rosehalde-ag.ch: Auf der Schwarzen Liste

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Bei rosehalde-ag.ch erwartet Sie nach unserer Einschätzung kein seriöses Trading, sondern ein ausgeklügeltes System. Rosehalde Ag nutzt offenbar psychologische Tricks, um Anleger zu immer neuen Einzahlungen zu drängen.

Screenshot der Webseite Rosehalde Ag (rosehalde-ag.ch)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite rosehalde-ag.ch

Warum rosehalde-ag.ch unseriös ist

rosehalde-ag.ch weist mehrere gravierende Inkonsistenzen auf, die auf eine betrügerische Absicht hinweisen. Erstens fehlt eine Handelsregisternummer, die auf der Website nicht vorhanden ist. Ohne Registrierungsnachweis lässt sich die Rechtmäßigkeit des Unternehmens nicht verifizieren. Zweitens gibt die Plattform keine Lizenzbehörde an. In Deutschland und der Schweiz ist ein Broker verpflichtet, eine Lizenz einer anerkannten Aufsichtsbehörde zu führen. Das Fehlen einer solchen Angabe ist ein klarer Mangel an Transparenz.

Des Weiteren werden auf der Website keine Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse oder Telefonangaben bereitgestellt. Diese Informationen sind notwendig, um in Notfällen den Betreiber zu erreichen. Auch die Angabe einer physischen Adresse fehlt komplett. Ohne diese Angaben kann die Rückverfolgbarkeit des Unternehmens nicht gewährleistet werden. Schließlich gibt es keine Hinweise auf ein Mindestdeponierfeld, keine Angaben zu Zahlungsmodalitäten und keine Bonus- oder Renditeversprechen. Alle diese Punkte deuten darauf hin, dass die Plattform nicht den Standards seriöser Broker entspricht und daher höchstwahrscheinlich betrügerisch ist.

Wie der Betrug bei rosehalde-ag.ch abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der erste Kontakt erfolgt häufig über Social-Media-Ads oder E-Mails, die ein vermeintlich lukratives Trading-Programm bewerben. Die Werbeanzeigen nutzen oft ansprechende Grafiken und vage Erfolgsgeschichten, um das Interesse potenzieller Anleger zu wecken. Sobald ein Interessent auf die Anzeige klickt, wird er zur Plattform weitergeleitet, wo ein einfaches Anmeldeformular auf ihn wartet. Der Einstieg wird mit einem niedrigen Einzahlungsbetrag von ca. 250 € angeboten, um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Durch die niedrige Einstiegssumme erscheinen die Kosten für den Nutzer gering, während die Plattform bereits die Kontrolle über die Konten übernimmt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Nutzer sofort hohe Gewinne an. Beispiel: „Aus 250 € werden in 2 Wochen 800 €“. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen. Es gibt keine echten Aufträge an Börsen, keine tatsächliche Handelsausführung. Die Software erzeugt lediglich einen virtuellen Kontostand, um Vertrauen aufzubauen. Die Nutzer sehen sich also mit einer scheinbaren Erfolgsbilanz konfrontiert, die von der Plattform selbst erstellt wurde.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Um die Investoren zu größeren Beträgen zu bewegen, werden sie als „VIP-Kunden“ bezeichnet und mit angeblichen Hebelboni (z. B. 1:500) und garantierten Gewinnen konvertiert. Ein persönlicher „Berater“ oder „Account-Manager“ übernimmt die Kommunikation. Durch gezielte Fristen („Nur heute“) und gefälschte Mit-Anleger-Storys entsteht der Eindruck, dass das Angebot begrenzt ist. In der Regel fordern die Plattformen zusätzliche Einzahlungen im Bereich von 5.000 bis 50.000 €, manche Opfer übertreffen sogar 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Nutzer seine Gewinne auszahlen will, wird plötzlich die Forderung nach Gebühren gestellt. Die Plattform nennt fünf verschiedene Gebührenarten, ohne konkrete Beträge anzugeben:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert auch dieses zusätzliche Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Diese versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Dahinter stecken in der Regel dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede neue Einzahlung erhöht die Gefahr, dass Sie noch mehr Geld verlieren.
  2. Beweise sichern: Screenshots von Kontoständen, E-Mails, Zahlungsbelegen und Chat-Logs sollten in einem sicheren Ordner gespeichert werden.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse: Informieren Sie Ihren Zahlungsdienstleister über den Verdacht auf Betrug. Erklären Sie, dass die Gelder von einer nicht verifizierten Plattform stammen.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Gehen Sie zur Polizei oder zur örtlichen Finanzaufsicht und legen Sie alle gesicherten Beweise vor. Ihre Angaben können zur Aufklärung des Falls beitragen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Jede Forderung nach Vorauszahlungen oder zusätzlichen Gebühren von angeblichen „Experten“ ist ein weiterer Schachzug des Betrügers. Schalten Sie diese Kontakte aus und melden Sie sie, falls möglich, an die Plattformbetreiber oder an die Strafverfolgungsbehörden.

Schlussfolgerung

rosehalde-ag.ch erfüllt keine der grundlegenden Kriterien eines seriösen Brokers. Das Fehlen von Registrierungsnachweis, Lizenzangaben, Kontaktdaten und die Verwendung von fiktiven Gewinnen machen die Plattform zu einem klaren Betrugsfall. Durch die fünf-stufige Masche, die Sie im Abschnitt „Wie der Betrug bei rosehalde-ag.ch abläuft“ gesehen haben, wird deutlich, wie systematisch die Täuschung durchgeführt wird. Achten Sie auf die Warnsignale und handeln Sie schnell, wenn Sie bereits Opfer geworden sind.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei rosehalde-ag.ch gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei rosehalde-ag.ch
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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