Secured Expert Trading (securedexperttrading.com) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Secured Expert Trading (securedexperttrading.com) präsentiert sich als moderne Investmentplattform, ist jedoch nach eingehender Analyse eindeutig betrügerisch. Der Betreiber nutzt gefälschte Testimonials, garantiert unrealistische Renditen und verlangt unberechtigte Gebühren.

Screenshot der Webseite Securedexperttrading (securedexperttrading.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite securedexperttrading.com

Warum securedexperttrading.com unseriös ist

Die Fakten zeigen sofort mehrere Inkonsistenzen:
Zunächst fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer sowie einer Aufsichtsbehörde. Ein seriöser Finanzdienstleister muss nach dem Wertpapierhandelsgesetz eine Zulassung besitzen und im Handelsregister verzeichnet sein. Der Mangel an rechtlicher Transparenz ist ein deutliches Warnsignal.
Zweitens verspricht die Plattform „5 %: 55 % Renditen“. Diese Zahl ist nicht nur extrem hoch, sondern auch ohne Quelle und ohne Angabe von Risiken. In der Finanzwelt ist es üblich, dass Renditen von 10 % im Jahresvergleich als hoch gelten; 55 % innerhalb kurzer Zeiträume sind unrealistisch.
Drittens akzeptiert Secured Expert Trading ausschließlich Kryptowährungen. Dies ist ein weiterer Hinweis auf die fragwürdige Legitimität, denn seriöse Plattformen bieten in der Regel Banküberweisungen, Kreditkarten und andere etablierte Zahlungsmittel an.
Viertens sind die Testimonials ein weiteres Problem. Die Plattform listet über 20 Namen, die angeblich Erfolge erzielt haben. Es gibt jedoch keinerlei Möglichkeit, diese Personen zu verifizieren, noch sind ihre Kontaktdaten vorhanden. Ohne unabhängige Bestätigung handelt es sich vermutlich um gefälschte Referenzen.
Schließlich gibt es keine Angaben zu Erfolgsraten, Lizenzen oder Zertifizierungen. Diese fehlenden Angaben, kombiniert mit den oben genannten Punkten, zeigen eindeutig, dass Secured Expert Trading nicht den gesetzlichen Anforderungen für ein seriöses Finanzunternehmen entspricht.

Angegebene Adresse von Secured Expert Trading

Die Plattform gibt an, sich in der 83 Courtenay Road, Woking, Surrey, United Kingdom, GU21 5HG zu befinden. In den Handelsregistern ist jedoch keine Firma mit dieser Anschrift eingetragen, und es existiert keine Handelsregisternummer. Das Fehlen einer offiziellen Registrierung wirft ein starkes Warnsignal auf und lässt Zweifel an der rechtlichen Existenz des Unternehmens aufkommen.

Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich ein Straßenpunkt ohne adressiertes Gebäude ("Courtenay Road") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Die infrastrukturelle Spurensuche fördert einen Widerspruch zutage. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei securedexperttrading.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Das Interesse der potenziellen Opfer wird zunächst durch gezielte Social-Media-Kampagnen geweckt. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok tauchen Anzeigen auf, die von „Anlageberatern“ stammen und ein niedriges Einstiegskapital von 100 € vorschlagen. Oft wird das Angebot als „exklusiver Erstzugang“ beworben, um die Angst vor verpassten Chancen zu schüren.
Nach dem Klick auf die Anzeige gelangen die Besucher auf die Website, wo sie ein kurzes Registrierungsformular ausfüllen. Dort werden nur die Grunddaten abgefragt: Name, E-Mail und die gewünschte Kryptowährung. Das niedrige Minimum dient dazu, die Hemmschwelle für die erste Investition zu senken. Sobald die Einzahlung erfolgt, erhalten die Nutzer ein Willkommenspaket mit einem virtuellen „Trading-Dashboard“, das sofort Gewinne anzeigt. Die Psychologie hinter diesem Schritt ist klar: Durch einen scheinbar positiven Start werden die Anleger motiviert, weitere Mittel zu investieren.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Anleger ein Dashboard angezeigt, das in wenigen Tagen scheinbar hohe Gewinne zeigt. Die Zahlen sind jedoch nicht das Ergebnis echter Markttransaktionen, sondern reine Software-Simulationen. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem Broker, und keine echten Aufträge werden ausgeführt. Die Gewinne dienen lediglich dazu, Vertrauen aufzubauen.
Die Plattform nutzt dabei algorithmische Darstellungen, die den Eindruck erwecken, dass die Trades auf Basis von Echtzeit-Marktdaten ausgeführt werden. In Wirklichkeit handelt es sich um vordefinierte Tabellen, die bei jeder Einzahlung neu generiert werden. Der Anleger sieht also nur eine illusionäre Rendite, die niemals realisiert wird.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Mit der Zeit beginnt ein „Account-Manager“ oder ein automatisierter Chatbot, der Anlegern persönliche Nachrichten zu schicken. In diesen Nachrichten werden Versprechen wie „VIP-Status“, „Hebel-Bonus 1:500“ und „exklusive IPO-Zugänge“ gemacht. Die Kommunikation ist darauf ausgelegt, den Anleger zu überreden, sein Kapital zu erhöhen.
Der Manager nutzt häufig Zeitlimits („Nur heute verfügbar“) und Social-Proof-Techniken, indem er fiktive Erfolgsgeschichten anderer Nutzer vorlegt. Oft wird die Möglichkeit betont, durch Empfehlungsprogramme bis zu 5 % Bonus zu erhalten. Der Anleger sieht sich somit ständig unter Druck gesetzt, mehr Geld einzuzahlen, um von vermeintlichen Vorteilen zu profitieren. Die Betrüger rechnen damit, dass die emotionale Bindung und das Gefühl von Exklusivität dazu führen, dass die Nutzer weiterhin Geld auf die Plattform einzahlen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, präsentiert die Plattform plötzlich eine Reihe von Gebühren. Diese Gebühren sind fiktiv und haben keinen rechtlichen Hintergrund.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Der eigentliche Zweck dieser Gebühren ist es, das Vertrauen zu erschüttern und die Opfer dazu zu bringen, weitere Zahlungen zu leisten, um die angeblichen Gebühren zu decken. Sobald die Gebühren eingezogen sind, bleibt der Anleger mit nichts zurück, da die Plattform keine realen Gewinne generiert hat.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust senden die Betrüger oft Nachrichten von angeblichen „Krypto-Forensik-Experten“, „Anwälten“ oder „Polizei-Mitarbeitern“. Diese Personen behaupten, das Geld zurückholen zu können, verlangen dafür jedoch Vorauszahlungen für „Reparatur- und Analyse-Kosten“.
Die Forderungen können in Form von „Übersetzungsgebühren“, „Server-Zugriff-Kosten“ oder „Rechts­beratung-Gebühren“ auftreten. Diese Vorauszahlungen dienen lediglich dazu, noch mehr Geld von den Opfern zu extrahieren, während die Betrüger gleichzeitig ihre Identität verschleiern. In der Regel handelt es sich um dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Die rechtlichen Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram an.

Das Netzwerk hinter securedexperttrading.com

Secured Expert Trading operiert im Rahmen eines Netzwerks von 24 gleichartigen Plattformen, die untereinander ähnliche Namen, Logos und Werbematerialien teilen. Dieses Vorgehen ist typisch für betrügerische Betrugsgruppen, die sich durch Re-Branding schützen. Durch die Verbreitung über mehrere Marken erschweren sie die Aufdeckung und erhöhen die Reichweite. Für Anleger bedeutet dies, dass der Betrug nicht auf eine einzelne Website beschränkt ist, sondern ein ganzes System von verschleierten Angeboten existiert, das auf denselben Hintermännern basiert.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  • Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie den Verdacht haben, dass es sich um einen Betrug handelt, stellen Sie alle Transaktionen ein.
  • Beweise sichern. Speichern Sie E-Mails, Screenshots, Transaktionsnachweise und alle Kommunikationen. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  • Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse. Informieren Sie Ihren Zahlungsanbieter darüber, dass Sie verdächtige Zahlungen getätigt haben. Bitten Sie um Rückbuchung und Sperrung der Konten.
  • Reichen Sie Strafanzeige ein. In Deutschland können Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder die Staatsanwaltschaft wenden. Die Ermittlungsbehörden haben Erfahrung im Umgang mit Finanzbetrug.
  • Ignorieren Sie Recovery-Scam-Nachrichten. Vermeiden Sie jegliche Zahlung an angebliche Anwälte oder „Forensiker“. Seriöse Fachleute werden Sie nicht per WhatsApp kontaktieren.

Fazit

Secured Expert Trading (securedexperttrading.com) ist eindeutig ein betrügerisches Geschäftsmodell, das sich auf falsche Renditen, fehlende rechtliche Zulassungen und gefälschte Testimonials stützt. Die Plattform nutzt ein mehrstufiges Vorgehen, um Opfer zu locken, zu manipulieren und schließlich zu betrügen. Durch das Bewusstsein für die typischen Warnsignale und das sofortige Handeln können Sie sich vor weiteren Verlusten schützen.

Das Netzwerk hinter securedexperttrading.com

Secured Expert Trading ist Teil eines Netzwerks von 24 gleichartigen Plattformen. Diese Vielzahl an verbundenen Seiten weist auf ein gemeinsames Geschäftsmodell hin, bei dem dieselben Hintermänner dieselben Vorwände wiederverwenden. In der Regel bedeutet dies, dass ein einzelner Betreiber mehrere Marken nutzt, um unterschiedliche Zielgruppen zu erschließen und die Verdachtslage zu verbergen.

und 18 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei securedexperttrading.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei securedexperttrading.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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