luxivent (luxivent.com) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Die Plattform luxivent (luxivent.com) ist ein betrügerisches Brokerage, das Anleger systematisch betrügt. Wir zeigen Ihnen, wie der Betrug abläuft und wie Sie sich schützen können.

Screenshot der Webseite Luxivent (luxivent.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite luxivent.com

Warum luxivent.com unseriös ist

luxivent.com präsentiert sich als professionelle Handelsplattform, doch bei genauerer Betrachtung tauchen mehrere auffällige Inkonsistenzen auf. Zunächst fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder eines Lizenzierungsnachweises. Auf der Website finden sich keine Hinweise auf eine Aufsichtsbehörde, die die Tätigkeit von luxivent.com genehmigt hat. Zudem gibt es keinerlei Kontaktinformationen: weder E-Mail noch Telefon: und die Plattform bietet keine nachvollziehbare Möglichkeit, einen Kundenservice zu kontaktieren. Diese fehlenden Kontaktdaten sind ein klassisches Zeichen dafür, dass ein Betreiber versucht, die Spur zu verwischen.

Ein weiteres Warnsignal ist die völlige Abwesenheit von Kundenbewertungen oder Referenzen. Seriöse Broker stellen häufig unabhängige Testberichte bereit, um Vertrauen aufzubauen. Luxivent hingegen zeigt keinerlei Kundenfeedback oder Erfolgsberichte, die verifiziert werden könnten. Ohne externe Bestätigung bleiben alle angeblichen Erfolge reine Fantasie. Auch die fehlenden Angaben zu den angebotenen Handelsinstrumenten und zur Anlegerschutzregelung deuten darauf hin, dass die Plattform nicht den regulatorischen Standards entspricht, die für echte Broker gelten. All diese Faktoren zusammen lassen stark vermuten, dass luxivent.com keine legitime Handelsplattform ist, sondern ein betrügerisches System.

Wie der Betrug bei luxivent.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt & Lockangebot

Potenzielle Opfer werden häufig durch gezielte Social-Media-Ads angesprochen, die von vermeintlichen „Anlageberatern“ stammen. Auf TikTok, Instagram und Facebook erscheinen kurze Videos mit gefälschten Testimonials, in denen angeblich erfolgreiche Trader ihre Gewinne präsentieren. Oft werden auch Telegram-Gruppen genutzt, in denen „Trading-Gurus“ Mitglieder dazu einladen, bei luxivent.com zu investieren. Der erste Eindruck ist dabei sehr niedrigschwellig: Die Plattform verspricht, dass selbst mit einem Startkapital von nur 250 € in kurzer Zeit signifikante Gewinne erzielt werden können. Diese niedrige Einstiegshürde ist bewusst gewählt, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen und sie zu einer ersten Einzahlung zu bewegen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Website sofort „Gewinne“ an, die angeblich durch echte Marktbewegungen entstanden sind. Die Zahlen werden in der Benutzeroberfläche stark aufgewertet: zum Beispiel 250 € werden innerhalb von zwei Wochen in 800 € umgewandelt. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um simulierte Daten, die in einer internen Datenbank gespeichert sind. Es gibt keine echten Handelsaufträge, die an eine Börse ausgeführt werden, und keine Transparenz über die zugrunde liegende Liquidität. Dieses Vorgehen dient ausschließlich dem Aufbau von Vertrauen und der Schaffung des Eindrucks, dass die Plattform zuverlässig Gewinne generiert.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald das erste „Gewinn“ sichtbar geworden ist, beginnt die Plattform, den Anleger zu ermutigen, weiter zu investieren. Über Wochen oder Monate hinweg wird ein persönlicher „Account-Manager“ zugeteilt, der dem Nutzer regelmäßige Nachrichten sendet. Dort werden exklusive Angebote wie „VIP-Konto mit Hebel bis 1:500“ oder „garantierte Profite bei jeder Transaktion“ beworben. Die Marketing-Botschaften nutzen häufig Zeitlimits („Nur heute“) und gefälschte Erfolgsstories von angeblichen Mitinvestoren, um Druck aufzubauen. In der Praxis zahlt der Anleger oft zwischen 5.000 € und 50.000 €, wobei in seltenen Fällen Beträge von mehreren Hunderttausend Euro nicht ausgeschlossen sind.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun versucht, seine Gewinne auszuzahlen, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren eingefordert. Dazu gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Forderungen sind die letzte Melkphase des Scams: Sobald die Gebühren bezahlt sind, wird die Auszahlung blockiert und die angeblichen Gewinne verschwinden.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust melden sich oft Dritte: angebliche Anwälte, „Krypto-Forensiker“ oder sogar angebliche Polizeibeamte: an. Sie versprechen, das verlorene Geld zurückzuholen, verlangen jedoch im Vorfeld Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Serverzugriffe“. Hinter diesen Forderungen steckt in der Regel dieselbe Gruppe von Tätern, die die ursprünglichen Daten der Opfer erfasst hat. In der Praxis kommt es häufig dazu, dass die Opfer zusätzliche Beträge zahlen, die letztlich nur an die Täter gelangen. Seriöse Anwälte oder Behörden werden niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram kontaktiert, um ein Vermögen zurückzuholen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verschafft den Betrügern mehr Zeit, weitere Gebühren einzufordern und die Chance zu erhöhen, Ihre Daten zu missbrauchen.
  2. Sammeln Sie Beweise: Screenshots der Registrierung, Transaktionsnachweise, E-Mails, Chat-Verläufe und alle relevanten Dokumente. Diese Beweise sind entscheidend, falls Sie später eine Anzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten wollen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Kryptobörse: Informieren Sie Ihren Zahlungsdienstleister darüber, dass die Überweisungen von einer betrügerischen Plattform stammen. Bitten Sie um Sperrung aller offenen Transaktionen und um Unterstützung bei der Rückforderung des Geldes.
  4. Reichen Sie Strafanzeige ein: Suchen Sie die nächste Polizeidienststelle oder nutzen Sie das Online-Portal Ihrer örtlichen Polizeibehörde. Geben Sie alle gesammelten Beweise an und schildern Sie den Ablauf des Betrugs so detailliert wie möglich.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scammer: Seien Sie äußerst vorsichtig bei jedem, der sich als Anwalt oder Ermittler ausgibt. Seriöse Fachleute kontaktieren Sie nicht per WhatsApp oder Telegram und verlangen keine Vorauszahlungen. Melden Sie solche Kontaktversuche sofort der Polizei.

Fazit

luxivent.com ist kein seriöses Brokerage, sondern ein ausgeklügelter Betrugsmechanismus, der auf psychologischen Manipulationen und fehlenden regulatorischen Kontrollen beruht. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind oder sich noch in der Anfangsphase des Scams befinden, handeln Sie jetzt: Sammeln Sie Beweise, informieren Sie Ihre Bank und erstatten Sie Strafanzeige. Nur so können Sie Ihre Chancen erhöhen, zumindest einen Teil des verloren gegangenen Geldes zurückzuerlangen und weitere Opfer zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei luxivent.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei luxivent.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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