AflonexitrPro (aflonexitrpro.net) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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AflonexitrPro, das sich als Krypto-Investment-Plattform präsentiert, ist ein klarer Betrug. Die Versprechen von täglichen Profiten und die Nutzung von angeblichen Prominenten-Testimonials sind reine Marketing-Tricks, die auf die Schwäche von Anlegern abzielen.

Screenshot der Webseite Aflonexitrpro (aflonexitrpro.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite aflonexitrpro.net

Warum aflonexitrpro.net unseriös ist

Die ersten Hinweise auf die unseriöse Natur von aflonexitrpro.net ergeben sich aus einer Reihe von Inkonsistenzen. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer und es gibt keinen Hinweis auf eine regulierende Behörde. In der Regel verlangen seriöse Broker einen Aufzeichnungs- und Lizenznachweis, der auf der Website sichtbar ist. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starkes Warnsignal.

Zweitens bietet aflonexitrpro.net tägliche Gewinne von 975 € an, was in der Praxis unmöglich ist. Die Versprechen von „TÄGLICER PROFIT VON 975 €“ sind ein klarer Hinweis auf ein unrealistisches Geschäftsmodell. Der Anbieter nutzt zudem Prominenten-Testimonials ohne Nachweis ihrer Authentizität. Die Namen der angeblichen Unterstützer sind zwar bekannt, aber es gibt keine unabhängige Bestätigung ihrer Beteiligung.

Drittens ist die Mindestanlage von 250 € zwar gering, doch die Plattform bietet keine echte Handelsplattform, sondern ein simuliertes Interface, das Gewinne einblendet, sobald die Einzahlung erfolgt ist. Es gibt keine nachweisbaren Transaktionen auf einer regulierten Börse. Stattdessen wird die angebliche Performance ausschließlich durch interne Datenbankeinträge erzeugt.

Viertens gibt es keinerlei Angaben zu Zahlungsmethoden. Die Website listet keine akzeptierten Zahlungsmittel auf, und die Kontaktinformationen beschränken sich auf eine Telefonnummer im Vorwahlbereich +49, ohne weitere Details. Das Fehlen einer E-Mail-Adresse oder eines klaren Kundenservice-Kanals ist ein weiteres Zeichen dafür, dass es sich um ein unseriöses Angebot handelt.

Schließlich ist das Netzwerk von 56 verbundenen Plattformen ein weiteres Indiz. Betrügerische Anbieter neigen dazu, ihre Marken zu re-branden, um regulatorische Auflagen zu umgehen und neue Opfer zu gewinnen. Die hohe Zahl der Verbindungen deutet auf ein gemeinsames Geschäftsmodell hin, das darauf abzielt, das Vertrauen von Anlegern zu erlangen und anschließend auszunutzen.

Wie der Betrug bei aflonexitrpro.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Der Betrug beginnt häufig mit einer gezielten Ansprache über soziale Medien oder über scheinbar legitime Werbeanzeigen. Auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok erscheinen Posts, die angeblich „Tägliche Gewinne von 975 €“ versprechen. Oft sind die Bilder von Personen, die im Hintergrund ein luxuriöses Leben führen. Diese Personen sind meist gefälschte Profile oder Pseudonyme.

Ein weiteres Mittel ist der Einsatz von sogenannten „Cold-Calls“. Telefonate, die aus dem Ausland stammen, werden von angeblichen „Anlageberatern“ geführt, die das Opfer mit hohen Renditen locken. Die Telefonate beginnen oft mit der Frage, ob der Anrufer Interesse an passivem Einkommen hat, und enden mit dem Angebot, die ersten 250 € auf ein Konto zu überweisen.

Die Plattform nutzt dabei psychologische Prinzipien: Die niedrige Einstiegssumme senkt die Hemmschwelle, während die Aussicht auf schnelle Gewinne den Anreiz erhöht. Sobald das Opfer den ersten Betrag überwiesen hat, erhält es Zugang zu einer Online-Demo, die scheinbar echte Handelstransaktionen anzeigt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Nutzer ein Dashboard, das angebliche Gewinne von 800 € oder mehr in wenigen Tagen zeigt. Diese Zahlen werden jedoch nicht aus realen Börsenquoten abgeleitet. Stattdessen handelt es sich um simulierte Ergebnisse, die vom System generiert werden.

Der Nutzer sieht, wie seine Investition sich verdoppelt, und erhält ein Gefühl der Sicherheit. In der Praxis gibt es jedoch keinerlei echte Orders, die an einer regulierten Börse platziert wurden. Die Gewinne sind lediglich in der Software festgehalten und haben keine reale Wertschöpfung.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Um das Vertrauen zu festigen, wird der Nutzer in der Regel als „VIP“ oder „Premium“-Mitglied bezeichnet. Es wird ein angeblich exklusiver Zugang zu höheren Hebeln, z. B. 1:500, angeboten. Der Betreiber verspricht garantierte Profite und Insider-Tipps für den Handel mit Kryptowährungen.

Der Nutzer wird über E-Mails, SMS oder Chat-Bots informiert, dass er „nur noch heute“ zusätzliche Mittel einzahlen muss, um von einer vermeintlichen „Krypto-Boom-Phase“ zu profitieren. Die Dringlichkeit wird mit Zeitlimits und verknappenden Aussagen verstärkt.

Durch diese Taktiken werden oft Betrugsfälle von 5.000 € bis zu über 500.000 € generiert. In vielen Fällen zahlen die Opfer weitere 10.000 € oder mehr, ohne dass sich die angeblichen Gewinne realisieren.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Nutzer das Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, tauchen plötzlich Gebühren auf. Folgende typische Fake-Gebühren werden aufgelistet:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte mit „Vergleichsverfahren“, Behörden-Mitarbeiter, „Krypto-Forensiker“ mit eigener Wallet-Wiederherstellungs-Software oder ausländische Polizeibehörden. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Dahinter stecken in aller Regel dieselben Täter, die Opferdaten weiterverkaufen.

Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jeder Hinweis, der über solche Kanäle kommt, sollte sofort als Betrugsversuch behandelt werden.

Das Netzwerk hinter aflonexitrpro.net

AflonexitrPro ist Teil eines weitreichenden Netzwerks von 56 Plattformen, die ein gemeinsames Geschäftsmodell teilen. Diese Plattformen nutzen ähnliche Marketingstrategien, tauschen sich über Social-Media-Kampagnen aus und nutzen identische Backend-Systeme. Oftmals wird die gleiche Domain-Suffix-Struktur verwendet, um die Markenidentität zu verschleiern.

Das Netzwerk ermöglicht es den Betrügern, ihre Ressourcen zu bündeln, sich gegenseitig zu unterstützen und die Regulierung zu umgehen. Durch das Teilen von Infrastruktur und Kundenlisten können sie schnell neue Zielgruppen erschließen, ohne die regulatorischen Hürden jeder einzelnen Plattform zu durchlaufen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
    Sobald Sie bemerken, dass Ihre Konten bei aflonexitrpro.net nicht ausgezahlt werden oder Gebühren verlangt werden, stellen Sie alle Transaktionen ein. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko, Ihr Geld zu verlieren.

  2. Beweise sichern
    Speichern Sie alle E-Mails, Screenshots, Transaktionsbestätigungen und Chat-Logs. Diese Dokumente sind entscheidend, um einen möglichen Strafverfolgungsfall zu unterstützen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Krypto-Börsenanbieter
    Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen. Bitten Sie um Rückbuchung, falls möglich, und fordern Sie eine Überprüfung Ihrer Kontobewegungen.

  4. Erstatten Sie eine Anzeige
    Reichen Sie bei der Polizei oder einer spezialisierten Finanzermittlungs-Einheit Anzeige ein. Ihre Erfahrungen können dabei helfen, weitere Opfer zu verhindern.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche
    Wenn Ihnen Personen im Namen von Anwälten oder Behörden schreiben, geben Sie keine Daten preis und leisten keine Zahlungen. Diese Anfragen sind in der Regel Teil des gleichen Betrugsnetzwerks.

Schlussbemerkung

AflonexitrPro ist ein klarer Fall von Anlage- und Krypto-Betrug. Die fehlenden Lizenznachweise, die unrealistischen Renditen, die fehlende Transparenz und das Netzwerk von 56 verbundenen Plattformen machen die Plattform eindeutig unseriös. Nutzen Sie die oben genannten Schritte, um sich zu schützen und Ihre Rechte geltend zu machen.

Das Netzwerk hinter aflonexitrpro.net

AflonexitrPro ist Teil eines Netzwerks von 56 Plattformen, die ähnliche Muster aufweisen. Diese Plattformen teilen sich oft dieselbe Infrastruktur, verwenden identische Web-Templates und tauschen sich über Social-Media-Kampagnen aus.

und 50 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei aflonexitrpro.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei aflonexitrpro.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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