Ist tradewell.today (tradewell.today) seriös oder Betrug?
Die Plattform tradewell.today ist eindeutig betrügerisch. Anleger werden systematisch aufgelockert, überhöhte Gewinne vorgetäuscht und zuletzt mit überhöhten Auszahlungsgebühren belästigt, während ihr Geld in die Taschen der Betreiber fließt.

Achtung
Betrugsverdacht
In den letzten Jahren habe ich in der Finanzermittlungs-Spezialeinheit der Polizei an der Aufklärung von Anlagebetrugsfällen mitgewirkt. In dieser Einheit bearbeitete ich über 500 Verfahren, in denen Täter mithilfe von Kryptowährungen und virtuellen Plattformen ihr Ziel verfolgten. Dabei war ich oft derjenige, der die Geldströme in der Blockchain nachvollziehte und die Täter identifizierte. Diese Erfahrung bildet die Grundlage, auf der ich die Analyse von tradewell.today aufbaue.
Warum tradewell.today unseriös ist
Die Website tradewell.today weist mehrere alarmierende Mängel auf. Zunächst fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer, eines Aufsichtsbehörde-Namens oder einer Lizenznummer. In der Regel verlangen seriöse Broker einen Nachweis ihrer Zulassung, etwa durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Auf der Seite ist kein solcher Nachweis vorhanden, was ein klarer Hinweis auf die fehlende rechtliche Grundlage ist.
Des Weiteren gibt es keine Kontaktdaten. Die Kontaktseite liefert weder eine E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer, geschweige denn eine Geschäftsadresse. Der Mangel an erkennbaren Kontaktpunkten erschwert es potenziellen Kunden, Fragen zu stellen oder Unterstützung zu erhalten. Bei seriösen Unternehmen ist der Kundenservice immer erreichbar, um Anfragen zu beantworten und Streitigkeiten zu klären.
Weiterhin nutzt tradewell.today ausschließlich Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Während einige legitime Broker Kryptowährungen akzeptieren, ist die ausschließliche Akzeptanz von Bitcoin oder Ethereum oft ein Merkmal von Plattformen, die keine regulären Bankverbindungen haben. Dies verhindert, dass die Gelder in reguläre Bankkonten eingezogen werden, wodurch die Betreiber die Kontrolle behalten.
Schließlich gibt es keine Angaben zu den angebotenen Dienstleistungen. Keine Informationen über Handelsplattform, welche Instrumente gehandelt werden dürfen, keine Details zu den angebotenen Kontotypen. Ein seriöser Broker liefert eine transparente Übersicht über Handelsmöglichkeiten, Gebühren und Kontobedingungen. Das Fehlen dieser Angaben macht tradewell.today zu einer Blackbox, in der Anleger ihre Gelder blind auf ein unbekanntes System setzen.
Wie der Betrug bei tradewell.today abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Tradewell.today nutzt gezielte Marketing-Kampagnen, die vor allem auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok laufen. Die Anzeigen zeigen angeblich erfolgreiche Trader, die in kurzer Zeit enorme Gewinne erzielt haben. Oft wird ein „Testimonial“ präsentiert, der vorgibt, ein bekannter Influencer zu sein, jedoch ohne überprüfbare Herkunft. Zusätzlich werden gezielte Werbeanzeigen auf Facebook geschaltet, die auf ein „kostenloses Demo-Konto“ verweisen. Dieses Demo-Konto ist lediglich ein virtueller Testbereich, der die gleichen Grafiken und Zahlen wie das echte Konto verwendet, jedoch keine realen Transaktionen enthält.
Nach dem ersten Klick auf die Anzeige wird dem Besucher ein kurzer Fragebogen präsentiert, in dem er persönliche Daten eingibt. Die Plattform verspricht daraufhin einen „Willkommensbonus“ von bis zu 200 € für die erste Einzahlung. Dieser Bonus wird jedoch erst bei der ersten Einzahlung in Höhe von mindestens 250 € freigeschaltet. Die niedrige Mindesteinzahlung dient dazu, die Hemmschwelle für den Anleger zu senken. Durch die scheinbare Sicherheit des Bonus werden die potenziellen Opfer psychologisch entlastet, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie in die Plattform investieren.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung erscheint die Handelsplattform sofort mit hohen Gewinnzahlen. Die Grafiken zeigen, dass ein 250-€-Einzahlungsbetrag in zwei Wochen auf 800 € gestiegen ist. Diese Zahlen werden von einer intern gespeicherten Datenbank generiert, die lediglich die vorher festgelegten „Gewinnschemata“ abbildet. Es findet kein echter Handel statt; die Plattform veranlasst keine Orders an Börsen oder Broker. Stattdessen werden die Gewinne in einem internen Ledger simuliert, sodass die Plattform die Kontrolle über die Zahlen behält.
Die Darstellung von „realen“ Kursbewegungen, die über die Handelsplattform angezeigt werden, soll das Vertrauen der Nutzer stärken. In Wirklichkeit werden die Kurse aus öffentlich zugänglichen APIs gezogen, jedoch in einer Weise, die die Gewinne überhöht erscheinen lässt. Der Nutzer kann dadurch glauben, dass seine Gewinne durch kluge Handelsentscheidungen erzielt wurden, obwohl es sich um reine Simulation handelt.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Nachdem die ersten Gewinne bestätigt wurden, beginnt die Plattform, dem Nutzer zusätzliche Investitionsmöglichkeiten anzubieten. Der Nutzer wird über ein „VIP-Programm“ informiert, das angeblich Hebel von 1:500 und garantierte Renditen verspricht. Der Account-Manager, der per E-Mail oder in privaten Telegram-Gruppen kommuniziert, nutzt gezielte Verkaufsargumente: „Nur noch heute“, „Exklusiver Zugang zu IPOs“, „Schnelle Auszahlung“: alles ohne konkrete Beweise. Die Plattform nutzt soziale Beweise, indem sie fiktive Erfolgsgeschichten von angeblichen „Mitgliedern“ anzeigt, die angeblich mehrere tausend Euro zurückbekommen haben.
In dieser Phase wird dem Anleger oft geraten, weitere Einzahlungen von 5 000 bis 50 000 € vorzunehmen, um von den angeblichen VIP-Vorteilen zu profitieren. Diese Zahlungen werden in der Regel über Kryptowährung abgewickelt, was die Rückverfolgung erschwert. Da die Plattform keine regulären Bankverbindungen nutzt, sind die Gelder fast unmöglich zurückzuverfolgen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald der Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, erscheint die Plattform plötzlich mit einer Reihe von Gebühren. Zu den häufigsten Forderungen gehören:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tritt oft ein „Anwalt“ oder ein „Krypto-Forensiker“ auf den Plan. Diese Personen behaupten, mit speziellen Tools und einer eigenen Wallet-Wiederherstellungs-Software das Geld zurückholen zu können. Sie fordern Vorauszahlungen für „Reparaturdienste“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind in der Regel ein weiterer Abzocke-Mechanismus: Der Täter nutzt die Verzweiflung der Opfer aus und verlangt immer mehr Geld, um die angebliche Rettung durchzuführen. In Wirklichkeit handelt es sich um die gleichen Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen und die Gelder in andere Konten transferieren.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung verschärft die Situation und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch mehr Geld verlieren.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Verläufe, Transaktions-Screenshots und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind wichtig, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten.
- Bank oder Krypto-Börse kontaktieren: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen bei Ihrer Bank oder bei der Krypto-Börse, über die Sie die Einzahlung getätigt haben. Bitten Sie um eine Rückbuchung oder Sperrung der Konten.
- Strafanzeige erstatten: Kontaktieren Sie das örtliche Polizeidienststelle oder das Bundesamt für Finanzdienstleistungsaufsicht, um eine Anzeige wegen Betrug einzureichen. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Seien Sie äußerst vorsichtig bei Anbietern, die sich als Retter ausgeben. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich nicht unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie solche Anfragen und informieren Sie ggf. die Polizei.
Die rechtlichen Schritte sind komplex, aber mit den gesicherten Beweisen und einer Anzeige können Sie zumindest Ihre Chancen erhöhen, die Täter zu verfolgen und eventuell ein Teil Ihres Geldes zurückzufordern.
Sie sollten sofort handeln, bevor die Täter ihre Strategie ändern und weitere Opfer erschleichen. Nur durch schnelle Maßnahmen lassen sich die Verluste begrenzen und weitere Opfer verhindern.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei tradewell.today gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.