Warnung vor UNION WEB NETWORK (unionwebnetwork.com): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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UNION WEB NETWORK (unionwebnetwork.com) ist keine seriöse Investmentplattform. Die Betreiber verbergen sich hinter gefälschten Erfolgen und locken Anleger mit unrealistischen Versprechen.

Screenshot der Webseite Unionwebnetwork (unionwebnetwork.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite unionwebnetwork.com

Warum unionwebnetwork.com unseriös ist

Die Website von unionwebnetwork.com weist mehrere kritische Mängel auf. Erstens fehlt eine Registrierungs- oder Lizenznummer. Auf der Seite ist keine Angabe einer Aufsichtsbehörde vorhanden, was ein wesentlicher Hinweis auf Unlegitimität ist. Zweitens wird die Adresse 301 East Water Street, Charlottesville, VA 22904 Virginia angegeben, jedoch ist diese Adresse im Handelsregister nicht verzeichnet. Dritte, die die Plattform bewerben, nutzen keine glaubwürdigen Testimonials, sondern fiktive Namen wie Tom Haris, Harry Jackson und Jim Morison. Diese Namen sind nicht überprüfbar und werden oft in gefälschten Profilen verwendet. Viertens akzeptiert die Plattform nur Kreditkarte und Überweisung. Keine seriöse Anlageplattform bietet eine klare, regulierte Handelsplattform oder einen echten Broker-Service an. All diese Faktoren zusammen zeigen eindeutig, dass unionwebnetwork.com unseriös ist.

Wo UNION WEB NETWORK angeblich sitzt

Die Adresse lautet 301 East Water Street, Charlottesville, VA 22904 Virginia. Im Handelsregister ist diese Adresse nicht verzeichnet. Es gibt keine Hinweise, dass das Unternehmen dort tatsächlich tätig ist. Die Angabe könnte ein Täuschungsversuch sein, um Legitimität zu suggerieren.

Unter der angegebenen Anschrift in den USA ist tatsächlich eine religiöse Einrichtung ("Temple Beth Israel") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Bei genauerer Prüfung treten zwei Inkonsistenzen zutage. Der Server steht in Deutschland, die behauptete Firmenadresse aber in den USA. Der Hosting-Anbieter ist in Indien registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in den USA. Diese Muster kennen Ermittler aus zahllosen Anlagebetrugs-Fällen: Eine vermeintlich seriöse Adresse dient als Fassade, die eigentliche Infrastruktur sitzt in jurisdiktionsschwachen Regionen.

Adresse
USA
Server-Standort
Deutschland
Hosting-Land
Indien

Wie der Betrug bei unionwebnetwork.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Die ersten Kontakte erfolgen häufig über soziale Medien oder E-Mails. Der Betrachter wird mit einer "exklusiven" Investmentmöglichkeit angesprochen, die angeblich hohe Renditen verspricht. Der Lockfaktor liegt in einer niedrigen ersten Einzahlung von rund 250 €, die angeblich schnell in hohe Gewinne umgewandelt wird. Diese Zahl wird von der Plattform als "Erste Investition" beworben, um die Hemmschwelle zu senken. Der Nutzer wird dann eingeladen, mehr Geld zu investieren, sobald er das erste Ergebnis sieht.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, zeigt die Webanwendung plötzlich Gewinne von 800 € innerhalb von zwei Wochen an. Diese Gewinne entstehen nicht durch echte Handelsaktivitäten, sondern durch eine vorprogrammiere Datenbank, die simulierte Ergebnisse anzeigt. Es gibt keine echten Orderaufträge an einer Börse und keine Transparenz über die Handelsstrategie. Das Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und die Illusion von Erfolg zu erzeugen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Gewinn wird dem Anleger ein persönlicher "Account-Manager" zugeordnet. Dieser baut über Wochen eine Beziehung auf und betont die Vorteile eines VIP-Kontos. Es werden Hebelboni von 1:500, garantierte Profite und exklusive IPO-Zugänge angeboten. Zeitlich begrenzte Angebote und gefälschte Social Proof-Storys erhöhen den Druck. Der Anleger zahlt oft zwischen 5.000 € und 50.000 €, manche Opfer geben sogar über 500.000 € ab. Die Plattform nutzt psychologische Taktiken, um die Investitionsentscheidungen zu manipulieren.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, wird plötzlich eine Liste von Gebühren vorgelegt. Die Gebührenliste umfasst:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine "Gebühr" zahlt, verliert zusätzliches Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf. Diese behaupten, Anwälte, Behördenmitarbeiter oder Krypto-Forensiker zu sein und versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für angebliche Gebühren, Übersetzungen oder Serverzugriffe. Hinter diesen Versuchen steckt in der Regel dieselbe Gruppe von Tätern, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede neue Einzahlung erhöht das Risiko, mehr Geld zu verlieren.
  2. Bewahren Sie alle Kommunikationsnachrichten, E-Mails und Transaktionsnachweise auf. Diese sind Beweise für Ihre Ansprüche.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse und fordern Sie die Rückführung Ihrer Gelder. Erklären Sie den Vorfall und geben Sie alle relevanten Informationen an.
  4. Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle und der Finanzaufsichtsbehörde. Reichen Sie eine detaillierte Anzeige ein und legen Sie alle Beweise bei.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche. Seriöse Anwälte oder Behörden werden niemals unaufgefordert Kontakt aufnehmen. Seien Sie wachsam und schützen Sie Ihre Konten.

Wenn Sie weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich an die Polizei oder an spezialisierte Anwälte für Finanzbetrug. Ihre Sicherheit und Ihr Recht auf Rückerstattung stehen an erster Stelle.

Das Netzwerk hinter unionwebnetwork.com

unionwebnetwork.com ist Teil eines Netzwerks von 79 weiteren Plattformen. Das deutet auf eine gemeinsame Infrastruktur und geteilte Hintermänner hin. Wenn eine Seite ausfällt, wird schnell auf eine andere umgeleitet, was die Rückführung von Geldern erschwert.

und 73 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei unionwebnetwork.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei unionwebnetwork.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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