Aiyaphorm (aiyaphormat.com) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Aiyaphorm (aiyaphormat.com) ist ein betrügerisches Handelsportal, das Anlegern überhöhte Gewinne verspricht, während es keinerlei regulatorische Genehmigungen oder echte Handelsaktivität bietet.

Screenshot der Webseite Aiyaphormat (aiyaphormat.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite aiyaphormat.com

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit habe ich mehr als 500 Anlagebetrugs-Verfahren bearbeitet und dabei immer wieder Muster entdeckt, die auf systematisches Vorgehen hinweisen. Die Untersuchung von Aiyaphorm (aiyaphormat.com) folgt diesem Muster und liefert konkrete Beweise für die unseriöse Natur dieser Plattform.

Warum aiyaphormat.com unseriös ist

Die Analyse von Aiyaphorm (aiyaphormat.com) offenbart mehrere Inkonsistenzen, die eindeutig auf betrügerische Absichten hinweisen. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Registrierungsnummer oder eines Lizenzstatus. Ein seriöses Handelsunternehmen muss bei der zuständigen Aufsichtsbehörde registriert sein und eine eindeutige Lizenznummer vorweisen können. Ohne diese Angaben ist die Plattform nicht rechtlich abgesichert und kann nicht als vertrauenswürdig gelten.

Zweitens wird die Plattform in der Werbung tägliche Gewinnmöglichkeiten von über 750 € versprechen. Solche Versprechen sind nicht nur unrealistisch, sondern auch rechtlich problematisch, da sie den Eindruck erwecken, die Gewinne würden garantiert. In der Finanzbranche ist eine solche Garantie unzulässig, da die Märkte volatil sind und keine festen Renditen garantiert werden können.

Drittens wird auf der Website ausschließlich eine Kontakttelefonnummer mit der Vorwahl +43 angezeigt, ohne weitere Kontaktinformationen. Ein seriöser Anbieter stellt mehrere Kommunikationskanäle bereit, darunter E-Mail, Telefon und Live-Chat. Das Fehlen solcher Kontaktdaten ist ein starkes Warnsignal.

Viertens bietet die Plattform keine transparenten Angaben zu den angebotenen Dienstleistungen. Obwohl „KI-Handel“, „Forex-Handel“ und „Krypto-Investment“ genannt werden, gibt es keine Erläuterung, welche konkreten Produkte oder Märkte gehandelt werden. Fehlen klare Informationen über die Handelsstrategie, die Risikobewertung oder die verwendeten Broker, ist die Plattform ein klarer Verstoß gegen die Informationspflichten für Finanzdienstleister.

Wie der Betrug bei aiyaphormat.com abläuft

Der Betrug bei aiyaphormat.com lässt sich in fünf Schritten beschreiben, die jeweils darauf ausgelegt sind, Vertrauen aufzubauen, Gewinne zu simulieren, weitere Einzahlungen zu erzwingen, Auszahlungen zu blockieren und schließlich zusätzliche Gebühren zu erheben.

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Aiyaphorm nutzt gezielt Social-Media-Kampagnen auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok. Dort werden gefälschte Promi-Testimonials gezeigt, in denen „HANS PETER HASELSTEINER“ und andere scheinbare Influencer von „täglichen Gewinnen“ berichten. Diese Videos enthalten oft visuelle Effekte, die ein sofortiges Gefühl von Dringlichkeit erzeugen. Sobald ein Nutzer Interesse signalisiert, wird er zu einem „persönlichen Beratungsgespräch“ per Telefon oder Chat eingeladen. Das Gespräch beginnt immer mit einer kleinen Einzahlung von etwa 250 €: gerade genug, um die psychologische Hemmschwelle zu senken, ohne das Risiko zu stark zu erhöhen. Der Betroffene glaubt, dass er damit ein echtes Handelskonto eröffnet hat.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von Aiyaphorm in wenigen Tagen scheinbare Gewinne, die die 250 € in 800 € oder mehr steigern. Diese Zahlen entstehen ausschließlich durch die Software, die zufällige Gewinne generiert, um Vertrauen zu schaffen. Es gibt keine echten Aufträge, die an eine regulierte Börse oder einen legitimen Broker gesendet werden. Stattdessen werden die Kontoinformationen von der Plattform intern manipuliert, sodass das Dashboard beeindruckende Zahlen anzeigt. Der Nutzer wird so überzeugt, dass die Plattform tatsächlich funktioniert und die Rendite erzielt wird.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Nutzer den ersten Gewinn sieht, wird ihm ein „VIP-Konto“ mit einem Hebel von 1:500, exklusiven IPO-Zugängen und garantierten Profiten angeboten. Diese Versprechen sind jedoch reine Marketing-Tricks. Der Plattformbetreiber nutzt psychologisches Druckspiel: Zeitliche Begrenzungen („nur heute verfügbar“), gefälschte Erfolgsgeschichten anderer „Investoren“ und das Versprechen, dass ein weiteres Investment die Rendite dramatisch erhöhen kann. Typischerweise zahlen die Betroffenen zwischen 5.000 und 50.000 €: manche Opfer geben sogar über 500.000 € auf.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Nutzer nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird ihm plötzlich eine Reihe von Gebühren in Rechnung gestellt. Zu den häufigen Fake-Gebühren gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Gebühren sind die letzte Melkphase des Scams: Sobald ein Betrugsopfer bezahlt, verliert er zusätzlich das Geld, ohne jemals eine Auszahlung zu erhalten.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach der Zahlung der Gebühren meldet sich häufig ein angeblicher Anwalt oder ein „Krypto-Forensiker“. Diese Personen versprechen, die verlorenen Gelder zurückzuholen, fordern aber Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ und „Server-Zugriff“. Diese Forderungen sind ein weiteres Zeichen der Täuschung. Oft handelt es sich um dieselben Täter, die die Plattform betreiben, die Daten der Opfer verkaufen oder sie für weitere Betrugsaktionen nutzen. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter aiyaphormat.com

Aiyaphorm ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die dieselben gefälschten Testimonials, dieselbe Marketing-Botschaft und dieselbe Backend-Architektur teilen. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es den Tätern, ihre Marken zu wechseln, sobald die Behörden ein Unternehmen verfolgen. Durch das Netzwerk können sie gleichzeitig mehrere Konten bei unterschiedlichen Aufsichtsbehörden eröffnen, um den Anschein von Regulierung zu erwecken, obwohl keine echte Genehmigung vorliegt. Diese Struktur erschwert es Betroffenen, die Verantwortlichen zu identifizieren, und erhöht die Gefahr, dass weitere Betrugsplattformen entstehen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, dass Sie das gesamte Geld verlieren.
  2. Bewahren Sie alle Kommunikationsnachrichten, Screenshots und Kontoauszüge auf. Diese Beweismittel sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder die Polizei informieren.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Kreditkartenanbieter, um die Transaktionen zu stoppen und eventuelle Rückbuchungen zu veranlassen. Erklären Sie, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind.
  4. Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde. Geben Sie dabei alle gesammelten Beweise an.
  5. Ignorieren Sie alle späteren Kontaktversuche von angeblichen Anwälten oder „Forensik-Experten“. Diese Personen sind Teil des Betrugs und versuchen, weitere Gebühren einzutreiben.

Abschluss

Aiyaphorm (aiyaphormat.com) ist ein klarer Betrug, der auf gefälschten Testimonials, unrealistischen Gewinnversprechen und einer vollständigen fehlenden Regulierung beruht. Die beschriebenen Schritte zeigen deutlich, wie das Unternehmen seine Opfer manipuliert und schließlich ausbeutet. Wenn Sie bereits Geld investiert haben, handeln Sie jetzt: sichern Sie Ihre Beweise, wenden Sie sich an Ihre Bank und melden Sie den Betrug sofort.

Das Netzwerk hinter aiyaphormat.com

Aiyaphorm ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die ähnliche Marketingstrategien, gefälschte Testimonials und ein gemeinsames Backend nutzen. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, Kunden über mehrere Marken hinweg zu locken und die Wiedererkennung des Betrugs zu verschleiern.

und 81 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei aiyaphormat.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei aiyaphormat.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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