Vinance (tetheryieldstaking.com) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Vinance (tetheryieldstaking.com) ist ein betrügerisches Krypto-Broker, das Anleger mit falschen Versprechen lockt und anschließend Geld einbehält.

Screenshot der Webseite Tetheryieldstaking (tetheryieldstaking.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite tetheryieldstaking.com

Warum tetheryieldstaking.com unseriös ist

tetheryieldstaking.com präsentiert sich als Krypto-Exchange, bietet jedoch keine grundlegenden Identitätsnachweise. Es fehlt eine Registrierungs- oder Lizenznummer, und es wird keine Aufsichtsbehörde angegeben. Auf der Website sind weder eine Handelsregisternummer noch ein Impressum sichtbar, die auf eine reale Unternehmensadresse hinweisen. Das einzige Zahlungsmittel ist die Kreditkarte, ein häufig genutztes Mittel in Betrugsfällen, da es schnell und anonym transferiert werden kann. Die Plattform verspricht einen Bonus von 50 USD, jedoch ohne klare Bedingungen. Die Marketing-Botschaft erzeugt Dringlichkeit: Begriffe wie „Jetzt handeln“, „Exklusive Angebote“ erscheinen häufig, ohne konkrete Quellen oder Referenzen. Diese Kombination aus fehlenden regulatorischen Angaben, einer einseitigen Zahlungsmethode, unrealistischem Bonusversprechen und ständiger Dringlichkeits-Botschaft ist ein klassisches Indiz für einen betrügerischen Broker.

Wie der Betrug bei tetheryieldstaking.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Potenzielle Opfer werden oft durch gezielte Social-Media-Ads auf tetheryieldstaking.com aufmerksam. Diese Anzeigen nutzen ansprechende Grafiken, die erfolgreiche Trades zeigen, und fordern die Nutzer auf, sich für ein „kostenloses Demo-Konto“ anzumelden. Der Registrierungsprozess erfordert lediglich die Eingabe einer E-Mail und einer Kreditkartennummer, ohne weitere Identitätsprüfung. Nach dem ersten Login präsentiert die Plattform ein lockendes Angebot: ein Bonus von 50 USD für die erste Einzahlung von 250 €: ein Betrag, der psychologisch niedrig genug ist, um die Hemmschwelle zu senken. Sobald der Nutzer die Kreditkarte eingibt, wird die Transaktion sofort abgeschlossen, und das Konto zeigt sofort hohe Gewinne, was die Glaubwürdigkeit weiter steigert. Diese Taktik nutzt das Prinzip der „Foot-in-the-Door“: ein kleiner Einstieg, der Vertrauen schafft und die Bereitschaft erhöht, weitere Mittel einzuzahlen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach dem ersten Einzahlungsschein zeigt die Plattform dem Nutzer ein Dashboard, das angeblich hohe Buchgewinne anzeigt. Die Zahlen werden in Echtzeit aktualisiert und erscheinen als „Kursanstieg“ von 300 % innerhalb weniger Tage. In Wirklichkeit gibt es keine echten Handelsaufträge, die an eine reguläre Börse ausgeführt werden. Die Software generiert zufällige Gewinnzahlen, die auf der Oberfläche angezeigt werden, um den Eindruck von Rentabilität zu erwecken. Diese fiktiven Gewinne werden als Beweis für die Leistungsfähigkeit von tetheryieldstaking.com präsentiert, wodurch das Vertrauen des Nutzers weiter gestärkt wird. Das Ziel ist, den Anleger dazu zu bewegen, mehr Geld einzuzahlen, ohne dass tatsächlich ein Handel stattfindet.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach der ersten Einzahlung beginnt die Plattform, persönliche Nachrichten an den Nutzer zu senden, die von angeblichen „Account-Managern“ stammen. Diese Manager versprechen exklusive Vorteile: höhere Hebel, garantierte Profite und Zugang zu „Insider-Tiefen“ bei Kryptowährungen. Sie nutzen Social-Proof-Strategien, indem sie gefälschte Erfolgsgeschichten anderer „Investoren“ teilen. Oft werden Zeitlimits gesetzt („Nur heute noch 1:500 Hebel“) und künstliche Verknappung erzeugt, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen. In vielen Fällen verlangen die Manager zusätzliche Einzahlungen von 5 000 € bis 50 000 €, um ein „VIP-Level“ zu erreichen. Der Nutzer fühlt sich unter Druck gesetzt, da der vermeintliche Account-Manager die angeblichen Gewinne nur bei fortlaufenden Einzahlungen steigern kann. Diese Phase des Betrugs zielt darauf ab, das Kapital des Opfers zu erhöhen, ohne dass ein echter Handel stattfindet.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Gebühren

Der entscheidende Moment tritt ein, wenn der Nutzer seine Gewinne auszahlen möchte. Plötzlich werden mehrere Gebühren eingeführt, die zuvor nicht erwähnt wurden. Die Plattform verlangt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams. Der Nutzer verliert somit sowohl das ursprüngliche Kapital als auch die vermeintlichen Gewinne.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nachdem der Nutzer die ersten Beträge verloren hat, tauchen häufig Dritte auf. Diese behaupten, Rechtsanwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ zu sein. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Forderungen stecken meist dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die Daten der Opfer an andere Betrugsnetzwerke oder nutzen sie für weitere Finanzbetrugskampagnen. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Diese Recovery-Scam-Phase ist ein weiterer Mechanismus, um das Vertrauen des Opfers auszunutzen und zusätzliche Gelder zu erpressen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, mehr Geld zu verlieren.
  2. Alle Beweismaterialien sichern: Screenshots, E-Mails, Transaktionsbelege sollten gespeichert und nicht gelöscht werden.
  3. Bank oder Kreditkartenanbieter informieren: Melden Sie sofort verdächtige Transaktionen, um mögliche Rückbuchungen zu ermöglichen.
  4. Polizeiliche Anzeige erstatten: Kontaktieren Sie das nächstgelegene Polizeidienst, informieren Sie die Ermittlungsbehörde und übermitteln Sie sämtliche gesammelte Beweise.
  5. Versuche von Recovery-Scams ignorieren: Jede Forderung um Vorauszahlung ist ein Zeichen von Betrug. Wenden Sie sich ausschließlich an offizielle Stellen.

Schluss

Der Betrug bei tetheryieldstaking.com zeigt, wie moderne Krypto-Broker mit falschen Versprechen und versteckten Gebühren Anleger ausnutzen. Bewahren Sie Ihre Daten, handeln Sie sofort bei Verdacht und melden Sie sich an die zuständigen Behörden.

Das Netzwerk hinter Vinance

Vinance ist Teil eines Netzwerks von 53 weiteren Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen.

und 47 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei tetheryieldstaking.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei tetheryieldstaking.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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