Warnung vor tradeblxinvesting (tradeblxinvesting.com): Betrug in der Online-Trading-Szene
tradeblxinvesting.com ist ein betrügerisches Trading-Portal, das Anleger mit falschen Versprechungen lockt und anschließend Geld einzieht, ohne echte Handelsaktivitäten anzubieten.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum tradeblxinvesting.com unseriös ist
Die Analyse der öffentlichen Daten liefert mehrere klare Anzeichen für Unregelmäßigkeiten:
- Fehlen einer Handelsregisternummer: Auf der Website oder in öffentlichen Registerdaten findet sich keine Angabe zu einer Registrierungsnummer. Ein seriöser Broker muss sich in einem Handelsregister verzeichnen lassen, damit seine Geschäftstätigkeit nachvollziehbar ist.
- Keine Lizenzangabe: Es wird weder die Aufsichtsbehörde noch eine Lizenznummer genannt. In Deutschland dürfen nur von der BaFin oder anderen staatlichen Behörden ausgestellte Lizenzen einen Broker legitimieren. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starkes Warnsignal.
- Unklare Kontaktdaten: Telefon und E-Mail sind nicht verfügbar. Seriöse Broker stellen klare Kontaktwege bereit, damit Kunden ihre Anliegen melden können. Ohne diese kann ein Unternehmen nicht überprüft werden.
- Keine Angaben zu Zahlungsmethoden: Es wird nicht erklärt, welche Zahlungsmittel akzeptiert werden. Das Fehlen von Klarheit über die Zahlungsabwicklung lässt auf unregulierte oder manipulierte Transaktionen schließen.
- Mangel an vertrauenswürdigen Referenzen: Es gibt keine Testimonials, keine Auszeichnungen und keine Links zu unabhängigen Bewertungsportalen wie Trustpilot. Das Fehlen von extern validierten Erfolgen ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Plattform keine echte Handelsbasis besitzt.
Zusammengefasst zeigen diese Punkte ein klares Bild: tradeblxinvesting.com präsentiert sich als legitimer Broker, obwohl die entscheidenden rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen fehlen. Das Fehlen von Registrierungs- und Lizenzdaten sowie die fehlenden Kontaktmöglichkeiten deuten stark darauf hin, dass es sich um ein betrügerisches Projekt handelt, das darauf abzielt, Anleger zu täuschen.
Wie der Betrug bei tradeblxinvesting.com abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Die ersten Kontaktpunkte sind meist über soziale Medien, bezahlte Werbeanzeigen oder E-Mails. Oft wird ein „Anlageberater“ vorgestellt, der auf Instagram, TikTok oder Telegram aktiv ist. Die Botschaft lautet: „Erfolgreiche Trader, die ihre Strategien teilen“. Der Einstieg erfolgt mit einer niedrigen Einstiegshürde, typischerweise etwa 250 €: gerade genug, um die psychologische Hemmschwelle zu senken, aber nicht genug, um sofortige Zweifel zu wecken. Durch gezielte Werbung auf Plattformen, die junge Investoren ansprechen, wird die Aufmerksamkeit geweckt und das Vertrauen in die vermeintliche Professionalität des Angebots aufgebaut.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Sobald das erste Geld eingezahlt wurde, zeigt die Web-App scheinbar hohe Gewinne an. Ein Beispiel: 250 € werden innerhalb von zwei Wochen in 800 € „umgewandelt“. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Börsentransaktionen. Stattdessen generiert die Software zufällige Daten, die die Illusion von Profit erwecken. Keine realen Order-Blätter, keine Buchungen an regulierten Börsen, keine Transaktionsnachweise: nur hübsche Zahlen, die das Vertrauen weiter festigen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein persönlicher „Account-Manager“ baut über Wochen hinweg eine Beziehung auf. Durch „VIP-Konten“, angebliche Hebelboni bis zu 1 : 500, garantierte Profite und exklusive Zugänge zu vermeintlichen IPOs wird das Opfer zu höheren Einzahlungen motiviert. Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) und gefälschte Erfolgsgeschichten schaffen künstliche Dringlichkeit. Typische Betrugszahlen liegen zwischen 5 000 € und 50 000 €. In seltenen Fällen werden sogar mehr als 500 000 € von opulenten Anlegern übergeben, die von der hohen Rendite überzeugt sind.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald ein Anleger sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen will, tauchen plötzlich Gebühren auf. Die Plattform verlangt:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen stehen meist dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen oder in weitere Betrugsmethoden einbinden. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Diese Phase dient dazu, das Opfer noch einmal zu erpressen und das Vertrauen in die Plattform zu stärken.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie Verdacht schöpfen, stoppen Sie alle Transaktionen. Ein Betrug endet nicht, wenn Sie nur ein kleines Geld einzahlen.
- Belege sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos, Kontoauszüge und Nachrichten. Diese können als Beweismaterial dienen.
- Kontobestätigung der Bank prüfen: Melden Sie Ihre Bank über die ungewöhnlichen Transaktionen, damit diese den Geldfluss verfolgen können.
- Strafanzeige erstatten: Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder an die Finanzaufsicht. Mit Ihrer Dokumentation können Sie eine Untersuchung einleiten.
- Recovery-Scammer ignorieren: Jede Forderung nach Vorauszahlung oder zusätzlichen Gebühren ist ein Hinweis auf einen weiteren Betrug. Schließen Sie solche Kontaktversuche ab.
Schlusswort
Die Operation hinter tradeblxinvesting.com zeigt ein klassisches Muster von Online-Trading-Betrug. Fehlen von Registrierungs- und Lizenzdaten, unklare Kontaktdaten, gefälschte Gewinne und ein raffinierter Zahlungsmechanismus sind die Kernelemente. Nutzen Sie Ihre Erkenntnisse, um sich zu schützen und handeln Sie schnell, wenn Sie bereits betrogen wurden.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei tradeblxinvesting.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.