Arbiquant (arbionis-pt.com) im Faktencheck: Ist die Plattform seriös?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Arbiquant, die von arbionis-pt.com betriebene Investmentplattform, stellt sich als verlockendes Angebot dar, verspricht jedoch unrealistische Renditen und nutzt gezielte Marketingtricks. Die Analyse zeigt, dass die Plattform betrügerisch ist und Anleger in einer klassischen Ausbeutungsmasche gefangen hält.

Screenshot der Webseite Arbionis Pt (arbionis-pt.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite arbionis-pt.com

Warum arbionis-pt.com unseriös ist

Arbiquant präsentiert sich als professionelle Investmentplattform, doch eine genaue Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen offenbart mehrere gravierende Inkonsistenzen. Erstens fehlt die Angabe einer Handelsregisternummer sowie einer Aufsichtsbehörde, was ein wesentliches Kennzeichen seriöser Broker ist. Zweitens ist auf der Website keine eindeutige Lizenznummer angegeben, obwohl das Unternehmen als „investment_platform“ firmiert. Drittens wird ein täglicher Gewinn von bis zu €1400 pro Tag versprochen: ein Betrag, der weit über den marktüblichen Renditen liegt und keine nachvollziehbare Basis hat. Viertens werden Testimonials wie „Isabel dos Santos“ und „Pedro Ferreira“ ohne jegliche Verifizierbarkeit präsentiert; sie erscheinen lediglich als Namen ohne weitere Angaben. Schließlich nutzt die Plattform aggressive Marketingstrategien: Sie garantiert Gewinne, schafft Dringlichkeit und behauptet, Prominente unterstütze die Plattform. Diese Elemente sind klassische Kennzeichen für Betrugsmaschen und lassen keinerlei Zweifel an der Seriosität der Plattform aufkommen.

Wie der Betrug bei arbionis-pt.com abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

Arbiquant greift potenzielle Anleger über verschiedene Kanäle an. Häufig sind es gezielte Werbeanzeigen auf Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok, die angebliche Erfolgsgeschichten von „Trading-Gurus“ zeigen. Oft werden gefälschte Promi-Testimonials verwendet, die auf die Plattform verweisen. Ein weiterer Kanal ist der direkte Kontakt per E-Mail oder WhatsApp, wo angebliche Anlageberater persönliche Gespräche anbieten. Sobald Interesse besteht, wird ein lockendes Minimum von €250 als erste Einzahlung gefordert. Dieses geringe Einzahlungsvolumen senkt die psychologische Hemmschwelle, sodass der Anleger schnell in die Plattform einsteigt, ohne die Risiken vollständig zu begreifen. Die Plattform nutzt dabei die Verheißung von schnellen Renditen, um Vertrauen zu gewinnen.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Anleger sofort hohe Gewinnzahlen an: zum Beispiel „Aus €250 werden in zwei Wochen €800“. Diese Zahlen sind reine Softwareanimationen, die ohne echte Handelsaktivität erzeugt werden. Es gibt keine echten Orders, die an einer regulären Börse platziert werden. Stattdessen generiert die Web-App zufällige, aber beeindruckende Gewinne, die lediglich der Verführung dienen. Diese Vorgehensweise baut das Vertrauen des Nutzers weiter aus und lässt ihn glauben, dass die Plattform tatsächlich Profite erwirtschaftet.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Um die Gewinne zu maximieren, wird dem Anleger ein „VIP-Status“ versprochen. Dabei wird ein hohes Hebelangebot wie 1:500 sowie garantierte Profite und exklusive Zugang zu angeblich lukrativen IPOs dargestellt. Durch wiederholte persönliche Gespräche, oft via Video-Chat, wird der Anleger kontinuierlich motiviert, größere Beträge einzuzahlen: häufig zwischen €5 000 und €50 000. Die Plattform nutzt dabei Zeitlimits („nur heute“) und künstliche Verknappung, um ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen. Das Ziel ist, die Investition des Nutzers zu erhöhen, ohne dass echte Markttransaktionen stattfinden.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger schließlich sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchte, tritt die eigentliche Ausbeutungsphase in Kraft. Plötzlich verlangt die Plattform verschiedene Gebühren, die von seriösen Banken oder lizenzierten Brokern nie in dieser Form verlangt würden. Folgende typische Gebühren werden eingeführt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig weitere Personen auf den Plan: angebliche Anwälte, die „Vergleichsverfahren“ anbieten, oder Krypto-Forensiker, die behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel handelt es sich bei diesen Personen um die gleichen Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Ein seriöser Anwalt oder eine Behörde würde niemals per WhatsApp oder Telegram unaufgefordert Kontakt aufnehmen und Vorauszahlungen verlangen. Diese Phase ist die letzte Melkphase des Betrugs.

Das Netzwerk hinter arbionis-pt.com

Arbiquant ist Teil eines Netzwerks von 17 Plattformen, die dieselbe technische Basis nutzen. Das bedeutet, dass hinter jeder Plattform dieselben Betreiber, dieselbe Infrastruktur und dieselben betrügerischen Vorgehensweisen stecken. Sobald eine Plattform auffliegt, wird sie häufig neu markiert oder umbenannt, um die Ermittlungen zu umgehen. Anleger, die bereits mit einer dieser Plattformen in Kontakt gekommen sind, sollten besonders wachsam sein, da die gleichen Betrugsstrategien wiederholt werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jeder zusätzliche Einzahlungsversuch erhöht das Risiko, die gesamte Summe zu verlieren.
  2. Alle Belege und Transaktionsnachweise sichern: Diese Dokumente sind wichtig für mögliche Ermittlungen und für die Nachverfolgung des Geldflusses.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse: Informieren Sie sie über den Vorfall und lassen Sie ggf. das Guthaben sperren.
  4. Reichen Sie Strafanzeige ein: Melden Sie den Vorfall bei der Polizei oder der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde, um die Ermittlungen zu unterstützen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Jede Forderung nach Vorauszahlungen von angeblichen Anwälten oder „Forensikern“ ist ein weiterer Versuch, zusätzliches Geld zu ergaßen.

Fazit

Arbiquant (arbionis-pt.com) ist eindeutig eine betrügerische Plattform, die auf unrealistische Renditen, gefälschte Testimonials und aggressive Marketingstrategien setzt. Anleger, die bereits involviert sind, sollten sofort handeln, um weitere Verluste zu vermeiden und die Ermittlungen zu unterstützen. Seien Sie vorsichtig und prüfen Sie immer die Lizenzen und Registernummern eines Brokers, bevor Sie Geld investieren.

Das Netzwerk hinter arbionis-pt.com

Arbiquant ist Teil eines Netzwerks von 17 Plattformen, die dieselbe technische Infrastruktur nutzen und häufig im Zusammenhang mit identischen betrügerischen Praktiken stehen. Diese Verbindung erhöht das Risiko für Anleger erheblich.

und 11 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei arbionis-pt.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei arbionis-pt.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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