Warnung vor news24fine.com: Ist diese Plattform ein Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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news24fine.com präsentiert sich als moderner Broker, hinter dem aber ein ausgeklügeltes Betrugssystem steckt. Hier erfahren Sie, warum Sie sofort Abstand nehmen sollten.

Screenshot der Webseite News24fine (news24fine.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite news24fine.com

Warum news24fine.com unseriös ist

news24fine.com weist zahlreiche Red Flags auf, die sofort Alarm schlagen sollten. Erstens fehlt jede Art von Registrierung oder Lizenznummer. Auf der Website findet sich keinerlei Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde, die die Plattform überwachen würde. Ohne gesetzliche Genehmigung kann ein Broker nicht berechtigt sein, Kundengelder zu verwalten.

Zweitens gibt es keine Transparenz über die Unternehmensführung. Der Impressumstext ist leer, keine Geschäftsadresse, keine Kontaktinformationen: ein klassisches Symptom von Phishing- oder Betrugsseiten.

Drittens bietet news24fine.com keine realen Handelsplattformen an. Die angebliche „Live-Trading-App“ ist lediglich eine Web-Applikation, die fiktive Gewinne anzeigt, um Vertrauen aufzubauen. Die Plattform nutzt Kryptowährungen als Zahlungsmethode, ohne einen echten Ausgleich in Fiat-Währungen zu ermöglichen.

Viertens sind sämtliche Versprechen unrealistisch. Die Plattform behauptet, dass Anleger in kurzer Zeit hohe Renditen erzielen könnten, ohne ein belegbares Risikoprofil zu liefern. Solche Versprechen ohne nachweisbare Quelle sind ein weiteres klares Zeichen für Betrug.

Zusammengefasst: Fehlende Lizenz, fehlende Transparenz, gefälschte Gewinne und unrealistische Versprechen sind klare Indikatoren dafür, dass news24fine.com kein seriöser Broker ist.

Wie der Betrug bei news24fine.com abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

news24fine.com greift oft über soziale Medien wie Instagram, Facebook oder TikTok zu. Dort werden gefälschte Testimonials von angeblichen „Trading-Gurus“ gezeigt, die von hohen Gewinnen berichten. Oft werden auch Influencer-Look-Alikes verwendet, um Glaubwürdigkeit zu erwecken.

Ein weiteres Mittel ist das Versenden von Cold-Calls, bei denen ein vermeintlicher „Berater“ das Opfer persönlich anspricht und von einer „exklusiven“ Möglichkeit zur Teilnahme an hochprofitablen Trades berichtet. Die ersten Einzahlungen sind bewusst niedrig: typischerweise 250 €: um die Hemmschwelle zu senken und das Opfer in die Plattform einzuführen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung werden sofort beeindruckende Gewinnzahlen angezeigt. Die Plattform nutzt ein Dashboard, das fiktive Trades simuliert und Gewinne von 800 € oder mehr aus 250 € anzeigt. Dabei werden keine echten Aufträge an Börsen ausgeführt, sondern die Zahlen werden nur im Backend generiert. Das Ziel ist, das Vertrauen zu gewinnen und das Opfer zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der „Berater“ baut über Wochen eine Beziehung auf. Durch persönliche Nachrichten, angebliche VIP-Konten und exklusive „Leverage-Bonusse“ wird das Opfer ständig unter Druck gesetzt. Es werden Zeitlimits gesetzt: „nur heute“, „nur noch 24 h“, um eine schnelle Entscheidung zu erzwingen. Das Opfer wird über große Summen (5.000 € bis 50.000 €) oder sogar bis zu 500.000 € gelockt, indem gefälschte Erfolgsgeschichten von „anderen Kunden“ gezeigt werden.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer nun seine Gewinne auszahlen möchte, erscheint plötzlich ein neuer Haken: Gebühren.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Diese Gebühren werden als notwendig dargestellt, um die Auszahlung abzuschließen. Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht. Sobald Sie diese Gebühren zahlen, ist die Auszahlung ebenfalls gesperrt, und Sie verlieren zusätzlich das Geld für die Gebühren. Dieser Schritt ist die letzte Melkphase des Scams, bei der das Opfer komplett ausgenutzt wird.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust greifen weitere betrügerische Akteure zu. Sie stellen sich als „Anwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ dar und versprechen, die verlorenen Gelder zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind völlig willkürlich; die Täter verkaufen die Daten weiter oder nutzen die Mittel für eigene Zwecke. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIE unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie erkennen, dass die Plattform unseriös ist, stoppen Sie alle weiteren Einzahlungen.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots der Plattform, Überweisungsbelege und Chat-Logs. Diese Unterlagen sind entscheidend, falls Sie rechtliche Schritte einleiten.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihre Bank sofort über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie eine Rückbuchung an. Bei Krypto-Währungen kontaktieren Sie die Börse, um Ihre Wallet zu sperren.
  4. Erstatten Sie eine Strafanzeige: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Bundespolizei eine Anzeige ein. Nutzen Sie dabei die gesicherten Beweise.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Wenn Sie von „Rechtsanwälten“ oder „Behörden“ kontaktiert werden, die behaupten, Ihr Geld zurückzuholen, lehnen Sie diese Angebote strikt ab. Jede Vorauszahlung ist ein weiteres Opfer.

Fazit

news24fine.com ist ein klassischer Betrugsbroker ohne Lizenz, ohne Transparenz und mit gefälschten Gewinnen. Sobald Sie den ersten Verdacht haben, handeln Sie sofort und schützen Sie Ihr Vermögen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei news24fine.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei news24fine.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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