Arbitragexcel (arbitragexcel.com) im Faktencheck: Ist die Plattform betrügerisch?
Sie haben auf arbitragexcel.com ein Konto eröffnet und sind jetzt mit dem Gefühl konfrontiert, möglicherweise betrogen worden zu sein. Die Plattform zeigt keinerlei seriöse Anzeichen: keine Registernummer, keine Lizenzangaben und keine nachvollziehbaren Geschäftsadresse.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum arbitragexcel.com unseriös ist
Die Plattform weist mehrere auffällige Inkonsistenzen auf, die auf eine betrügerische Absicht hinweisen. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Registernummer oder einer Lizenzbehörde, obwohl der Betrieb von Online-Trading-Plattformen in Deutschland und der EU grundsätzlich einer Aufsichtspflicht unterliegt. Zweitens sind auf der Website keinerlei Angaben zu einer physischen Geschäftsadresse vorhanden, obwohl eine solche für die rechtliche Verantwortlichkeit erforderlich ist. Drittens ist die angebotene Sprachevielfalt: 24 Sprachen: ohne klare Zielgruppe oder nachvollziehbare Marketingstrategie. Ein weiterer Alarm ist das Fehlen jeglicher vertrauenswürdiger Testimonial-Namen, was auf eine gezielte Täuschung abzielt. Darüber hinaus gibt es keinerlei Hinweise auf Zertifizierungen oder Auszeichnungen, die die Glaubwürdigkeit einer Plattform stärken könnten. Diese fehlenden Elemente bilden zusammen ein starkes Indiz dafür, dass arbitragexcel.com nicht den Standards einer seriösen Finanzplattform entspricht und vermutlich betrügerische Absichten verfolgt.
Wie der Betrug bei arbitragexcel.com abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Potenzielle Opfer werden häufig über gezielte Online-Werbung angesprochen, etwa auf Social-Media-Plattformen oder in Chatgruppen. Die Kampagnen nutzen oft ansprechende Grafiken, die „schnelle Gewinne“ versprechen, ohne die Risiken zu betonen. Die ersten Einzahlungen sind bewusst niedrig gehalten, etwa 250 €, um die Hemmschwelle zu senken. Diese geringe Summe dient dazu, das Vertrauen zu gewinnen, indem dem Nutzer das Gefühl vermittelt wird, bereits ein kleines, aber erfolgreiches Investment zu tätigen.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Nutzer scheinbar hohe Buchgewinne. Die Software simuliert Transaktionen, die angeblich in kurzer Zeit zu einem Gewinn von mehreren hundert Euro führen. Diese „Gewinne“ entstehen jedoch nicht durch echte Marktbewegungen, sondern durch programmierte Datenbankeinträge. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem echten Broker-Konto; die Plattform nutzt lediglich eine Web-App, um die Zahlen anzuzeigen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein automatisierter Chatbot baut über Wochen oder Monate eine Beziehung auf. Der Nutzer wird mit Versprechen von VIP-Konten, hohem Hebel und garantierten Profiten konfrontiert. Häufig wird ein Zeitdruck gesetzt, etwa „nur heute noch verfügbar“, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen. Durch diese Techniken werden Betrugsverdächtige dazu gebracht, zusätzliche Mittel zu überweisen: häufig zwischen 5.000 und 50.000 € oder sogar mehr.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Nutzer nun seine angeblichen Gewinne auszahlen möchte, treten plötzlich mehrere Gebühren in den Vordergrund. Typische Forderungen sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese zusätzliche Belastung dient lediglich dazu, noch mehr Geld von der betroffenen Person zu ergaunern, während die eigentliche Auszahlung nicht stattfindet.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten melden sich häufig „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Reparaturgebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind jedoch reine Ablenkung, denn hinter ihnen stehen dieselben Täter, die die Daten weiterverkaufen. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Betroffene niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Das Netzwerk hinter arbitragexcel.com
arbitragexcel.com ist Teil eines Netzwerks von 31 Plattformen, die ähnliche Marketing- und betrügerische Modelle anwenden. Die Plattformen teilen oft dieselbe technische Basis, die sie von zentralen Servern aus betreiben. Durch Re-Branding-Strategien wird versucht, die Aufmerksamkeit auf neue Namen zu verlagern, sobald die ursprüngliche Domain von Aufsichtsbehörden oder der Öffentlichkeit unter Druck gerät. Dieses Vorgehen deutet stark darauf hin, dass die Betreiber hinter den 31 Plattformen ein einheitliches betrügerisches Konzept verfolgen und Ressourcen effizient verteilen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie den Verdacht haben, dass die Plattform betrügerisch ist, stoppen Sie alle Transaktionen.
- Belege sichern. Sammeln Sie sämtliche Kontoauszüge, E-Mails, SMS-Nachrichten und Bildschirmfotos. Diese Dokumente dienen als Beweismaterial.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse. Informieren Sie den Zahlungsdienstleister über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie ggf. Rückbuchungen an.
- Rechtsanwalt konsultieren. Ein Fachanwalt für Strafrecht kann Sie beraten, wie Sie eine Strafanzeige erstatten und welche Rechte Sie haben.
- Versuchen Sie nicht, den „Recovery-Scam“ zu verfolgen. Ignorieren Sie Anfragen von angeblichen Anwälten oder Forensikern, die Vorauszahlungen fordern. Diese sind Teil der Masche.
- Melden Sie sich bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Dort können Sie eine Beschwerde einreichen, damit die Behörde die Plattform untersuchen kann.
- Teilen Sie Ihre Erfahrung. Veröffentlichen Sie Ihren Fall in Foren oder auf Plattformen wie Trustpilot, um andere zu warnen.
Schluss
Wenn Sie Opfer von arbitragexcel.com geworden sind, ist es entscheidend, ruhig und methodisch vorzugehen. Durch die konsequente Dokumentation, rechtliche Schritte und das Melden an die Aufsichtsbehörden können Sie Ihre Chancen erhöhen, zumindest teilweise Wiedergutmachung zu erreichen.
Das Netzwerk hinter arbitragexcel.com
arbitragexcel.com ist Teil eines Netzwerks von 31 Plattformen, die ähnliche Marketingstrategien nutzen und oftmals dieselbe technische Infrastruktur teilen. Solche Re-Brandings lassen vermuten, dass Betreiber hinter den verschiedenen Namen dieselben Personen stehen.

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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei arbitragexcel.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.