Pinnacle Purex (pinnaclepurex.com): Seriös oder Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Pinnacle Purex (pinnaclepurex.com) ist ein betrügerisches Trading- und Krypto-Portal, das Anleger systematisch ausnutzt. Die Plattform gibt vor, reguliert zu sein, und bietet unwahre Renditeversprechen: doch die Realität ist ein ausgeklügeltes Betrugssystem.

Screenshot der Webseite Pinnaclepurex (pinnaclepurex.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite pinnaclepurex.com

Warum pinnaclepurex.com unseriös ist

Pinnacle Purex (pinnaclepurex.com) präsentiert sich als professioneller Broker, der Forex, Krypto, Aktien, Indizes und Energies anbietet. Auf den ersten Blick wirkt die Website ansprechend, doch mehrere entscheidende Inkonsistenzen machen die Plattform sofort fragwürdig.

Erstens fehlt jegliche rechtliche Identifikation: kein Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Diese drei Punkte sind für jeden seriösen Broker unverzichtbar. Ohne sie kann die Plattform nicht gesetzlich verpflichtet sein, Anleger zu schützen. Zweitens gibt es keinerlei Kontaktmöglichkeiten: weder E-Mail noch Telefon. Dies verhindert eine Rückfrage bei Problemen und lässt sich nicht durch Kundenservice überprüfen.

Drittens listet Pinnacle Purex angeblich „40+ internationale Auszeichnungen“ auf, ohne konkrete Quellen oder Links zu verifizieren. Diese Art von Selbst-Werbung ohne Nachweis ist ein klassisches Kennzeichen von Scam-Plattformen, die ihre Glaubwürdigkeit künstlich erhöhen wollen. Schließlich akzeptiert die Seite ausschließlich Banküberweisungen und gibt keinerlei Hinweise auf ein reguliertes Trading-Backend. Kombiniert man diese Mängel, ergibt sich ein klares Bild: Pinnacle Purex ist nicht reguliert, hat keine transparente Unternehmensstruktur und nutzt gefälschte Awards, um Vertrauen zu erwecken.

Wie der Betrug bei pinnaclepurex.com abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Potenzielle Anleger werden häufig über gezielte Online-Werbung angesprochen. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok tauchen Anzeigen mit fiktiven Erfolgsgeschichten auf, die von „professionellen Tradern“ stammen. Oft wird ein lockendes Mindestdeposit von 100 Euro beworben, das als Einstiegsschwelle dient. Durch die niedrige Anfangsinvestition wird die Hemmschwelle gesenkt und die Angst vor Verlusten minimiert. Sobald ein Interessent registriert ist, erhält er einen angeblich persönlichen “Anlageberater”, der die ersten Schritte erklärt und einen schnellen Einstieg in den Markt verspricht.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform scheinbar beeindruckende Gewinnzahlen. Auf dem Dashboard wird angezeigt, dass ein 100-Euro-Einzahlungsbetrag in wenigen Tagen in mehrere Hundert Euro anwächst. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Trades, sondern durch Software, die zufällige oder vorgefertigte Gewinne simuliert. Es gibt keine echte Orderbuch-Verbindung zu einer Börse, keine Aufzeichnung von Transaktionen und keine Nachweise über Handelsaktivitäten. Der Zweck dieser Simulation ist es, Vertrauen zu schaffen und die Angst vor Verlusten zu unterdrücken.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Wenn der Anleger die ersten „Gewinne“ sieht, beginnt die Plattform, ihn zu größeren Einzahlungen zu ermutigen. Der angebliche Account-Manager betont, dass höhere Kontostände zu höheren Hebeln führen und dadurch noch größere Renditen möglich sind. Es werden exklusive „VIP-Konten“ beworben, die angeblich 1:500 Hebel, garantierte Profite und Zugang zu IPO-Preisinformationen bieten. Durch Zeitlimits wie „Nur heute“, künstliche Verknappung und gefälschte Mit-Anleger-Stories wird der Druck erhöht. Viele Opfer zahlen zwischen 5.000 und 50.000 Euro, um ihre Position zu vergrößern, ohne zu wissen, dass die Gewinne nur Illusionen sind.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger schließlich sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen lassen will, tauchen plötzlich Gebühren auf. Typische Fake-Gebühren, die Pinnacle Purex verlangt, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Gebühren sind die letzte Melkphase des Scams: Sobald Sie die Gebühren zahlen, verschwinden die Gewinne und die Auszahlung bleibt aus. Die Plattform nutzt das Vertrauen des Opfers aus, um zusätzliche Mittel zu ergaunern, ohne dass eine Auszahlung erfolgt.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten erhalten viele Betroffene Angebote von angeblichen Anwälten, „Krypto-Forensik-Experten“ oder sogar angeblichen Polizeibehörden. Sie versprechen, das verlorene Geld zurückzugewinnen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Reparatur- und Analyse-Kosten“. Diese Forderungen sind ein weiterer Trick: Die Täter nutzen die Angst der Opfer, um weitere Zahlungen zu erzielen. In Wahrheit handelt es sich um die gleichen Personen, die die Plattform betrieben haben; die angeblichen „Experten“ sind lediglich Front-Personen, die die erbeuteten Gelder weiterverarbeiten.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie alle Transaktionen. Ein Betrug ist abgeschlossen, sobald Sie weitere Mittel an die Plattform überweisen.
  2. Belege sichern: Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und Überweisungsnachweise auf. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen und für die Meldung bei Behörden.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister: Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen. Sie kann ggf. weitere Zahlungen blockieren und Ihnen helfen, das Geld zurückzufordern.
  4. Melden Sie den Vorfall: Reichen Sie eine Strafanzeige bei der Polizei oder der Finanzaufsicht ein. Geben Sie dabei alle gesicherten Belege an. Die Ermittlungsbehörden haben Erfahrung mit solchen Fällen und können Nachforschungen anstellen.
  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scam“-Angebote: Seien Sie wachsam gegenüber jedem, der Ihnen angeblich helfen will, Geld zurückzuholen. Seriöse Anwälte und Behörden werden Sie nicht per WhatsApp oder Telegram kontaktieren. Wenn Sie ein Angebot erhalten, das Vorauszahlungen verlangt, sind Sie höchstwahrscheinlich erneut Opfer eines Scams.

Schluss

Pinnacle Purex (pinnaclepurex.com) nutzt ein ausgereiftes Betrugsschema, das auf mangelnder Regulierung, fehlenden Kontaktdaten und gefälschten Erfolgen basiert. Als Anleger sollten Sie wachsam bleiben, Ihre Transaktionen prüfen und im Zweifelsfall sofort handeln. Die Informationen in diesem Artikel dienen dazu, Ihnen klarzumachen, wie der Betrug abläuft und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, um sich zu schützen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei pinnaclepurex.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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