Aiyaphorm (aiyaphorm.at): Ist die Plattform seriös oder ein Betrug?
Aiyaphorm (aiyaphorm.at) ist keine regulierte Börse: es handelt sich um einen klaren Betrug. Sobald Sie auf der Plattform investieren, verlieren Sie Ihr Geld, ohne Möglichkeit zur Rückforderung.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum aiyaphorm.at unseriös ist
Die Fakten sprechen für sich. Auf der Website von aiyaphorm.at gibt es weder eine Handelsregisternummer noch einen Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde. Das ist ein sofortiges Warnsignal: Seriöse Broker müssen ihre Lizenz eindeutig angeben. Des Weiteren wird keine Lizenznummer oder ein Aufsichtsorgan genannt: ein weiteres Zeichen dafür, dass die Betreiber nicht reguliert sind. Die Plattform bietet Forex-Trading, Krypto-Investment und Handel an, aber die Zahlungsmethoden sind nicht ersichtlich. Das Unternehmen nennt lediglich eine Telefonnummer, die mit +43 beginnt, ohne weitere Angaben. In der Marketing-Sektion fehlt die Angabe eines Mindesteinsatzes. Auch wenn die Plattform Testimonials von Personen wie Claire Dubois und James Okafor nutzt, lässt sich keine Verifizierbarkeit dieser Aussagen herbeifinden. Ohne Transparenz über Lizenz, Adresse, Zahlungsmethoden und regulatorische Genehmigungen kann die Plattform nicht als seriös gelten. Diese Kombination aus fehlender Transparenz, fehlenden regulatorischen Angaben und unklaren Zahlungsmodalitäten ist ein starkes Indiz für Betrug.
Wie der Betrug bei aiyaphorm.at abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Aiyaphorm nutzt gezielte Social-Media-Kampagnen, um potenzielle Opfer zu erreichen. Über Instagram und TikTok werden angebliche „Erfolgsstorys“ gepostet, die von angeblichen „Anlageberatern“ stammen. Diese Posts enthalten gefälschte Testimonials, die von Personen wie Sophie Aldridge oder Noel Hartigan stammen, die angeblich in kurzer Zeit enorme Gewinne erzielt haben. Die ersten Einzahlungen sind bewusst niedrig gehalten: typischerweise 250 €, um die Hemmschwelle zu senken. Der Betreiber bietet ein „Willkommensbonus“ an, der nur für neue Nutzer gilt, um sie weiter zu locken. Diese erste Einzahlung wird über die Plattform in eine virtuelle Wallet transferiert, die von Aiyaphorm selbst kontrolliert wird, ohne dass echte Handelsaktivitäten stattfinden.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Nutzer sofort hohe Buchgewinne an: zum Beispiel „Aus 250 € werden in 2 Wochen 800 €“. Diese Zahlen sind reine Software-Simulationen, die von der Plattform generiert werden. Es gibt keine echten Orders, die an einer Börse ausgeführt werden, und keine echten Broker-Konten. Die Plattform nutzt eine ansprechende Benutzeroberfläche, um Vertrauen zu erwecken. Durch die Darstellung von „Gewinnen“ wird der Nutzer davon überzeugt, dass sein Geld sicher ist und wächst. Der Betreiber nutzt dabei keine echten Handelsdaten, sondern setzt auf ein Modell, das lediglich die Zahlen auf dem Bildschirm anzeigt, während das Geld in einer zentralen Wallet verbleibt.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Der Betreiber baut über Wochen eine Beziehung zum Nutzer auf, oft über private Chats. Dabei werden „VIP-Konten“ angeboten, die angeblich höhere Hebel (bis zu 1:500) und garantierte Profite bieten. Die Nutzer werden mit Begriffen wie „Exklusiver IPO-Zugang“ und „Insider-Tipps“ konfrontiert. Gleichzeitig wird ihnen ein Zeitlimit gesetzt: „Nur heute!“: um den Druck zu erhöhen. Diese Taktik führt dazu, dass Nutzer weitere Beträge zwischen 5.000 € und 50.000 € einzahlen, um ihr angebliches Konto zu “vergrößern”. In seltenen Fällen werden Opfer sogar mehr als 500.000 € investieren, wenn die Plattform zusätzliche „Premium-Services“ anbietet.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald der Nutzer seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital auszahlen lassen will, kommt die eigentliche Betrugssparte in Kraft. Der Betreiber verlangt sofort mehrere Gebühren, bevor die Auszahlung stattfindet. Hier ist die Liste der üblichen Forderungen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft Dritte auf, die sich als „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, und verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen versprechen, das Geld zu retten, aber sie sind in der Regel Teil des gleichen Netzwerks, das die Plattform betreibt. Sie nutzen das Vertrauen der Betroffenen aus und verkaufen die gesammelten Daten an Dritte. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie solche Angebote und halten Sie sich an die Schritte, die im nächsten Abschnitt beschrieben werden.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Gefahr, dass Sie noch mehr Geld verlieren. Schließen Sie alle offenen Transaktionen ab und vermeiden Sie neue Kontakte zur Plattform.
- Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Kontoauszüge und Transaktionsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder den Fall an die Polizei melden wollen.
- Bank und Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, über die Sie die Einzahlung getätigt haben, und teilen Sie ihnen mit, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Fordern Sie, falls möglich, eine Rückbuchung an.
- Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Ihre Meldung kann dazu beitragen, weitere Personen vor dem Betrug zu schützen.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jede Nachricht, die von „Anwälten“ oder „Behörden“ kommt, die Sie über WhatsApp oder Telegram kontaktieren, ist höchstwahrscheinlich ein weiteres Schwindel-Vortäuschung. Lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Rettungsangeboten täuschen.
- Sicherheitshinweis für Ihre Konten: Ändern Sie alle Passwörter und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Ihre Online-Konten. So verhindern Sie, dass die Betrüger weiterhin auf Ihre persönlichen Daten zugreifen können.
Schluss
Aiyaphorm (aiyaphorm.at) ist ein klarer Betrugsfall. Bleiben Sie wachsam und handeln Sie sofort, um weitere Verluste zu vermeiden. Sie verdienen es, Ihr Geld sicher zu verwalten: lassen Sie sich nicht von unseriösen Plattformen täuschen.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei aiyaphorm.at gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.