mw67 (mw67.com) im Faktencheck: Ist es ein Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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mw67.com ist kein seriöser Broker. Die Plattform nutzt gezielt psychologischen Druck und versteckte Gebühren, um Anleger zu übervorteilen. Stoppen Sie jetzt jegliche Interaktion, bevor Sie Ihr Geld verlieren.

Screenshot der Webseite Mw67 (mw67.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite mw67.com

Warum mw67.com unseriös ist

Die Analyse von mw67.com offenbart mehrere klare Red Flags:

  1. Fehlende Unternehmensangaben: Auf der Website findet sich keinerlei Handelsregisternummer, keine Angabe der Aufsichtsbehörde und kein Nachweis über die rechtliche Existenz des Unternehmens. Das ist ein unverzichtbarer Nachweis für seriöse Broker. Ohne diesen kann die Plattform nicht vertraglich bindend handeln.

  2. Keine Kontaktinformationen: Es gibt weder eine E-Mail-Adresse, noch eine Telefonnummer, noch eine physische Adresse. Ein legitimer Broker stellt solche Angaben bereit, um Transparenz und Vertrauen zu schaffen. Das Fehlen dieser Daten verhindert jegliche Rückverfolgbarkeit.

  3. Unklare Service- und Zahlungsoptionen: Die Plattform gibt keine klaren Angaben zu angebotenen Finanzprodukten oder zu akzeptierten Zahlungsmethoden. Die einzige Information, die Sie erhalten, ist ein generischer Hinweis auf „Krypto-Zahlungen“. Ohne weitere Details kann man nicht beurteilen, ob es sich um einen echten Handel handelt.

  4. Keine Lizenz oder Zertifizierung: Auf der Seite gibt es keinerlei Hinweis auf eine Lizenzierung bei einer anerkannten Finanzaufsichtsbehörde. In Deutschland ist ein Broker verpflichtet, bei der BaFin registriert zu sein. Das Fehlen dieser Information ist ein eindeutiges Zeichen für einen illegalen Betrieb.

  5. Kein Kundenfeedback oder unabhängige Bewertungen: Die Plattform bietet weder Kundenmeinungen noch Links zu Trustpilot oder anderen Bewertungsportalen. Ein seriöser Broker nutzt solche Plattformen, um Vertrauen aufzubauen und potenziellen Kunden Einblick in die Kundenerfahrungen zu geben.

Zusammengefasst: mw67.com weist sämtliche Standardnachweise für die Legitimität eines Brokers nicht auf. Diese fehlenden Daten sind keine technischen Unstimmigkeiten, sondern gezielte Lücken, um die Verantwortlichen unauffindbar zu machen und Anleger zu täuschen.

Wie der Betrug bei mw67.com abläuft

Die Vorgehensweise von mw67.com folgt einem fünfstufigen, bewährten Scam-Modell. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf und nutzt psychologische Manipulation, um das Vertrauen des Opfers zu gewinnen und schließlich zu erpressen.

1. Erster Kontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden zunächst über soziale Medien angesprochen: sei es durch gezielte Werbung auf Facebook, TikTok oder über angebliche „Trading-Gurus“ in Telegram-Gruppen. mw67.com nutzt häufig gefälschte Testimonials von vermeintlichen „Erfolgreichen Investoren“. Diese Bilder werden so bearbeitet, dass sie realitätsnah wirken. Die Werbung verspricht niedrige Einstiegshöchstbeträge (etwa 250 €) und verspricht „schnelle Gewinne“, die angeblich innerhalb von Tagen realisiert werden können. Sobald ein Interessent die Plattform betritt, wird ihm ein persönlicher „Berater“ zugewiesen, der sofort eine Einladung zur ersten Einzahlung sendet. Der erste Betrag ist bewusst niedrig, um die psychologische Hemmschwelle zu senken und das Opfer zu ermutigen, weitere Einzahlungen vorzunehmen.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform sofort „Buchgewinne“ an: etwa 800 € aus 250 €. Diese Zahlen entstehen nicht durch echten Handel, sondern durch eine interne Software, die zufällige Gewinne simuliert. Der Account hat keinerlei Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem echten Broker-Konto. Es gibt keine Orderbuch-Transparenz, keine Handelsplattform, keine Möglichkeit, echte Aufträge zu platzieren. Die Gewinne werden ausschließlich zur Vertrauensbildung verwendet und dienen dazu, das Opfer davon zu überzeugen, dass die Plattform funktioniert und dass er weiterhin Geld einzahlen sollte.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Im Anschluss an die ersten scheinbaren Gewinne wird dem Nutzer ein „VIP-Status“ angeboten. Der angebliche „Account-Manager“ verspricht Hebelboni von 1:500, garantierte Profite und exklusive „IPO-Zugänge“. Diese Versprechen sind reine Fiktion. Um das Interesse zu halten, werden Zeitlimits („nur heute“) und künstliche Verknappung („nur 10 Plätze“), sowie gefälschte Social-Proof-Beweise: wie fiktive Mit-Anleger-Stories: eingesetzt. Das Opfer wird langsam an größere Beträge gewöhnt: 5 000 € bis 50 000 € oder mehr. In vielen Fällen verfallen die Kunden über 500 000 € auf die Plattform, bevor die Betrugsmasche ins Rollen kommt.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald das Opfer den Wunsch äußert, seine Gewinne auszuzahlen, wird sofort eine Reihe von Gebühren eingeführt. Hier ist die kritische Warnung:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Wenn Sie diese Gebühren bezahlen, verlieren Sie zusätzlich zu Ihrem ursprünglichen Kapital sofort diese Beträge. Trotz Zahlung kommt es jedoch niemals zu einer Auszahlung, denn die Gewinne sind nicht real. Dies ist die letzte Melkphase des Scams, die darauf abzielt, alles noch einmal zu erpressen, bevor der Betrug endgültig endet.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft „Experten“ auf: angebliche Anwälte, Krypto-Forensiker oder sogar angebliche Mitarbeiter einer ausländischen Polizeibehörde. Diese Personen versprechen, Ihr Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wahrheit handelt es sich um denselben Täter, der die Opfer weiterhin ausnutzt, indem er sie dazu bringt, noch mehr Geld zu geben: um die eigentliche Ergaunung zu verbergen. Seriöse Anwälte oder Behörden kontaktieren Sie niemals per WhatsApp oder Telegram, wenn Sie nicht aktiv einen Fall erfasst haben. Ignorieren Sie diese Angebote und lassen Sie sich nicht erneut erpressen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung verschafft dem Betrüger mehr Mittel, um Sie weiter zu manipulieren.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chats, Screenshots und Bank-Übersichten. Diese Dokumente sind wichtig, falls Sie später Strafanzeige erstatten.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen Ihrem Finanzinstitut. Fordern Sie eine Rückbuchung an, sofern dies möglich ist.
  4. Polizei oder Finanzamt kontaktieren: Erstatten Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder beim Finanzamt. Nutzen Sie Ihre Erfahrung mit der Finanzermittlungs-Spezialeinheit als Argument, um die Ernsthaftigkeit Ihres Falls zu betonen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Akzeptieren Sie keine „Hilfestellungen“ von angeblichen Experten. Diese sind Teil des Betrugs. Schließen Sie jeglichen Kontakt und melden Sie die Personen, falls nötig.
  6. Austausch mit anderen Betroffenen: Suchen Sie nach Community-Gruppen, in denen Sie Erfahrungen teilen können. Oftmals haben andere bereits ähnliche Szenarien durchlebt und können wertvolle Hinweise geben.
  7. Rechtliche Beratung einholen: Konsultieren Sie einen Anwalt mit Erfahrung im Bereich Finanzbetrug. Er kann Ihnen helfen, Ihre Rechte durchzusetzen und ggf. Schadensersatz zu fordern.
  8. Melden Sie die Plattform: Reichen Sie bei der BaFin, der Polizei oder der Bundesnetzagentur eine Meldung ein. Die Behörden können dann Untersuchungen einleiten und andere potenzielle Opfer schützen.

Schützen Sie sich jetzt

Vermeiden Sie Plattformen wie mw67.com. Nutzen Sie nur registrierte Broker mit klaren Lizenznachweisen. Seien Sie wachsam bei ungewöhnlichen Gewinnversprechen, fehlenden Kontaktdaten und hohen Gebühren. Ihre Finanzen sind es wert: handeln Sie sofort und lassen Sie sich nicht täuschen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei mw67.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei mw67.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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