Ewinance (ewinance.com) seriös? Warnung vor möglichen Betrugsfallen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Sie haben vielleicht schon von Ewinance gehört, einer Plattform, die Krypto-Handel verspricht. Leider steht sie im Verdacht, betrügerische Praktiken anzuwenden und Anleger in die Falle zu locken.

Screenshot der Webseite Ewinance (ewinance.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite ewinance.com

Warum ewinance.com unseriös ist

Die ersten Anzeichen von Ewinance sind alarmierend. Auf der Website findet sich keine Angabe zu einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde, was für seriöse Anbieter zwingend erforderlich ist. Ohne diese Angaben bleibt unklar, ob die Plattform überhaupt zugelassen ist. Das Unternehmen gibt keinerlei Kontaktdaten an: weder eine E-Mail noch eine Telefonnummer: und die Adresse fehlt vollständig. Das macht es unmöglich, die Firma offiziell zu überprüfen oder rechtlich zu verfolgen.
Ein weiteres Problem ist die Zahlungsabwicklung. Ewinance akzeptiert ausschließlich Kreditkarten. Kreditkarten sind für Krypto-Plattformen selten, da sie ein hohes Ausfallrisiko darstellen und von regulierten Börsen normalerweise nicht akzeptiert werden. Gleichzeitig bietet die Plattform einen Bonus von 50 USD an, der jedoch nur bei der ersten Einzahlung in die Höhe von 250 USD freigegeben wird. Solche „Bonusse“ sind häufig ein Kennzeichen von Schneeballsystemen, bei denen die ersten Anleger belohnt werden, um weitere Geldflüsse zu generieren.
Auf der Seite fehlen jegliche Erfolgsgeschichten oder Kundenbewertungen. In der heutigen Zeit, in der soziale Beweise wichtig sind, ist das ein weiteres Warnsignal. Ohne nachvollziehbare Erfahrungsberichte kann man nicht beurteilen, ob die angeblichen Gewinne real sind. Schließlich gibt es keinerlei Informationen zu einem KYC-Prozess, zur Geldwäscheprävention oder zu Sicherheitsmaßnahmen. In der Summe deuten diese Mängel darauf hin, dass Ewinance keine regulierte, transparente Plattform ist, sondern höchstwahrscheinlich ein betrügerisches Vorhaben darstellt.

Wie der Betrug bei ewinance.com abläuft

Der erste Kontakt: lockende Werbung und niedrige Einzahlungen

Ewinance nutzt gezielt Social-Media-Werbung, um potenzielle Anleger anzusprechen. In Instagram-Stories oder TikTok-Videos wird oft ein „Krypto-Guru“ gezeigt, der angeblich mit 10 % Rendite in einer Woche reich geworden ist. Diese Videos sind oft von Drittanbietern produziert und enthalten keine echten Beweise. Sobald ein Interessent die Website erreicht, wird er mit einer minimalen Einzahlungsanforderung von 250 USD belohnt, die als „Starter-Konto“ beworben wird. Dieser Betrag ist bewusst klein, um die Hemmschwelle zu senken und die Opfer glauben zu lassen, sie würden nur ein geringes Risiko eingehen.
Während der ersten Einzahlungen wird die Plattform ein stark personalisiertes Dashboard anzeigen, das sofortige Gewinne simuliert. Der Betroffene sieht, wie aus 250 USD in wenigen Tagen 800 USD werden. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Handelsaktivitäten, sondern durch interne Datenbankeinträge, die dem Nutzer ein falsches Vertrauen geben.

Vortäuschung von Gewinnen: gefälschte Charts

Nach dem ersten positiven „Gewinn“ wird die Plattform das Konto mit simulierten Charts füllen, die zeigen, wie die Preise in Echtzeit steigen. In Wirklichkeit gibt es keine Verbindung zu einer realen Börse. Die Plattform verwendet eine Web-App, die lediglich hübsche Zahlen darstellt, während im Hintergrund keine Orders platziert werden. Das Ziel ist es, das Vertrauen der Nutzer zu festigen und sie davon zu überzeugen, dass ihre Investition sicher und profitabel ist.

Drängen zu weiteren Einzahlungen: VIP-Angebote

Sobald das Vertrauen aufgebaut ist, beginnt die Plattform, dem Nutzer ein „VIP-Konto“ anzubieten. Diese Versprechen beinhalten oft angebliche Hebel von 1:500, garantierte Profite und exklusive Zugänge zu „IPO-Deals“. Der Nutzer erhält persönliche Nachrichten von sogenannten Account-Managern, die ihm Zeitdruck ausüben: „Nur heute noch können Sie das Angebot nutzen.“ Solche Taktiken zielen darauf ab, dass der Anleger schnell weitere Summen einzahlt, um von den vermeintlichen Boni zu profitieren. In vielen Fällen steigen die Einzahlungen auf mehrere Tausend Euro oder sogar Hunderttausende, weil das Vertrauen und die Hoffnung auf schnelle Gewinne stark sind.

Auszahlungswunsch und Gebührenfalle

Der Höhepunkt des Betrugs tritt ein, wenn der Anleger seine Gewinne auszahlen will. Plötzlich werden ihm mehrere Gebühren vorgeworfen.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine dieser „Gebühren“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Kapital noch dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter die letzte Summe aus dem Konto ziehen, bevor sie sich in einem neuen Namen wieder auftun.

Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem Verlust der ersten Summe melden sich häufig angebliche Dritte. Sie stellen sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ dar und versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für angebliche „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen steckt meist dieselbe Gruppe, die die ursprüngliche Plattform betrieben hat. Echte Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Sobald ein Opfer versucht, das Geld zurückzufordern, wird es erneut in einen Vorwand verfallen und verliert zusätzliches Geld.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie bemerken, dass Sie in ein mögliches Scam verwickelt sind, stoppen Sie alle Zahlungen sofort. Jede weitere Einzahlung verschlechtert Ihre Lage.
  2. Alle Beweise sichern. Speichern Sie E-Mails, Chat-Verläufe, Zahlungsbestätigungen und Screenshots der Plattform. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später eine Anzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.
  3. Kontrollieren Sie Ihre Bank- und Kreditkartenabrechnungen. Prüfen Sie, ob weitere Belastungen von Ewinance oder verwandten Konten vorgenommen wurden, und melden Sie diese Ihrer Bank.
  4. Kontaktieren Sie die zuständige Aufsichtsbehörde. Auch wenn die Plattform keine Lizenzangaben hat, können Sie bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder beim örtlichen Finanzamt eine Meldung einreichen. Diese Behörden können Ermittlungen aufnehmen und die Plattform auf mögliche Verstöße prüfen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scammer. Wenn Sie von Personen kontaktiert werden, die behaupten, Ihnen Geld zurückzugeben, lehnen Sie alle Vorauszahlungen ab. Legen Sie die Kontaktinformationen in Ihrem Telefon fest und melden Sie die Nummern bei Ihrer Telefonanbieter, um weitere Anrufe zu blockieren.
  6. Informieren Sie andere. Teilen Sie Ihre Erfahrungen in sozialen Netzwerken, Foren oder auf Plattformen wie Trustpilot. Je mehr Menschen wissen, desto weniger werden Opfer.

Fazit

Ewinance (ewinance.com) ist ein klares Beispiel für moderne Krypto-Betrugsplattformen. Durch fehlende regulatorische Angaben, gefälschte Gewinne und aggressive Verkaufsstrategien lockt sie Anleger in die Falle. Bleiben Sie wachsam, prüfen Sie die Angaben sorgfältig und handeln Sie sofort, wenn Sie Anzeichen eines Betrugs bemerken.

Das Netzwerk hinter ewinance.com

Ewinance ist Teil eines Netzwerks von 53 Plattformen, die ähnliche Strukturen aufweisen und häufig dieselben hintermänner teilen. Diese Verbindungen verdeutlichen ein Muster von Re-Branding und gemeinsamen Infrastruktur, was die Seriosität weiter untergräbt.

und 47 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei ewinance.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei ewinance.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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