Warnung vor newbmys.com: Der Betrugsmaske im Trading-Dschungel
newbmys.com ist keine seriöse Plattform: sie ist ein raffinierter Betrugsmechanismus, der Anleger mit glänzenden Versprechen anlockt und dann ihre Gelder absichtlich in die Hände von Täuschern legt.

Achtung
Betrugsverdacht
Über Anton Haverkamp
Ich war fünf Jahre bei der Polizei tätig und habe in einer Spezialeinheit als Finanzermittler gearbeitet. In dieser Einheit verfolgte ich über 500 Fälle von Anlagebetrug, wobei ich besonders auf die Rückführung von Geldern in der Blockchain spezialisiert war. Diese Erfahrung hat mir ein scharfes Gespür für die typischen Signale von Finanzbetrug verliehen: von fehlenden Registrierungsdetails bis zu ungewöhnlichen Zahlungswegen. Mein Ziel ist es, Ihnen anhand konkreter Beweise aufzuzeigen, warum newbmys.com ein gefährlicher Betrugsakteur ist.
Warum newbmys.com unseriös ist
newbmys.com weist eine Reihe von Auffälligkeiten auf, die sofort den Verdacht auf Betrug erwecken. Erstens gibt es keinerlei Registrierungsnummer oder Aufsichtsbehörde, die die Legitimität des Unternehmens belegt. Auf der Website finden sich keine Hinweise auf einen Handelsregistereintrag, und auch die Angabe einer Firma fehlt völlig. Zweitens bietet die Plattform keine klaren Kontaktdaten an: weder E-Mail, Telefon noch Adresse sind vorhanden. Drittens werden weder Dienstleistungen noch angebotene Trading-Instrumente definiert, sodass potenzielle Nutzer nicht erkennen können, was sie eigentlich handeln sollen. Viertens fehlt jegliche Form von Testimonials oder Erfolgsgeschichten, und es gibt keine Bewertungen auf bekannten Plattformen wie Trustpilot. Schließlich gibt die Plattform keinerlei Hinweise auf eine Lizenzeinrichtung, weder im Namen noch im Inhalt. Diese fehlenden Elemente sind keine kleinen Unstimmigkeiten, sondern die Grundvoraussetzungen für eine seriöse Finanzplattform. Wenn ein Unternehmen keine lizenzierten Konten hat, keine Adresse angibt und keine Transparenz bietet, ist es höchstwahrscheinlich ein Betrugsmaske, die darauf abzielt, das Vertrauen der Anleger zu gewinnen und anschließend ihre Gelder zu stehlen.
Wie der Betrug bei newbmys.com abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Die ersten Anzeichen für newbmys.com tauchen oft auf sozialen Medien auf: Instagram, Facebook oder TikTok. Dort finden sich scheinbar professionelle Anzeigen, die von „Anlageberatern“ mit scheinbar überzeugenden, aber gefälschten Testimonials begleitet werden. Manchmal werden sogar fiktive Prominente wie „Frank Thelen“ oder „Dieter Bohlen“ als angebliche Befürworter angebracht. Ein weiteres Taktikmittel sind Telegram-Gruppen, die sich als „Trading-Gurus“ ausgeben und ein Gefühl der Exklusivität erzeugen. Sobald ein potenzieller Kunde Interesse zeigt, wird ihm eine niedrige Einstiegsinvestition von etwa 250 Euro vorgeschlagen: gerade genug, um die Hemmschwelle zu senken, ohne einen großen finanziellen Verlust zu riskieren. Dieses lockende Angebot soll den Anleger in den Bann ziehen und ihn dazu bewegen, weitere Schritte zu unternehmen.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform eine ansprechende Benutzeroberfläche, die angeblich hohe Gewinne anzeigt: zum Beispiel „Aus 250 Euro in nur zwei Wochen 800 Euro“. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen, die in der Software hinterlegt sind. Es gibt keine echten Aufträge, die an Börsen ausgeführt werden. Stattdessen manipuliert die Plattform die Kontoverwaltung, um dem Nutzer den Eindruck zu vermitteln, dass sein Geld gewinnbringend investiert ist. Das Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen und die Illusion von Erfolg zu verstärken, sodass der Anleger später mehr Geld investieren möchte.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein „Berater“ oder ein Account-Manager baut nach Wochen oder Monaten eine Beziehung zu dem Anleger auf. In diesem Zusammenhang werden Versprechen von VIP-Konten, Hebelboni von 1:500, garantierten Profiten und sogar exklusive IPO-Zugänge gemacht. Gleichzeitig werden Drucktechniken eingesetzt: Zeitlimits („nur heute“), künstliche Verknappung und Social-Proof-Elemente wie gefälschte Mit-Anleger-Stories. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, dass der Anleger mehr Geld in die Plattform einzahlt: in der Regel im Bereich von 5.000 bis 50.000 Euro, manchmal sogar über 500.000 Euro. Diese Phase ist das eigentliche Herzstück des Betrugs, in dem die Täter versuchen, so viel Kapital wie möglich zu erlangen, bevor sie die Auszahlungsphase einleiten.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Der Moment, in dem der Anleger sein Geld oder die vermeintlichen Gewinne auszahlen möchte, markiert die Höhe des Betrugs. Plötzlich erscheint eine Liste von Gebühren, die angeblich von der Plattform erhoben werden müssen, bevor die Auszahlung erfolgen kann. Diese Gebühren werden in einer Aufzählung präsentiert, ohne konkrete Beträge oder Prozentsätze zu nennen, um die Falschheit zu verschleiern. Hier sind typische Fake-Gebühren, die auf der Plattform genannt werden:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Geld noch weitere Beträge, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter die Opfer vollständig aus dem System entfernen.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft Dritte auf: angebliche Anwälte, die „Vergleichsverfahren“ anbieten, Behördenmitarbeiter oder sogar „Krypto-Forensiker“, die behaupten, die verlorenen Gelder zurückzuholen. Diese Personen verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handelt es sich häufig um dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Wenn Sie von solchen Personen kontaktiert werden, ignorieren Sie sie sofort, denn sie sind ein Teil der gleichen Betrugskette.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Keine weiteren Zahlungen leisten: sobald Sie den Verdacht haben, dass neuebmys.com nicht seriös ist, stoppen Sie sofort alle Transaktionen. Jede weitere Einzahlung bringt Sie nur näher an die endgültige Zahlung in die Falle.
- Beweise sichern: speichern Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos, Transaktionsbelege und jegliche Kommunikation. Diese Dokumentation ist entscheidend, wenn Sie später eine Anzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: informieren Sie die Institutionen, bei denen Sie Geld überweisen oder abheben wollen. Bitten Sie um eine sofortige Sperrung der Konten, um weitere Transfers zu verhindern.
- Rechtliche Schritte einleiten: erstatten Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft. Ihre Erfahrung mit über 500 Fällen von Anlagebetrug zeigt, dass die Strafverfolgungsbehörden über die Mittel und das Wissen verfügen, solche Fälle aufzudecken.
- Ignorieren Sie Recovery-Scammer: jeder, der Sie auffordert, für „Gebühren“ zu bezahlen oder angebliche Software zu kaufen, um Ihr Geld zurückzuerlangen, ist höchstwahrscheinlich Teil des Betrugsnetzwerks. Vermeiden Sie jegliche weitere Interaktion und melden Sie die Betrugsversuche sofort.
Schlussgedanke
newbmys.com ist ein weiteres Beispiel dafür, wie moderne Betrüger ihre Opfer durch scheinbare Transparenz und glänzende Versprechen täuschen. Wenn Sie den oben beschriebenen Warnsignalen folgen, können Sie sich vor weiteren Verlusten schützen. Bleiben Sie wachsam, handeln Sie schnell und nutzen Sie die Ressourcen, die Ihnen zur Verfügung stehen, um Ihr Geld zurückzufordern.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei newbmys.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.