Fluxwe (fluxwe.com): Ein genauer Blick auf die betrügerische Plattform

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·7 Min. Lesezeit·
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Sie haben sich von fluxwe.com anwerben lassen, um mit wenig Aufwand in den Krypto- und Trading-Markt einzusteigen: aber die Realität ist ein Betrug. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie die Masche funktioniert und wie Sie sich schützen können.

Screenshot der Webseite Fluxwe (fluxwe.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite fluxwe.com

Warum fluxwe.com unseriös ist

Die erste Spur, die mich bei fluxwe.com alarmiert hat, ist die völlige Abwesenheit von Identifikationsdaten. Auf der Website findet sich keine Handelsregisternummer, kein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde und kein Nachweis einer gültigen Lizenz. Für seriöse Broker ist die Angabe einer Lizenznummer und der Aufsichtsbehörde unverzichtbar; sie gibt den Anlegern die Gewissheit, dass die Plattform gesetzlich reguliert ist. Der Mangel an solchen Angaben ist ein starkes Indiz für eine illegale Operation.

Zweitens zeigt die Plattform keine Kontaktmöglichkeiten, die den Anforderungen einer regulierten Firma entsprechen. Es gibt weder eine verifizierte E-Mail-Adresse, noch eine Telefonnummer, die auf eine physische Geschäftsadresse zurückführt. Stattdessen wird ein generischer Kontaktbereich bereitgestellt, der keine realen Ansprechpartner bietet. Der fehlende Zugang zu einem verifizierten Kundenservice ist ein klassisches Merkmal von Betrugssites, die ihre Kunden nicht kontaktieren können, wenn diese Fragen haben oder Unterstützung benötigen.

Drittens ist die Marketingstruktur von fluxwe.com ein weiterer Alarm. Die Plattform verspricht unrealistische Renditen ohne jegliche Begründung oder transparente Geschäftsbedingungen. Sie präsentiert keine klaren Informationen zu den angebotenen Anlageprodukten, ihren Risiken oder den Mechanismen, die zu den angeblichen Gewinnen führen. Dieses Fehlen von Transparenz und die unklare Darstellung von Anlageprodukten sind typische Merkmale von Betrugsplattformen, die ihr Ziel darin sehen, Vertrauen durch Floskeln zu gewinnen, statt durch Fakten.

Schließlich ist die gesamte technische Infrastruktur von fluxwe.com fragwürdig. Die Domain wurde erst vor kurzer Zeit registriert, und es gibt keinerlei Hinweise auf einen registrierten Unternehmensnamen oder ein Sitzland. Die Plattform nutzt ausschließlich Kryptowährungen als Zahlungsmittel, was ein weiteres Risiko darstellt, da Krypto-Transaktionen nicht zurückverfolgbar sind und bei Betrug keine Möglichkeit besteht, das Geld zurückzufordern. Diese Kombination aus fehlender Identität, fehlender Kontaktinformation, unrealistischen Renditen und ausschließlich kryptografischen Zahlungsmethoden macht fluxwe.com zu einer höchst unseriösen Plattform.

Wie der Betrug bei fluxwe.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der Betrug beginnt oft mit einem scheinbar harmlosen Kontakt. Die Täter nutzen soziale Medien, gezielte Werbung und sogar scheinbare „Anlageberater“, um potenzielle Opfer anzusprechen. Oft finden Sie auf Instagram, Facebook oder TikTok ein Video, in dem ein vermeintlicher Experte von fluxwe.com die einfache Möglichkeit hervorhebt, in kurzer Zeit große Gewinne zu erzielen. Diese Videos sind sorgfältig inszeniert, um Glaubwürdigkeit zu erwecken: sie zeigen oft „Erfolgreiche Trader“ oder sogar angebliche „Promi-Testimonials“, die jedoch keinerlei Verifizierung besitzen.

Sobald ein Interesse geweckt ist, wird das Opfer aufgefordert, sich auf der Plattform anzumelden. Der Registrierungsprozess ist minimal und verlangt nur grundlegende persönliche Daten. Die Plattform betont die Sicherheit und versichert, dass alle Daten verschlüsselt sind. Gleichzeitig wird ein erstes, kleines Investment von etwa 250 € vorgeschlagen. Diese niedrige Summe soll die Hemmschwelle senken und dem Opfer das Gefühl geben, die Kontrolle zu haben. Die Täter setzen auf psychologische Prinzipien wie das „Foot-in-the-Door“-Phänomen, bei dem ein kleines Commitment die Wahrscheinlichkeit eines späteren größeren Engagements erhöht.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer sofort eine beeindruckende Performance präsentiert. Auf dem Dashboard von fluxwe.com erscheint ein Gewinn von 800 € innerhalb von zwei Wochen. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen: die Plattform verwendet keine echten Handelsplattformen oder Börsen, sondern generiert Daten in einer eigenen Web-App. Es gibt keine echten Orderbücher, keine Trades an einer regulierten Börse und keine nachvollziehbaren Transaktionsbelege.

Die gefälschten Gewinne dienen dazu, Vertrauen aufzubauen. Sobald das Opfer sieht, dass seine kleine Einzahlung in kurzer Zeit zu hohen Gewinnen führt, glaubt er, dass die Plattform zuverlässig ist. Die Plattform nutzt dabei die Technik der „Falschen Erfolgsgeschichte“, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Die gefälschten Gewinnzahlen sind dynamisch und werden bei jeder Anmeldung angepasst, um die Illusion von konstantem Erfolg zu erzeugen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Mit der aufgebauten Vertrauensbasis beginnt die Plattform, die Kunden zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen. Das kann durch persönliche Nachrichten eines „Account-Managers“ erfolgen, der über Telegram, WhatsApp oder E-Mail kommuniziert. Diese Manager präsentieren angeblich exklusive Angebote: höhere Hebel, VIP-Konto-Status, garantierte Renditen oder den Zugang zu speziellen IPOs. Oft werden auch „limitierte Angebote“ präsentiert, die nur für kurze Zeit verfügbar sind. Diese Taktiken erhöhen den Druck und erzeugen ein Gefühl der Dringlichkeit.

Die Betrüger nutzen das Prinzip des sozialen Drucks und der Verknappung. Sie zeigen fiktive Erfolgsgeschichten anderer Kunden und betonen, dass sie „nur noch wenige Plätze“ haben. Das Opfer fühlt sich unter Druck gesetzt, mehr Geld einzuzahlen, um von den vermeintlichen Vorteilen zu profitieren. In vielen Fällen werden Betrüger große Summen von 5.000 € bis 50.000 € oder sogar mehr verlangen. Die Täter haben die Erfahrung, dass ein höheres Engagement die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Opfer weitere Betrugsversuche nicht erkennt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer schließlich entscheidet, die angeblichen Gewinne auszuzahlen, tauchen plötzlich unerwartete Gebühren auf. Diese Gebühren sind so gestaltet, dass sie den Auszahlungsbetrag reduzieren und das Opfer weiter in die Falle ziehen. Typische Fake-Gebühren, die bei fluxwe.com auftauchen, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten versuchen die Betrüger, das Vertrauen der Opfer erneut zu gewinnen, indem sie sich als „Experten“ oder „Rechtsberater“ ausgeben. Sie senden Nachrichten, in denen sie versprechen, das Geld zurückzuholen, und fordern dafür eine Vorauszahlung. Sie stellen sich als „Krypto-Forensiker“, „Anwälte“ oder „Polizeibeamte“ dar und verlangen Gebühren für „Reparatursoftware“, „Server-Zugriffe“ oder „Übersetzungen“. Diese Forderungen sind ein weiteres Zeichen, dass die Täter dieselbe Person oder das gleiche Netzwerk hinter der Betrugsmasche steuern.

Die Opfer, die bereits Verluste erlitten haben, sind oft emotional belastet und suchen verzweifelt nach Lösungen. Die Täter nutzen diese Verzweiflung aus, um weitere Zahlungen zu erhalten. In vielen Fällen stellen sich die Betrüger als „Partner“ vor, die das Geld in kurzer Zeit zurückerstatten werden: ein Versprechen, das nie eingelöst wird. Das Ziel ist es, das Geld erneut einzusammeln und die Opfer dann endgültig zu verlassen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede Zahlung an fluxwe.com oder an angebliche „Recovery-Dienstleister“ erhöht die Gefahr, dass Sie noch mehr Geld verlieren. Halten Sie Ihr Konto in der Bank oder Wallet unverändert.

  2. Beweise sichern: Machen Sie Screenshots aller Transaktionen, E-Mails, Nachrichten und der Plattform selbst. Diese Beweise sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder die Bank um Hilfe bitten.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie die Institution, bei der Sie das Geld hinterlegt haben. Bitten Sie sie, das Konto zu sperren und mögliche Rückbuchungen zu prüfen. Erklären Sie, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind.

  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder an die Staatsanwaltschaft. Beschreiben Sie den Betrugsfall und legen Sie die gesicherten Beweise vor. Auch wenn die Rückerstattung nicht garantiert ist, ist die Anzeige ein wichtiger Schritt, um weitere Opfer zu verhindern.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Nachrichten: Jeder Versuch, Ihnen erneut Geld zu fordern, ist ein klarer Betrugsversuch. Löschen Sie diese Kontakte sofort und blockieren Sie die Nummern oder Konten. Vermeiden Sie jegliche Kommunikation mit den Betrügern, um nicht erneut manipuliert zu werden.

  6. Informieren Sie sich über rechtliche Möglichkeiten: Es gibt spezialisierte Anwaltskanzleien, die sich mit Finanzbetrug auskennen. Sie können Ihnen bei der Einleitung von Zwangsvollstreckungen oder bei der Verfolgung von Straftaten helfen. Suchen Sie nach Anwälten, die Erfahrung im Bereich Online-Betrug haben.

  7. Teilen Sie Ihre Erfahrung: Veröffentlichen Sie eine neutrale Bewertung oder einen Bericht auf Plattformen wie Trustpilot, Reddit oder spezialisierten Foren. Ihre Warnung kann andere vor denselben Gefahren schützen und die Plattform unter Druck setzen, sich zu melden.

  8. Nutzen Sie Ressourcen: Es gibt Online-Ressourcen und Datenbanken, die aktuelle Warnungen zu betrügerischen Broker-Plattformen veröffentlichen. Halten Sie sich auf dem Laufenden, um nicht erneut in die Falle zu tappen.

  9. Schützen Sie Ihre Kontoinformationen: Überprüfen Sie Ihre Konten regelmäßig auf unautorisierte Transaktionen. Nutzen Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn möglich, und ändern Sie Passwörter, die Sie bei fluxwe.com verwendet haben.

  10. Suchen Sie Unterstützung: Betrugsfälle können emotional belastend sein. Erwägen Sie, sich an Beratungsstellen oder Selbsthilfegruppen zu wenden, die Ihnen helfen, die psychische Belastung zu verarbeiten.

Fazit

Fluxwe.com ist eine Plattform, die durch fehlende Transparenz, unrealistische Renditen und gezielte Manipulation überzeugt, doch die Realität ist ein klassischer Betrug. Nutzen Sie die Erkenntnisse, die Sie hier gewonnen haben, um sich zu schützen, und handeln Sie schnell, wenn Sie glauben, bereits Opfer geworden zu sein. Ihre finanzielle Sicherheit und Ihr Wohlbefinden sind es wert, proaktiv dagegen vorzugehen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei fluxwe.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei fluxwe.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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