, Geld für „Reparatur- oder Rückgewinnungsdienste“ zu zahlen, ist ein weiterer Teil der Masche. Suchen Sie stattdessen Rat bei einer seriösen Verbraucherzentrale oder einer Fachorganisation.

Fazit

easynorr.com weist deutliche Anzeichen eines betrügerischen Angebots auf. Die fehlende Transparenz, die ausschließliche Nutzung von Kryptowährungen und die systematische Manipulation der Anleger machen die Plattform zu einer hochriskanten Gefahr. Sollten Sie bereits Geld an easynorr.com überwiesen haben, handeln Sie schnell und folgen Sie den oben genannten Schritten, um weitere Verluste zu verhindern und Ihre Chancen auf Rückerstattung zu maximieren.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei easynorr.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei easynorr.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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