Allenbygroup (allenbygroup.com) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Allenbygroup (allenbygroup.com) ist ein betrügerisches Brokerunternehmen. Der Betreiber präsentiert sich als seriöse Plattform, liefert aber keine lizenzierten Informationen, keine Kontaktadresse und keine nachvollziehbaren Handelsaktivitäten.

Screenshot der Webseite Allenbygroup (allenbygroup.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite allenbygroup.com

Warum allenbygroup.com unseriös ist

Allenbygroup gibt sich als Broker für Forex, CFD, Index und Aktien an. Der Betreiber behauptet, die Aufsicht der FCA zu haben, liefert jedoch keine Lizenznummer. Die fehlende Lizenznummer ist ein sofortiges Warnsignal. Laut den öffentlich zugänglichen Daten fehlt zudem die Handelsregisternummer. Ohne registrierte Nummer kann die Firma nicht in der EU als Finanzdienstleister anerkannt werden.

Die Website ist zweisprachig, jedoch ohne Kontaktinformationen. Keine E-Mail, keine Telefonnummer, keine Adresse. Dies verhindert jede Möglichkeit, den Betreiber zu kontaktieren, falls Unstimmigkeiten auftreten. Die Zahlungsoptionen sind nicht aufgeführt; die Seite gibt an, dass Zahlungen möglich sind, aber keine Zahlungsmethoden werden angezeigt. Dies ist ein klassisches Zeichen von Betrugsplätzen, die auf Anonymität setzen.

Allenbygroup behauptet, seit 2016 tätig zu sein und 300.000 Kunden betreut zu haben. Diese Angaben sind ohne Belege. Der Betreiber listet 30+ Auszeichnungen, die jedoch nicht verifizierbar sind. Die Kombination aus fehlender Lizenz, fehlender Registrierung, fehlender Kontaktinformation und unbestätigten Auszeichnungen legt nahe, dass die Plattform nicht den regulatorischen Anforderungen entspricht.

Wie der Betrug bei allenbygroup.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Allenbygroup erreicht potenzielle Opfer durch gezielte Social-Media-Ads. Auf Instagram, TikTok und Facebook erscheinen Anzeigen, die angeblich hohe Renditen versprechen. Influencer-Testimonials, die scheinbar von bekannten Persönlichkeiten stammen, werden eingebettet. Diese Anzeigen zeigen häufig eine niedrige Einstiegshöhe: etwa 250 EUR: um die Hemmschwelle zu senken. Sobald der Kunde die Website betritt, erhält er einen „Willkommensbonus“, der angeblich sofortige Gewinne simuliert. Der Mechanismus nutzt psychologische Trigger: Verknappung, soziale Bestätigung und ein scheinbar kurzer Gewinnzeitraum. Der erste Kontakt ist damit ein klassischer Lockmechanismus, der das Opfer emotional bindet und die Bereitschaft erhöht, weitere Mittel einzuzahlen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform ein Dashboard mit scheinbar realen Gewinnzahlen. Die Software von Allenbygroup generiert fiktive Trades, die hohe Gewinne ausgeben: z. B. 250 EUR werden in zwei Wochen angeblich zu 800 EUR. Es gibt keine echten Handelsaufträge, keine Verbindung zu regulierten Börsen, keine Orderbücher. Die Zahlen sind lediglich in der internen Datenbank gespeichert. Der Betreiber nutzt diese Daten, um Vertrauen zu schaffen. Die Darstellung ist so realistisch, dass selbst unerfahrene Anleger glauben, dass echte Gewinne erzielt wurden.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Account-Manager“ tritt in den Kontakt. Durch E-Mails, Telefonate oder private Chats baut er eine Beziehung auf. Er bietet exklusive VIP-Konten, Hebelboni von 1:500 und garantiert „profitable“ Trades an. Der Manager nutzt Zeitdruck („nur heute“) und künstliche Verknappung, um die Entscheidung zu beschleunigen. Häufig werden Geschichten von „anderen Investoren“, die große Summen verpasst haben, erzählt. Diese Taktiken führen dazu, dass Opfer 5.000 EUR bis 50.000 EUR einzahlen. In seltenen Fällen werden mehr als 500.000 EUR übergeben. Allenbygroup nutzt diese Strategie, um das Geld des Opfers schnell zu maximieren, bevor die Plattform geschlossen wird.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Kunde seine Gewinne auszahlen möchte, erscheint plötzlich eine Liste von Gebühren. Typische Fake-Gebühren sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und erhält trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach der ersten Verlustphase tauchen häufig Dritte auf: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Diese versprechen, das Geld zurückzuholen und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen stecken meist dieselben Täter, die die Daten verkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Betroffene sollten sofort die angeblichen Dienste ablehnen, da dies ein weiteres Vorgehen des Betrugs ist.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung erhöht das Risiko, dass das Geld nicht zurückgegeben wird.
  2. Belege sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Überweisungsbelege und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank: Informieren Sie die Bank über die verdächtige Transaktion. Fordern Sie eine Rückbuchung an und lassen Sie das Konto sperren, falls noch offen.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Reichen Sie bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Finanzaufsichtsbehörde eine Anzeige ein. Ihre Erfahrung zählt als Beweismaterial gegen die Betreiber.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Vermeiden Sie jegliche Kontaktaufnahme mit angeblichen Anwälten oder Forensikern, die Vorauszahlungen fordern. Diese Angebote sind Teil des Betrugs.

Abschließende Hinweise

Allenbygroup (allenbygroup.com) demonstriert typische Merkmale von betrügerischen Brokerplattformen: fehlende Lizenznummer, keine Kontaktadresse, keine Zahlungsoptionen, unrealistische Gewinnversprechen und manipulative Techniken. Betroffene sollten sofort handeln, ihre Belege sichern und die zuständigen Behörden informieren. Nur so kann die Spur des Betrugs verfolgt und weitere Opfer geschützt werden.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei allenbygroup.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei allenbygroup.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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