Warnung vor veratixo360-go (veratixo360-go.com): Verdächtige Praktiken entdeckt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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veratixo360-go.com stellt sich als Handelsplattform dar, doch die gesammelten Daten weisen eindeutig auf betrügerische Absichten hin. Die Betreiber haben keinerlei regulatorische Genehmigungen, keine Handelsregisternummer und keine verifizierbare Adresse.

Screenshot der Webseite Veratixo360 Go (veratixo360-go.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite veratixo360-go.com

Warum veratixo360-go.com unseriös ist

Die erste Spur des Verdachts ist das Fehlen einer Handelsregisternummer. Auf der Seite findet sich keine Angabe zu einer Registrierungsbehörde, was bei seriösen Broker-Plattformen obligatorisch ist. Gleiches gilt für die Lizenznummer; weder die Behörde noch die Nummer werden genannt. Ohne diese Angaben kann die Betreiber nicht nachweisen, dass sie in einem regulierten Markt operieren.

Zweitens fehlt jegliche Kontaktdaten. Keine E-Mail, kein Telefon, keine Adresse. Ohne Kontaktinformationen ist es unmöglich, die Identität des Unternehmens zu verifizieren oder rechtliche Schritte einzuleiten. Der Mangel an Transparenz ist ein starkes Indiz dafür, dass die Betreiber ihre Identität verschleiern.

Drittens gibt es keinerlei Kundenbewertungen oder Testimonials. Auf der Website sind keine Namen von angeblichen Nutzern, noch gibt es Erfahrungsberichte. Dies ist ein klassisches Merkmal von Plattformen, die keine echte Kundenbasis besitzen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass veratixo360-go.com sämtliche Basisanforderungen für eine regulierte Handelsplattform nicht erfüllt und dadurch als betrügerisch einzustufen ist.

Wie der Betrug bei veratixo360-go.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Vertrauenswürdige Plattformen starten ihre Akquise mit einem klaren, nachvollziehbaren Angebot. veratixo360-go.com dagegen nutzt gezielte Social-Media-Kampagnen, oft mit gefälschten Influencer-Posts oder angeblichen „Anlageberatern“, die in kurzen Videos von hohen Renditen schwärmen. Sobald ein potenzieller Kunde Interesse signalisiert, wird ihm ein „erste Einzahlung“ von wenigen hundert Euro empfohlen. Diese geringe Summe dient dazu, die Hemmschwelle zu senken und den Nutzer in den Verkaufszyklus zu ziehen. Durch die Nutzung von Chat-Bots und automatisierten E-Mails wird der Eindruck eines persönlichen Kontakts erzeugt, obwohl keine echte Person involviert ist.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigen die Benutzeroberflächen von veratixo360-go.com sofort vermeintliche Gewinne. Beispielsweise wird angezeigt, dass aus 250 € innerhalb weniger Tage 800 € generiert wurden. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Handelsgeschäfte, sondern durch manipulierte Datenbanken. Es gibt keine nachweisbaren Trades, keine Verbindung zu einer Börse und keine nachvollziehbaren Order-Bücher. Die Plattform nutzt lediglich Software, die dem Nutzer eine attraktive Grafik präsentiert, um das Vertrauen weiter zu festigen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Im nächsten Schritt wird dem Kunden ein „VIP-Status“ oder ein angeblich höherer Hebel versprochen. Ein fiktiver Account-Manager, der über lange Zeit hinweg in privaten Chats Kontakt hält, baut Vertrauen auf. Der Manager nutzt Zeitdruck, indem er „nur noch heute“ oder „limitierte Plätze“ kommuniziert, und behauptet, dass höhere Einzahlungen zu exklusiven IPO-Zugängen oder garantierten Gewinnen führen. Der Kunde wird dazu motiviert, zusätzliche Beträge zwischen 5.000 € und 50.000 € zu investieren, wobei manche Fälle sogar über 500.000 € betragen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Kunde eine Auszahlung verlangt, tauchen plötzlich Gebühren auf. Diese umfassen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust kontaktiert die Plattform den Kunden erneut: diesmal über angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Diese Versprechen, das Geld zurückzuholen, erfordern Vorauszahlungen für „Reparatur-Dienstleistungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Übersetzungen“. Die Forderung ist ein weiteres Zeichen des Betrugs; echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Oft handelt es sich um dieselben Täter, die die Daten weiterverkaufen und neue Opfer erschließen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, handeln Sie sofort. Jede weitere Einzahlung erhöht Ihr Risiko.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Kontoauszüge und Bildschirmfotos. Diese Dokumente sind entscheidend, falls Sie den Fall melden.
  3. Bank und Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder den Krypto-Broker, über den Sie die Einzahlungen getätigt haben, und melden Sie den Vorfall. Fordern Sie eine Sperre aller weiteren Transaktionen.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle eine Anzeige ein. Nutzen Sie Ihre gesammelten Beweise, um die Ermittlungen zu unterstützen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jede Forderung um Vorauszahlungen oder „Reparatur-Dienstleistungen“ ist ein Hinweis auf weitere Betrugsversuche. Ignorieren Sie diese Kontakte vollständig.

Abschließende Warnung

Vermeiden Sie Plattformen, die keine regulatorischen Angaben machen, keine Kontaktinformationen besitzen und keine nachvollziehbaren Transaktionen aufweisen. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie jetzt. Kontaktieren Sie Ihre Bank, melden Sie den Vorfall bei der Polizei und sichern Sie alle Beweismittel. Bleiben Sie wachsam und prüfen Sie jede neue Plattform gründlich, bevor Sie Ihr Geld investieren.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei veratixo360-go.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei veratixo360-go.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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