Warnung vor Marin Investments (marininvestments.com): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
Teilen:

Sie haben ein Angebot von Marin Investments gesehen. Die Plattform verspricht hohe Gewinne: aber die Fakten zeigen, dass es sich um einen Betrug handelt.

Screenshot der Webseite Marininvestments (marininvestments.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite marininvestments.com

Für Betroffene

Sie haben Geld in ein vermeintliches Brokerage gesteckt. Sie sehen eine Website, die Ihnen schnelle Gewinne verspricht. Sie haben bereits einen ersten Betrag überwiesen. Sie fragen sich: Was passiert jetzt? Dieses Kapitel erklärt, warum Sie jetzt handeln müssen.

Warum marininvestments.com unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als regulierter Broker. Sie nennt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) als Aufsichtsbehörde. Doch es gibt keine Lizenznummer. Auf der Website fehlt jede Angabe zur Registrierung bei Bafin. Die Angabe einer Lizenznummer ist gesetzlich vorgeschrieben. Das Fehlen dieser Information ist ein sofortiges Warnsignal.
Die Adresse lautet Alfred-Herrhausen-Allee 3-5, Eschborn. In der deutschen Handelsregisterdatenbank taucht Marin Investments nicht auf. Es gibt keine Eintragung einer Firma unter diesem Namen.
Die Website bietet keine klare Erklärung, wann und wie Ein- und Auszahlungen verarbeitet werden. Es gibt keine Angaben zu Transaktionszeiten oder zu einem Ansprechpartner.
Das Angebot eines 100 % Deposit Bonus ist unrealistisch. Ein Bonus in diesem Umfang bedeutet, dass der Broker mehr Geld einnimmt, als er ausgeben kann. Solche Boni sind bei seriösen Brokern nicht üblich.
Die Plattform listet mehrere Sprachen auf, doch die Inhalte sind unvollständig. Mehrere Übersetzungen wirken stichwortartig und geben keine tieferen Informationen.
Die fehlenden Angaben zu Garantien, Erfolgsquoten und Erfahrungswerten deuten darauf hin, dass die Seite keine verlässlichen Daten präsentiert. In der Finanzwelt sind solche Angaben unerlässlich, um Transparenz zu gewährleisten.

Angegebene Adresse von Marin Investments

Alfred-Herrhausen-Allee 3-5, 65760 Eschborn, Taunus Deutschland. Auf der Handelsregisterseite findet sich keine Firma unter dieser Adresse. Es gibt keine Aufzeichnungen, die Marin Investments hier betreiben. Die Adresse könnte lediglich zur Tarnung dienen.

An der angegebenen Adresse in Deutschland befindet sich eine medizinische Einrichtung ("Gemeinschaftspraxis Kardiologie Angiologie"). Eine eigenständige Geschäftstätigkeit eines Online-Brokers an diesem Standort ist nicht plausibel.

Auffällig sind zwei klare Diskrepanzen. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Deutschland. Die Telefon-Vorwahl gehört zu Vereinigtes Königreich, die Adresse aber zu Deutschland. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Deutschland
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Vereinigtes Königreich

Wie der Betrug bei marininvestments.com abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Der erste Kontakt erfolgt meist per E-Mail oder Telefon. Die Anrufer nennen sich „Anlageberater“. Sie sprechen von „exklusiven“ Handelsmöglichkeiten. Oft wird ein niedriges Einstiegskapital vorgeschlagen, z. B. 250 €. Der Zweck ist, das Vertrauen zu gewinnen und die Hemmschwelle zu senken.
Auf der Website wird ein „Welcome Bonus“ von 100 % genannt. Dies bedeutet, dass Sie doppelt so viel Geld auf Ihrem Konto haben. In der Praxis wird der Bonus jedoch nicht ausgezahlt, sondern als Verlockung genutzt.
Die Plattform nutzt Social-Media-Ads. In den Anzeigen sind keine realen Kundenerfolge zu sehen. Die Bilder sind generisch und nicht verifizierbar.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der Einzahlung zeigt die Handelsplattform sofort hohe Gewinne. Ein Beispiel: Aus 250 € werden in wenigen Tagen 800 € angezeigt. Die Zahlen stammen aus der internen Datenbank der Website. Es gibt keine echten Handelsaufträge.
Die Plattform nutzt eine simulierte Trading-Software, die zufällige Gewinne erzeugt. Dies erzeugt die Illusion eines erfolgreichen Kontos. Die Anzeige erfolgt in Echtzeit, sodass der Nutzer den Eindruck hat, er würde sofort profitieren.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald erste Gewinne sichtbar sind, wird der Nutzer aufgefordert, mehr Kapital zu investieren. Der „Berater“ argumentiert, dass ein höheres Kapital zu höheren Gewinnen führt. Oft wird ein „VIP-Status“ versprochen, der angeblich höhere Hebel bietet.
Die Plattform setzt auf psychologische Tricks. Sie verwendet Begriffe wie „nur noch heute“, „limitierte Zeit“, „exklusiver Zugang“. Diese Taktiken erzeugen einen falschen Zeitdruck.
Das Ziel ist, dass der Nutzer mehr Geld in die Plattform steckt, um die Gewinne zu steigern. In Wirklichkeit wird das Geld für weitere falsche Trades verwendet, die die Plattform kontrolliert.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der Nutzer versucht, die Gewinne auszuzahlen. Plötzlich tauchen Gebühren auf.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Der Betrüger verlangt die Gebühren von Ihrem Kontostand ab. Sobald Sie diese bezahlen, wird die Auszahlung blockiert. Die angeblichen Gebühren verbergen das eigentliche Ziel: Das Geld zu behalten.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust kontaktieren Sie möglicherweise einen „Rechtsanwalt“ oder eine „Finanzforensik-Firma“. Diese bieten an, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzung“ oder „Server-Zugriff“.
In Wahrheit handelt es sich um dieselben Täter, die das Geld weiterverkaufen. Diese „Recovery-Scam“-Aktion ist ein weiteres Mittel, um das Vertrauen der Opfer zu gewinnen. Ein echter Anwalt würde niemals unaufgefordert anrufen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht Ihren Verlust.
  2. Belege sichern: Speichern Sie alle E-Mails, SMS, Kontoauszüge und Bildschirmfotos. Diese Dokumente sind wichtig für Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank: Informieren Sie die Bank sofort über verdächtige Transaktionen. Bitten Sie um Sperrung des Kontos und Rückbuchung.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle eine Anzeige ein. Ihre Ermittler können den Fall aufnehmen.
  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scam“-Anrufe: Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NICHT per WhatsApp oder Telegram. Jede weitere Kontaktaufnahme ist ein Zeichen des Betrugs.

Schluss

Sie haben jetzt alle Fakten und die Schritte, die Sie unternehmen müssen. Handeln Sie rasch, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Betrug. Ihre Sicherheit liegt in Ihren Händen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei marininvestments.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei marininvestments.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Ein paar Angaben genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Marininvestments Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen