Influx-gain.com (influx-gain.com): Ist die Plattform seriös oder ein Betrugsversuch?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Influx-gain.com hat sich als Krypto-Investment-Plattform positioniert, doch sämtliche Hinweise deuten eindeutig auf betrügerische Absichten hin. Die Plattform liefert keine verlässlichen Regulierungsnachweise, garantiert unrealistische Renditen und nutzt ausschließlich Bitcoin als Zahlungsmittel.

Screenshot der Webseite Influx Gain (influx-gain.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite influx-gain.com

Warum Influx-gain.com unseriös ist

Influx-gain.com weist mehrere klare Inkonsistenzen auf, die auf ein betrügerisches Geschäftsmodell hindeuten. Erstens gibt es keinerlei Hinweise auf eine gültige Lizenz oder Aufsichtsbehörde; die Website nennt weder eine Regulierungsnummer noch verweist sie auf eine bekannte Finanzaufsichtsbehörde. Zweitens wird ein unrealistisch hoher Renditebereich von 20 % bis 75 % ohne jegliche Transparenz über die zugrunde liegenden Handelsstrategien versprochen. Drittens akzeptiert die Plattform ausschließlich Bitcoin als Zahlungsmittel, was ein Merkmal vieler Scam-Plattformen ist, da Bitcoin anonyme Transaktionen ermöglicht und leicht für Geldwäsche verwendet werden kann. Viertens fehlt jeglicher Nachweis für echte Handelsaktivitäten: keine Handelspläne, keine Orderbücher, keine Transparenz über die angebliche „Smart-Contract“-Logik. Schließlich wird die Unternehmensadresse in offiziellen Registern nicht gefunden, was die Glaubwürdigkeit weiter untergräbt.

Die behauptete Geschäftsadresse von Influx-gain.com

Die angegebene Adresse lautet: Hawthorne House, 17a Hawthorne Drive, Leicester, England, LE5 6DL. In offiziellen Handelsregistern und Unternehmensdatenbanken ist Influx-gain.com unter dieser Adresse nicht verzeichnet, was darauf hindeutet, dass die Firma nicht dort tatsächlich tätig ist.

Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich ein Straßenpunkt ohne adressiertes Gebäude ("Hawthorne Drive") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Bei genauerer Prüfung treten zwei Inkonsistenzen zutage. Der Server steht in Deutschland, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Der Hosting-Anbieter ist in Indien registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Diese Muster kennen Ermittler aus zahllosen Anlagebetrugs-Fällen: Eine vermeintlich seriöse Adresse dient als Fassade, die eigentliche Infrastruktur sitzt in jurisdiktionsschwachen Regionen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
Deutschland
Hosting-Land
Indien

Wie der Betrug bei Influx-gain.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Die meisten Opfer werden zunächst über gezielte Social-Media-Kampagnen angesprochen. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok tauchen Werbeanzeigen auf, die von vermeintlichen „Anlageberatern“ stammen und ein lockendes Anfangsinvestment von 50 € als Minimum vorschlagen. Die Werbevideos nutzen häufig emotionale Schlagwörter wie „schnelle Gewinne“ und zeigen fiktive Erfolgsgeschichten. Oft wird ein kurzer Live-Chat mit einem angeblichen „Account-Manager“ eingerichtet, der das Opfer persönlich anspricht, Fragen beantwortet und einen sofortigen Einstieg erleichtert. Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten, damit die Hemmschwelle für das Opfer möglichst gering bleibt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert Influx-gain.com dem Nutzer eine Dashboard-Übersicht, die scheinbar hohe Gewinne anzeigt: z. B. „Aus 50 € werden in 48 h 200 €“. Diese Zahlen entstehen lediglich durch ein internes Simulationstool, das zufällige Werte generiert. Es gibt keine echten Orderausführungen an einer regulären Börse, sondern lediglich ein Front-End, das dem Benutzer vorgaukelt, dass sein Kapital gewinnbringend investiert wurde. Das Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und den Nutzer davon zu überzeugen, dass die Plattform ein legitimes Anlageinstrument ist.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der „Account-Manager“ baut nach Wochen oder Monaten eine persönliche Beziehung auf, indem er dem Nutzer regelmäßig „exklusive“ Marktanalysen zuschickt. Dabei wird häufig ein Hebel von 1:500 beworben, begleitet von Versprechen wie „Garantierte Profite“ oder „VIP-Zugang zu neuen Token“. Der Nutzer wird dazu verleitet, höhere Beträge einzuzahlen: häufig im Bereich von 5.000 € bis 50.000 €, wobei einige Fälle sogar über 500.000 € betragen. Der Anreiz entsteht durch künstliche Verknappung („nur heute“) und Social-Proof-Effekte, die aus gefälschten Erfolgsgeschichten bestehen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Nutzer nun seine Gewinne oder sein investiertes Kapital zurückziehen möchte, wird ihm plötzlich eine Vielzahl von Gebühren auferlegt. Typische Fake-Gebühren, die in diesem Stadium verlangt werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig externe „Wiederherstellungsdienste“ auf, die angeblich das verlorene Geld zurückholen können. Dazu gehören gefälschte Anwälte, „Krypto-Forensiker“ mit eigenem Wallet-Wiederherstellungs-Tool oder angebliche Polizeibehörden aus dem Ausland. Sie behaupten, die Plattform könne die Gelder „rekonstruieren“ und verlangen im Gegenzug Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungskosten“ oder „Serverzugriff“. Hinter diesen Versprechen steckt meist dieselbe Tätergruppe, die die ursprüngliche Plattform betrieben hat. Ein echter Anwalt oder eine reale Behörde würde sich niemals unaufgefordert per WhatsApp an den Betroffenen wenden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
    Sobald Sie bemerken, dass Sie auf Influx-gain.com Geld verlieren, stoppen Sie jegliche weitere Einzahlung. Jede weitere Transaktion erhöht Ihr Risiko, das bereits investierte Kapital zu verlieren.

  2. Beweise sichern
    Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Verläufe, Kontoauszüge und Zahlungsnachweise. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie den Vorfall später den Behörden melden oder juristische Schritte einleiten wollen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder den Zahlungsanbieter
    Informieren Sie Ihre Bank oder den Betreiber Ihrer Bitcoin-Wallet über die verdächtigen Transaktionen. Bitten Sie um Rücksprache mit der Abteilung für betrügerische Aktivitäten oder Geldwäscheprävention.

  4. Erstatten Sie Strafanzeige
    Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Influx-gain.com ein. Geben Sie alle gesammelten Beweismittel an, damit die Ermittlungen nicht unnötig verzögert werden.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche
    Seien Sie vorsichtig bei Personen, die Ihnen angeblich helfen wollen, Ihr Geld zurückzuholen. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals per WhatsApp, Telegram oder E-Mail unaufgefordert an Sie. Legen Sie alle Kontakte sofort ab und wenden Sie sich an die Polizei.

Fazit

Influx-gain.com ist keine regulierte Krypto-Plattform. Die fehlenden Lizenznachweise, die unrealistischen Renditen und die alleinige Annahme von Bitcoin als Zahlungsmittel sind klare Anzeichen für einen Betrug. Wenn Sie bereits in diese Plattform investiert haben, sollten Sie sofort handeln, um weiteren Schaden zu vermeiden. Kontaktieren Sie Ihre Bank, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Vorfall den Behörden. Nur so können Sie Ihre Rechte schützen und möglicherweise weitere Opfer vor dieser Masche bewahren.

Das Netzwerk hinter Influx-gain.com

Influx-gain.com ist Teil eines Netzwerks von 24 weiteren Plattformen, die ähnliche Dienstleistungen anbieten und häufig unter demselben Unternehmensnamen oder mit verwandten Domainnamen operieren. Dieses Vorgehen ist typisch für Betrugsnetzwerke, die ihre Identität durch Re-Branding verschleiern.

und 18 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei influx-gain.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei influx-gain.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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