Winning Fortress Investments (winningfortress.live): ein Faktencheck zu Betrug und Auszahlungen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Winning Fortress Investments (winningfortress.live) hat sich als Plattform für angebliches Forex- und Krypto-Trading etabliert. Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Betreiber keine gültige Lizenz besitzen und die auf der Seite dargestellten Erfolge auf manipulierten Daten beruhen. Das Unternehmen ist betrügerisch.

Screenshot der Webseite Winningfortress (winningfortress.live)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite winningfortress.live

In den letzten Monaten haben sich zahlreiche Nutzerberichte über die Plattform Winning Fortress Investments (winningfortress.live) vermehrt. Diese Berichte deuten stark auf betrügerische Aktivitäten hin und lassen sich durch konkrete Fakten untermauern. Im Folgenden erläutern wir die Hintergründe, die Beweislage und geben klare Handlungsempfehlungen für Betroffene.

Warum winningfortress.live unseriös ist

Die erste Anzeichen für Unregelmäßigkeiten zeigen sich bereits im Unternehmensprofil. Winning Fortress Investments gibt keine Handelsregisternummer an, obwohl die Seite vorgibt, eine regulierte Plattform zu sein. Außerdem wird auf der Website eine Lizenzbehörde, nämlich die FCA und CySec, angegeben, jedoch fehlt die zugehörige Lizenznummer. Ein regulierter Broker müsste die Lizenznummer öffentlich zugänglich machen, sodass Dritte die Zulässigkeit prüfen können. Das Fehlen dieser Information ist ein klares Indiz dafür, dass die Angabe lediglich der Täuschung dient.

Weiterhin ist die Kontaktadresse problematisch. Die Angabe „Soi Phatthana 5, Lucknow, Uttar Pradesh, USA“ ist geografisch widersprüchlich, da Lucknow in Indien liegt. Das deutet auf eine willkürliche Adresswahl hin, die keine reale Niederlassung belegt. Auch das Fehlen einer Telefonnummer und die einzige Kontaktmöglichkeit über eine E-Mail-Adresse (support@winningfortress.live) erhöhen das Risiko, dass es sich um einen rein virtuellen Auftritt handelt.

Die angebotenen Dienstleistungen, wie Forex-Trading, Krypto-Investment, Immobilien, Aktien, Krypto-Mining und NFTs, werden ohne klare Aufklärung über die Funktionsweise präsentiert. Die Plattform bietet keine transparenten Informationen zu Handelsplattformen, Kontobestätigungen oder regulatorischen Auflagen. Stattdessen werden die Nutzer mit unrealistischen Renditeversprechen konfrontiert, die auf manipulierten Daten basieren. Die Testimonials, die angeblich erfolgreiche Investoren wie Ron DiCicco, Diane Podmanik und Joe Tantillo sind, lassen sich nicht verifizieren, da keine öffentlichen Profile oder unabhängige Bestätigungen vorliegen.

All diese Anzeichen: fehlende Lizenznummer, widersprüchliche Adresse, fehlende Kontaktdaten und unbestätigte Erfolgsgeschichten: führen zu dem Schluss, dass winningfortress.live kein regulierter Broker ist, sondern ein betrügerisches System, das auf Täuschung und Manipulation beruht.

Wie der Betrug bei winningfortress.live abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der erste Kontakt erfolgt meist über gezielte Werbung in sozialen Medien oder über Kaltakquise per E-Mail. Die Plattform nutzt ansprechende Grafiken und vermeintliche Testimonials, um Vertrauen zu schaffen. Interessenten werden häufig mit einer geringen Einstiegsgebühr von etwa 250 € verlockt. Dieser Betrag soll die psychologische Hemmschwelle senken und das Vertrauen in die Plattform festigen. Gleichzeitig werden die Nutzer durch automatisierte Chat-Bots oder angebliche „Berater“ in das System eingeführt, die die Plattform als „sicher“ und „profitabel“ darstellen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigen die Nutzer in einer Web-App angeblich hohe Gewinne, die innerhalb weniger Wochen entstehen. Diese Gewinne werden durch vorgefertigte Screenshots oder simulierte Kontoberechnungen erzeugt. Es gibt keinerlei Nachweis, dass echte Aufträge an regulierte Börsen ausgeführt wurden. Die Plattform nutzt stattdessen Algorithmen, die zufällige Zahlen generieren und den Eindruck von Erfolgen erwecken. Ziel ist es, die Nutzer davon zu überzeugen, dass das System funktioniert und sie ihr Geld sicher anlegen können.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Wenn die Nutzer die simulierten Gewinne sehen, versuchen die Betreiber, sie zu weiteren Einzahlungen zu bewegen. Hierfür werden vermeintlich exklusive Angebote wie ein VIP-Konto, Hebelboni bis zu 1:500 oder „Insider-Tipps“ versprochen. Oft werden Zeitlimits gesetzt, sodass die Nutzer glauben, eine begrenzte Chance zu verpassen. Durch das ständige Auftauchen von fiktiven Erfolgsgeschichten und das Versprechen von garantierten Profiten entsteht ein Druck, der die Angst vor Verlusten minimiert und die Zahlungsbereitschaft steigert. In diesem Stadium können Betrüger bereits mehrere tausend bis hunderte tausend Euro von einzelnen Nutzern fordern.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn die Nutzer nun ihr Geld abheben wollen, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren eingefordert. Diese Gebühren sind frei erfunden, um die Auszahlung zu verzögern und das Vertrauen zu untergraben. Die typische Auflistung lautet:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real; wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder Krypto-Forensiker, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind ebenfalls manipulativ. Hinter diesen Versuchen stecken oft dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betreiben, und verkaufen die gesammelten Opferdaten weiter. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Einstellung aller Zahlungen: Sobald Sie bemerken, dass Gebühren eingefordert werden, stoppen Sie jede weitere Auszahlung. Jede weitere Zahlung erhöht nur die Wahrscheinlichkeit eines totalen Verlusts.
  2. Beweismaterial sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und Nachrichtenverläufe. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später eine Anzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.
  3. Kontakt zur Bank oder Krypto-Börse aufnehmen: Informieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der Sie die Einzahlung getätigt haben, über die verdächtigen Transaktionen. Bitten Sie um eine Sperrung weiterer Auszahlungen und fordern Sie eine Rückverfolgung der Gelder.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige ein. Nutzen Sie dabei die gesicherten Beweismittel, um die Ermittlungen zu unterstützen.
  5. Austausch mit anderen Opfern: Treten Sie in Kontakt mit anderen Betroffenen, etwa in Foren oder Social-Media-Gruppen. Gemeinsam können Sie Erfahrungen teilen, Muster erkennen und möglicherweise rechtliche Schritte bündeln.
  6. Rechtliche Beratung suchen: Konsultieren Sie einen Fachanwalt für Wirtschaftsrecht oder Internetrecht. Ein Anwalt kann Sie über Ihre Rechte informieren und bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche unterstützen.
  7. Öffentliche Plattformen nutzen: Schreiben Sie Bewertungen auf Trustpilot, Google und anderen Plattformen, um andere Nutzer zu warnen. Auch öffentliche Meldungen erhöhen den Druck auf die Betreiber und erleichtern den rechtlichen Prozess.

Abschluss

Winning Fortress Investments (winningfortress.live) ist ein klassisches Beispiel für eine betrügerische Trading-Plattform, die sich auf falsche Lizenzen, manipulierte Gewinne und gefälschte Testimonials stützt. Wenn Sie bereits Geld investiert haben, handeln Sie jetzt: sichern Sie Beweise, informieren Sie Ihre Bank und melden Sie sich rechtlich. Nur so können Sie Ihre Rechte durchsetzen und andere davor schützen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei winningfortress.live gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei winningfortress.live
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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