Ermittlungen gegen veritymarkets.com

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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Die Warnungen vor veritymarkets.com häufen sich. Veritymarkets operiert offenbar aus dem Ausland und entzieht sich jeder Regulierung. Geschädigte haben kaum Chancen, ihr Geld auf normalem Weg zurückzuerhalten.

Warum veritymarkets.com unseriös ist

Die Seite veritymarkets.com präsentiert sich als moderne Handelsplattform, doch bei genauerer Betrachtung zeigen sich mehrere gravierende Inkonsistenzen. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Registrierungs- oder Lizenznummer, die für seriöse Broker zwingend erforderlich ist. Ohne diese Nachweise ist die Plattform nicht bei einer Aufsichtsbehörde registriert. Zweitens werden auf der Website keine Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Adresse angegeben. Der Mangel an transparenten Kontaktmöglichkeiten ist ein starkes Warnsignal. Drittens gibt es keinerlei Belege für eine reguläre Handelslizenz, die den Handel an einer registrierten Börse erlaubt. Die fehlenden Angaben deuten darauf hin, dass es sich um ein reines Online-Schwindelwerk handelt, das nicht über die erforderlichen gesetzlichen Genehmigungen verfügt.

Wie der Betrug bei veritymarkets.com abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

VerityMarkets nutzt gezielte Social-Media-Kampagnen, um potenzielle Anleger zu erreichen. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok werden angebliche „Anlageberater“ als Influencer präsentiert, die hohe Renditen versprechen. Die ersten Einzahlungen werden bewusst niedrig gehalten, um die Hemmschwelle zu senken. Sobald ein Konto eröffnet ist, wird dem Nutzer ein persönlicher Ansprechpartner zugewiesen, der auf Wunsch weitere Kontakte via Telegram oder WhatsApp herstellt. Diese ersten Schritte dienen dem Aufbau von Vertrauen und der Vorbereitung des Opfers auf die folgenden Phasen.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, zeigt die Plattform fiktive Gewinnzahlen an. Diese Daten werden nicht durch echte Handelsaufträge erzeugt, sondern durch Software generiert, die das Aussehen einer erfolgreichen Handelsaktivität nachahmt. Der Nutzer sieht angeblich steigende Kontostände, die von der Plattform manipuliert werden. Ziel ist es, das Vertrauen in die Plattform zu festigen und die Illusion von Sicherheit zu erzeugen.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach der ersten Phase wird der Nutzer in regelmäßigen Abständen mit Angeboten für „VIP-Konten“, „Hebel-Boni“ oder „exklusive IPO-Zugänge“ konfrontiert. Durch gezielte Dringlichkeit („nur heute“) und Social-Proof-Effekte, etwa gefälschte Erfolgsgeschichten, werden die Nutzer zum Nachschlagen von größeren Beträgen angeregt. Diese Phase ist entscheidend, denn sie führt dazu, dass die Nutzer mehr Geld in das System einspeisen, ohne dass echte Handelsaktivitäten stattfinden.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Nutzer versucht, Gewinne oder Einlagen auszuzahlen, werden plötzlich mehrere Gebühren verlangt. Zu den üblichen Forderungen zählen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf, die angeblich helfen, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind ein klassisches Merkmal des Recovery-Scams. Die Täter nutzen die Angst und Verwirrung der Betroffenen aus und verkaufen die gesammelten Daten an weitere Schwindler. Ein seriöser Rechtsanwalt oder eine Behörde würde niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verschärft die Situation.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Verläufe, Screenshots und Zahlungsbelege. Diese Unterlagen sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse: Informieren Sie Ihre Finanzinstitution über die verdächtigen Transaktionen. Bitten Sie um Auskunft, ob die Mittel noch in Ihrem Konto liegen und ob Rückbuchungen möglich sind.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder an die zuständige Ermittlungsbehörde. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Seriöse Anwälte und Behörden melden sich nicht per WhatsApp oder Telegram. Jede Bitte um Vorauszahlung ist ein weiterer Schwindel.

Schlussbemerkung

VerityMarkets (veritymarkets.com) ist eindeutig ein betrügerisches Unternehmen, das auf die Abzocke von Anlegern ausgelegt ist. Die fehlenden Lizenzdaten, die fehlenden Kontaktinformationen und die manipulierenden Gewinnanzeigen sind klare Indikatoren für unseriöse Aktivitäten. Als ehemaliger Finanzermittler in einer Spezialeinheit weiß ich, wie wichtig es ist, solche Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und die nötigen Schritte zu unternehmen, um weitere Schäden zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei veritymarkets.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei veritymarkets.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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