International Bank Of Commerce (intlbofcomm.com): seriös oder Betrug?
Sie haben möglicherweise schon von der International Bank Of Commerce gehört. Doch die Plattform hinter intlbofcomm.com ist betrügerisch. Wir zeigen Ihnen, warum und wie Sie sich schützen können.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum intlbofcomm.com unseriös ist
Die Daten zu International Bank Of Commerce weisen mehrere klare Anzeichen von Betrug auf. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder Aufsichtsbehörde. In Deutschland und vielen anderen Ländern verlangen seriöse Broker eine Registrierung bei einer Finanzaufsichtsbehörde und führen diese Nummer öffentlich auf ihrer Website aus. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starkes Warnsignal.
Zweitens ist die Kontaktadresse von intlbofcomm.com zwar vorhanden, jedoch wird dort keine Telefonnummer angegeben. Ein seriöser Broker stellt immer mindestens ein Telefon für Rückfragen bereit: besonders in den ersten Phasen der Kundenbeziehung. Die reine Email-Kommunikation allein ist ein weiterer Hinweis auf die fehlende Transparenz.
Drittens bietet die Plattform keine klaren Angaben zu ihren Lizenzbedingungen oder zur rechtlichen Rechtsgrundlage ihres Geschäftsmodells. Die Angabe „other“ als Geschäftstyp und das Fehlen jeglicher Zertifikate oder Auszeichnungen lassen vermuten, dass das Unternehmen keine reguläre Zulassung besitzt.
Viertens zeigen die Marketingdaten keine Mindest- oder Maximalbeträge für Einzahlungen und keine klaren Renditeversprechen. Dies ist ungewöhnlich für einen echten Broker, der klare Bedingungen für Ein- und Auszahlungen kommunizieren muss.
Fünftens existiert keine öffentliche Liste von Kundenbewertungen oder Trustpilot-Bewertungen, obwohl das Unternehmen mehrere „Testimonials“ von angeblichen Kunden wie TOM HARIS, HARRY JACKSON und anderen auf seiner Website präsentiert. Solche Namen werden häufig generiert, um Glaubwürdigkeit zu simulieren.
Zusammengefasst deuten fehlende Registernummer, fehlende Lizenzangaben, fehlende telefonische Kontaktmöglichkeit, fehlende klare Einzahlungsbedingungen und gefälschte Testimonials auf eine betrügerische Intention hin.
Wo International Bank Of Commerce angeblich sitzt
Die angegebene Adresse lautet 3911 Kirby Dr 914 Fort Worth, TX 76155, United States. In öffentlichen Handelsregistern findet sich jedoch keine Eintragung dieses Unternehmens an dieser Adresse, was Zweifel an der Existenz des Geschäftsortes aufkommen lässt.
Die hinterlegten Geokoordinaten zeigen in den USA auf ein Straßenpunkt ohne adressiertes Gebäude ("Kirby Drive"), was die Behauptung eines seriösen Geschäftssitzes substanziell entkräftet.
Wie der Betrug bei intlbofcomm.com abläuft
Schritt 1: Der erste Kontakt & Lockangebot
In der Regel erreichen potenzielle Kunden die Plattform über gezielte Social-Media-Werbung, gefälschte Influencer-Posts oder über E-Mails von vermeintlichen „Anlageberatern“. Oft wird ein kleines Lockangebot präsentiert, etwa ein kostenloses Demo-Konto oder ein Bonus von wenigen hundert Euro, um die Hemmschwelle zu senken. Durch die vermeintliche „Kreditkartensicherheit“ und das Versprechen von schnellen Erträgen wird die Angst vor verpassten Gelegenheiten genährt.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach dem ersten Einzahlungsschritt wird auf der Plattform ein Dashboard angezeigt, das scheinbar hohe Gewinne aus wenigen Tagen oder Wochen anzeigt. Diese Zahlen sind jedoch simulierte Daten, die von der internen Software erzeugt werden, ohne dass echte Trades stattfinden. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem Broker, der echte Aufträge ausführt. Das Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und die Illusion von Erfolg zu vermitteln.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Wenn der Anleger erste „Gewinne“ sieht, wird er oft von einem persönlichen „Account-Manager“ kontaktiert, der ihm exklusive Angebote wie hohe Hebel (1:500), garantierte Renditen oder Zugang zu „IPO-Zugängen“ verspricht. Diese Versprechen sind jedoch fiktiv. Der Manager nutzt psychologische Techniken wie Zeitdruck („nur heute“), künstliche Verknappung („nur noch wenige Plätze“) und Social-Proof-Elemente (fiktive Erfolgsgeschichten anderer Investoren). In der Folge zahlt der Anleger häufig zwischen 5.000 und 50.000 Euro, um von angeblichen „VIP-Konditionen“ zu profitieren.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Anleger nun sein Geld abheben will, tauchen plötzlich Gebühren auf.
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits verlorenen Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind ein weiterer Trick, um noch mehr Geld zu ergaunern. In der Regel handeln die Täter dieselben Personen, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie nutzen die Angst der Opfer und ihre Bereitschaft, erneut zu zahlen, um weiterhin Geld zu generieren.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie bemerken, dass Ihre Auszahlungen blockiert sind oder Gebühren verlangt werden, stoppen Sie sofort alle weiteren Transaktionen.
- Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Nachrichten, Screenshots und Kontoauszüge. Diese dienen später als Grundlage für Ermittlungen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Kryptobörse: Informieren Sie die Institution, über die Sie Geld transferiert haben, und fordern Sie eine Rückbuchung oder Sperrung der Transaktion.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle eine Anzeige ein. Nutzen Sie Ihre Unterlagen, um die Ermittlungen zu unterstützen.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Anrufe: Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie nicht per WhatsApp oder Telegram kontaktieren. Seien Sie wachsam und melden Sie verdächtige Kontakte sofort.
Wenn Sie weitere Fragen haben oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich an einen erfahrenen Fachanwalt oder an die örtliche Polizeidienststelle.
Das Netzwerk hinter intlbofcomm.com
intlbofcomm.com ist technisch mit 79 weiteren Plattformen verknüpft, die häufig ähnliche Ansprachen und Marketingstrategien nutzen.

1stfinancialbk
1stfinancialbk.com

247globalallaince
247globalallaince.com

Allisterbk
allisterbk.com

Americanbeaconcu
americanbeaconcu.com

Atticasecure
atticasecure.com

Bancobilbaova
bancobilbaova.com
und 73 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei intlbofcomm.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.