Warnung vor igaus (igaus.org): Erfahrungsbericht zur Auszahlung
igaus.org ist ein betrügerisches Online-Broker-Portal. Das Unternehmen bietet keine regulierte Handelsplattform und führt keine echten Finanzgeschäfte durch.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum igaus.org unseriös ist
igaus.org präsentiert sich als modernes Handelsportal. In der Analyse der öffentlichen Daten ergeben sich sofort mehrere Inkonsistenzen. Erstens fehlt jeglicher Hinweis auf eine Handelsregisternummer oder eine Lizenzbehörde. Ohne diese Angaben kann kein seriöses Unternehmen von einer Aufsichtsbehörde überprüft werden. Zweitens werden auf der Website keine Zahlungswege wie Banküberweisungen, Kreditkarten oder gängige Kryptowährungen aufgeführt. Stattdessen wird die Seite mit leeren Feldern angezeigt, was auf eine fehlende Infrastruktur hindeutet. Drittens gibt es keine Kundenbewertungen, keine Erfolgsgeschichten und keine klaren Angaben zu den angebotenen Dienstleistungen. Diese Leere im Informationsangebot ist ein klassisches Merkmal von Betrug. Schließlich ist die Domain igaus.org relativ neu und zeigt keine Historie von positiven Nutzerfeedbacks oder regulatorischen Prüfungen. All diese Punkte zusammengenommen deuten eindeutig auf eine unseriöse Plattform hin.
Wie der Betrug bei igaus.org abläuft
1. Erster Kontakt und Lockangebot
Die meisten Opfer werden zunächst über soziale Medien erreicht. In TikTok- und Instagram-Ads werden angebliche „Trading-Gurus“ gezeigt, die schnelle Gewinne versprechen. Oft werden die Ads mit kurzen Videos von Personen, die scheinbar viel Geld verdienen, versehen. Die Anzeige fordert die Zuschauer auf, sich auf der Website igaus.org anzumelden, um ein „Einführungspaket“ zu erhalten. Dieses Paket kostet nur wenige Euro, in der Regel 10 bis 20 EUR, und verspricht Zugang zu exklusiven Lernmaterialien. Die geringe Einstiegsgebühr dient dazu, das Vertrauen zu gewinnen und den ersten finanziellen Aufwand zu senken.
2. Vorgetäuschte Gewinne
Nach der Registrierung zeigt die Plattform dem neuen Nutzer ein Dashboard. Dort werden fiktive Gewinne angezeigt, die in wenigen Tagen aus einer kleinen Einzahlung von 100 EUR auf 600 EUR steigen. Diese Zahlen entstehen in einer Datenbank, die von der Betreiber-Software generiert wird. Es gibt keine echten Aufträge an einer Börse, keine Verbindung zu einem echten Brokerkonto. Die Gewinne sind lediglich visuelle Effekte, die das Vertrauen in die Plattform festigen. Der Nutzer sieht, dass sein Konto „wachst“, und ist deshalb motiviert, mehr Geld einzuzahlen.
3. Drängen zu weiteren Einzahlungen
Um die Gewinne weiter zu steigern, wird dem Nutzer ein „VIP-Konto“ angeboten. Dieses Versprechen beinhaltet angeblich höhere Hebel, Garantien und Zugang zu exklusiven IPOs. Der Account Manager, der in der Regel per Chat auf Telegram oder WhatsApp kommuniziert, setzt Zeitlimits. Er schreibt: „Nur heute noch verfügbar: sonst verlieren Sie die Chance.“ Durch diese künstliche Dringlichkeit wird das Opfer zu weiteren Einzahlungen von 5.000 bis 50.000 EUR oder mehr verleitet. Das Ziel ist, den Kontostand zu erhöhen, bevor die Plattform plötzlich ausfällt.
4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Nutzer nun seine Gewinne auszahlen lassen möchte, kommt die erste große Hürde: die Plattform verlangt sofort mehrere Gebühren. Diese Gebühren sind typischerweise:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine dieser „Gebühren“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
5. Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust kontaktieren häufig Dritte den Betroffenen. Diese „Rechtsanwälte“ oder „Krypto-Forensiker“ behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Beratungsgebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel sind die Kontaktpersonen jedoch selbst Teil des Betrugsnetzwerks. Sie nutzen die Verwirrung, um weitere Zahlungen zu erhalten. Ein seriöser Anwalt oder eine echte Behörde würde NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram anrufen und sofort mit Forderungen beginnen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie sich auf
igaus.orgregistriert haben, stoppen Sie alle Transaktionen. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, mehr Geld zu verlieren. - Behalten Sie alle Kommunikationsnachrichten. Speichern Sie E-Mails, Chats, Screenshots und Transaktionsbelege. Diese Beweise sind entscheidend, falls Sie später eine Strafanzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten wollen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse. Informieren Sie die Institution, dass Sie Geld an eine unbekannte Plattform überwiesen haben. Bitten Sie um Rückbuchung oder um Unterstützung bei der Sperrung der betreffenden Konten.
- Reichen Sie eine Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Der Fall wird dann von der Finanzermittlungs-Spezialeinheit bearbeitet, die Erfahrung mit solchen Betrugsfällen hat.
- Ignorieren Sie alle weiteren Kontaktversuche von „Rechtsanwälten“ oder „Forensikern“. Sie sind höchstwahrscheinlich Teil des Betrugsnetzwerks und versuchen, Sie erneut zu täuschen.
Wenn Sie weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an die Polizei oder an eine vertrauenswürdige Finanzberatung. Vermeiden Sie Plattformen, die keine Lizenz oder keine klare Unternehmensadresse angeben.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei igaus.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.