FinanzBase AG (finanzbase.ch): Warnung vor betrügerischer Investmentplattform
FinanzBase AG ist keine seriöse Plattform, sondern ein klarer Betrugsversuch. Wer hier investiert, verliert sein Geld: ohne Rückerstattung.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum finanzbase.ch unseriös ist
Der erste Hinweis auf die unseriöse Natur von finanzbase.ch ist das völlige Fehlen von regulatorischen Angaben. Auf der Website findet sich keine Handelsregisternummer, kein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Ein seriöser Broker muss sich bei einer zuständigen Finanzaufsichtsbehörde registrieren lassen; das ist bei finanzbase.ch nicht der Fall. Zudem bietet die Plattform keine transparenten Kontaktdaten. Das einzige E-Mail-Konto, das Sie erreichen können, ist support@finanzbase.ch, aber keine Telefonnummer ist angegeben, sodass Sie nicht persönlich mit einem Vertreter sprechen können.
Weiterhin gibt es keinerlei Belege für echte Transaktionen. Die angebotenen Dienste: Vermögensverwaltung, Investmentberatung, Finanzplanung, Kryptowährungen und digitale Vermögenswerte: sind breit gefächert, doch es fehlt jede klare Beschreibung, wie diese Leistungen erbracht werden. Ohne eine verlässliche Kontoführung und ohne echte Handelsplattform bleibt alles nur auf dem Papier. Die einzige „Zertifizierung“, die die Seite präsentiert, ist ein einzelner Testimonial-Name, „Christin Farber“. Ohne weitere Nachweise oder verifizierte Kundenstimmen ist das ein offensichtlicher Bluff.
Schließlich ist die Plattform ohne Zahlungsmethoden verlinkt. Auf der Seite tauchen keine Bitcoin-Wallets, Kreditkarten oder Banküberweisungen auf. Das bedeutet, dass Sie keine Möglichkeit haben, Geld einzuzahlen oder auszuzahlen. Das ist ein klassisches Kennzeichen von Betrug: Die Plattform zieht Geld an, ohne die Mittel zu verwalten oder auszahlen zu können.
Die behauptete Geschäftsadresse
Die Plattform nennt Zürich, Schweiz, als Adresse. Im Handelsregister ist FinanzBase AG jedoch unter dieser Adresse nicht auffindbar. Das lässt Zweifel an der tatsächlichen Existenz des Unternehmens aufkommen.
Am angeblichen Standort in der Schweiz steht in Wirklichkeit eine Ortschaft (keine konkrete Hausnummer gefunden) ("Zürich"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.
Auffällig ist insbesondere ein deutlicher Bruch in der Infrastruktur. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in der Schweiz. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.
- Adresse
- Schweiz
- Server-Standort
- unbekannt
- Hosting-Land
- USA
Wie der Betrug bei finanzbase.ch abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt & Lockangebot
Die meisten Opfer werden zuerst durch gezielte Werbung auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok angesprochen. Dort finden Sie oft Bilder von vermeintlichen „Erfolgreichen Tradern“ oder angeblichen „Finanzexperten“, die von „FinanzBase AG“ handeln. Die Anzeigen versprechen schnelle Gewinne, niedrige Einstiegskosten und einen exklusiven Zugang zu vermeintlich profitablen Kryptomärkten. Sobald ein Interessent auf die Anzeige klickt, wird er zu einer Landingpage geführt, auf der ein kurzer Fragebogen erscheint. Das Ziel ist es, das Vertrauen zu gewinnen, indem dem Nutzer ein persönlicher „Account-Manager“ zugewiesen wird, der angeblich individuelle Strategien vorschlägt.
Sobald Sie sich registrieren, erhalten Sie ein Willkommensteam, das Ihnen sofort einen Einzahlungslink sendet. Der Betrag ist niedrig, typischerweise im Bereich von 250 €: genau genug, um die psychologische Hemmschwelle zu senken, aber hoch genug, um Sie in den „Kundenkreis“ einzuführen. Das Lockangebot besteht darin, Ihnen zu versprechen, dass mit diesem geringen Betrag innerhalb weniger Tage hohe Renditen erzielt werden können. Diese Versprechen sind völlig unbegründet, denn es gibt keinerlei reale Handelsaktivität.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung sehen Sie auf Ihrem Dashboard plötzlich einen stark ansteigenden Gewinn. Die Software von finanzbase.ch generiert diese Zahlen in Echtzeit, ohne dass echte Trades ausgeführt werden. Sie zeigen Ihnen, wie aus 250 € innerhalb von zwei Wochen 800 € werden: ein unrealistisches Ergebnis, das nur durch künstliche Manipulation erzeugt wird. Ziel ist es, Sie zu täuschen und Ihnen das Gefühl zu geben, dass Sie in ein profitables System eingetreten sind.
Diese vorgespielten Gewinne sind Teil einer psychologischen Manipulation. Sie bauen Vertrauen auf, indem sie Ihnen zeigen, dass Sie bereits erfolgreich sind. Sobald Sie sich an die Aussicht auf hohe Gewinne gewöhnt haben, wird Ihr Verlangen nach mehr Geld gestärkt. Ohne die Transparenz echter Börsenbewegungen bleibt alles im Bereich der Fiktion.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Jetzt kommt der eigentliche Betrugsmechanismus zum Einsatz: Das Team von finanzbase.ch kontaktiert Sie regelmäßig, um weitere Einzahlungen zu fordern. Sie werden mit „VIP-Konten“, „Hebel-Boni von 1:500“ oder „exklusiven IPO-Zugängen“ beteuert, um Ihnen den Eindruck zu geben, Sie seien Teil eines privilegierten Kreis. Gleichzeitig setzen sie Zeitdruck ein: „Nur noch 24 h“, „Limitierter Zugang“, „Jetzt handeln“. Diese Taktiken sind klassische Verkaufspsychologie und dienen dazu, Sie zu schnellen Entscheidungen zu drängen.
In vielen Fällen wird Ihnen das Gefühl vermittelt, dass Sie nur noch einmal in kurzer Zeit ein bestimmtes Ziel erreichen können: zum Beispiel ein „Ziel von 10.000 €“. Sobald Sie diesem Ziel näher kommen, steigern sich die Forderungen. Sie werden aufgefordert, noch mehr Geld zu investieren, oft in der Größenordnung von 5.000 bis 50.000 €. Diese Zahlungen gehen an die Plattform, ohne dass die Plattform ihrerseits etwas zurückgibt. Das Ergebnis: Sie verlieren Ihr gesamtes Geld, ohne dass Sie eine echte Investition tätigen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch & Forderung von Gebühren
Wenn Sie versuchen, Ihre Gewinne oder Ihr investiertes Kapital auszuzahlen, stoßen Sie auf die letzte Phase des Betrugs. Die Plattform verlangt plötzlich mehrere „Gebühren“, die in den folgenden Punkten aufgeführt sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Diese Gebühren sind frei erfunden. Sie erscheinen in der Auszahlungsoberfläche als Pflichtabzüge. Sie sollen Sie davon abhalten, das Geld zu erhalten. Hier die explizite Warnung: Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Einsatz noch das Geld, das er für die „Gebühr“ bezahlt hat. Das ist die letzte Melkphase des Scams, in der der Betrüger die Opfer endgültig ausbeutet.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust und dem Aussetzen von Auszahlungsforderungen tauchen oft weitere „Helfer“ auf. Das sind angebliche Anwälte, die „Vergleichsverfahren“ versprechen, Behördenmitarbeiter, die sich als „Aufsichtsbehörde“ ausgeben, oder sogar „Krypto-Forensiker“, die mit einer eigenen „Wallet-Wiederherstellungs-Software“ auftreten. Diese Personen behaupten, das Geld zurückholen zu können, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Die Wahrheit ist, dass sie die gleichen Täter sind, die die Opferdaten weiterverkaufen oder selbst ausnutzen. Ein seriöser Anwalt oder eine reale Behörde wird niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram nach solchen Zahlungen fragen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Zahlung verschärft die Situation und bringt Sie weiter in die Falle.
- Belege sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chat-Logs, Transaktionsbelege und Bildschirmfotos. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse: Informieren Sie sie sofort über die verdächtige Transaktion. Viele Banken bieten spezielle Hilfe für Opfer von Finanzbetrug an.
- Erstatten Sie Strafanzeige: Melden Sie den Vorfall bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei der nationalen Finanzaufsicht. Ihre Erfahrung zählt.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Nachfragen: Vermeiden Sie jegliche Kommunikation mit Personen, die behaupten, Ihr Geld zurückzuholen. Sie sind Teil des gleichen Netzwerks und wollen nur mehr Geld von Ihnen.
Schlusswort
FinanzBase AG ist ein klarer Betrugsversuch, der Sie mit falschen Versprechen, künstlichen Gewinnen und versteckten Gebühren ausbeuten will. Handeln Sie jetzt, bevor Sie weitere Verluste erleiden.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei finanzbase.ch gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.