Attivonda (attivonda-it.com): Betrug im Anmarsch

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Attivonda, ein scheinbares Trading-Portal, ist ein klassischer Betrugsmaske. Die Plattform lockt mit unrealistischen Gewinnen, verschleiert ihre Identität und fordert Gebühren, die keine seriösen Broker verlangen. Stoppen Sie den Betrug jetzt.

Screenshot der Webseite Attivonda It (attivonda-it.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite attivonda-it.com

Über Anton Haverkamp

Ich habe fünf Jahre bei der Polizei gedient, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In dieser Einheit habe ich mehr als 500 Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet, wobei ich mich insbesondere auf Geldströme in der Blockchain konzentriert habe. Meine Erfahrung zeigt: Betrüger nutzen gezielt lückenhafte Regulierungen aus. Ich schreibe diesen Artikel, um Sie zu warnen, bevor Sie in die Falle tappen. Sie brauchen nicht mehr zu zahlen: handeln Sie jetzt.

Warum attivonda-it.com unseriös ist

Attivonda präsentiert sich als Plattform für „Trading crypto“ und „Trading azionario“. Doch die fehlenden Eckdaten sind alarmierend: Es gibt keine Handelsregisternummer, kein Lizenzamt, keine registrierten Aufsichtsbehörden. In der EU bedeutet das sofortiges Misstrauen. Der Betreiber nennt sich selbst als „Anti truffa“, ein Wort, das im italienischen Recht für Betrug steht. Diese Selbstbezeichnung ist ein klares Zeichen, dass die Seite auf Täuschung abzielt.

Die Marketing-Botschaften verstärken das Bild: „OTTIENI OPPORTUNITÀ DI GUADAGNO DI OLTRE 975 € AL GIORNO“. Diese Versprechungen sind nicht nur unrealistisch, sondern auch vertraglich nicht durchsetzbar. Ein Broker, der täglich 975 € verspricht, würde sofort regulatorische Aufmerksamkeit auf sich ziehen: was bei Attivonda nicht passiert.

Die Kontaktinformationen sind unvollständig. Nur eine internationale Telefonvorwahl (+39) ist angegeben, aber weder eine E-Mail noch eine Adresse. Das ist ein klassisches Kennzeichen von Fake-Plattformen. Kunden haben keine Möglichkeit, sich an einen Ansprechpartner zu wenden oder rechtliche Schritte zu verfolgen.

Die Liste der Testimonials ist ein weiteres Warnsignal. Namen wie „CARLO CALENDA“, „PIERO FERRARI“ und „ALESSANDRO ROMANO“ werden ohne nachvollziehbare Hintergründe präsentiert. Diese Personen existieren nicht als belegte Investoren; die Namen sind gefälschte Identitäten, die Vertrauen erwecken sollen. In der Regel sind solche Namen generiert, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen. Ein seriöser Broker würde echte, verifizierte Referenzen vorlegen.

Zusammengefasst: Fehlende Registrierungen, fehlende Lizenzen, unrealistische Versprechen, unvollständige Kontaktdaten und gefälschte Testimonials: das ist ein klarer Hinweis auf Betrug. Stoppen Sie sofort.

Wie der Betrug bei attivonda-it.com abläuft

1. Der erste Kontakt: Lockangebot

Attivonda nutzt gezielte Social-Media-Ads, die auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok laufen. Dort werden gefälschte Promi-Testimonials gezeigt: „Dieter Bohlen, Frank Thelen, Höhle der Löwen“: Namen, die keine Verbindung zur Plattform haben. Diese Anzeigen versprechen sofortige Gewinne von über 975 € pro Tag. Der Klick auf den Link führt zu einer Landing Page, die ein niedriges Einstiegs­investment vorschlägt, oft um die 250 €. Das Ziel: Die Opfer emotional zu erregen und die psychologische Hemmschwelle zu senken. Sobald ein Nutzer registriert ist, bekommt er ein „Willkommenspaket“, das weitere Investitionen lockt.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird der Nutzer mit einer fiktiven Dashboard-Anzeige übertrieben hohe Gewinne belohnt. Die Plattform simuliert Trades, die in Echtzeit „aus 250 € werden in 2 Wochen 800 €“. Diese Zahlen entstehen durch Software-Simulation, nicht durch echte Börsen-Orders. Die Nutzer sehen sich einen Gewinn von 300 % an: ein klares Zeichen, dass es sich um einen Trick handelt. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen, indem die Nutzer glauben, ein echter Broker zu sein.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Account-Manager“ wird angeblich zugeordnet. Durch regelmäßige E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und Telefonanrufe wird die Beziehung vertieft. Der Manager bietet VIP-Konten, Hebel-Boni von bis zu 1:500 und „exklusive IPO-Zugänge“. Er nutzt Zeitdruck („nur heute“), künstliche Verknappung und Social-Proof mit gefälschten Mit-Anleger-Storys. Die Opfer zahlen häufig zwischen 5 000 und 50 000 €. Manche zahlen sogar über 500 000 €, wenn sie von den vermeintlichen Profiten überzeugt sind.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger sein Geld auszahlen will, wird sofort die „Auszahlungssperre“ erklärt. Die Plattform verlangt Gebühren, die keine seriösen Broker verlangen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf, die eine „Wiederherstellung“ der Mittel versprechen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind dieselben Täter, die die Daten der Opfer verkaufen. In der Realität melden sich echte Anwälte und Behörden NIE unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie diese Angebote.

Das Netzwerk hinter attivonda-it.com

Attivonda ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen. Diese Plattformen teilen dieselbe Backend-Infrastruktur, dieselbe Domain-Registrierung und dieselbe Werbematerialien. Sobald ein Portal geschlossen wird, tauchen neue Varianten mit leicht veränderten Logos auf. Dieses Rebranding-System erlaubt es den Betrügern, immer wieder neue Opfer zu erschließen und die Strafverfolgung zu umgehen. Die Betreiber arbeiten in der Regel in einer einzigen Organisation zusammen, die mehrere Marken gleichzeitig betreibt. Das bedeutet, dass ein Verdacht auf einer Plattform sofort auf die anderen übertragen wird.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: jeder weitere Transfer erhöht Ihre Verluste.
  2. Beweise sichern: Screenshots, E-Mails, Transaktions-Logs. Diese Dokumente sind entscheidend, falls Sie später Strafanzeige erstatten.
  3. Bank bzw. Krypto-Börse informieren: melden Sie den Vorfall und fordern Sie eine Rückabwicklung Ihrer Transaktionen.
  4. Strafanzeige erstatten: gehen Sie zur nächsten Polizeidienststelle oder nutzen Sie das Online-Portal Ihrer Landespolizei. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: jede Forderung nach Vorauszahlung ist ein Zeichen, dass die Betrüger versuchen, Sie weiter auszubeuten.
  6. Kontaktieren Sie eine Verbraucherzentrale: sie kann Sie beraten, wie Sie Ihre Rechte wahrnehmen und welche Schritte Sie rechtlich unternehmen können.
  7. Vermeiden Sie zukünftige Angebote: prüfen Sie immer die Lizenznummer, die Handelsregisternummer und die Kontaktdaten einer Plattform, bevor Sie investieren.

Schlusswort

Attivonda (attivonda-it.com) ist keine seriöse Trading-Plattform. Die fehlenden Regulierungsnachweise, die unrealistischen Versprechen, die gefälschten Testimonials und die gefälschten Auszahlungs-Gebühren sind klare Anzeichen für Betrug. Handeln Sie jetzt, bevor Sie weitere Verluste erleiden.

Das Netzwerk hinter attivonda-it.com

Attivonda ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen. Das bedeutet, dieselben Betreiber, dieselbe Infrastruktur, wiederkehrende Branding-Strategien und häufig gleiche Werbeanzeigen. Sobald ein Portal zusammenbricht, tauchen neue Varianten auf: ein klassisches Rebranding-System.

und 81 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei attivonda-it.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei attivonda-it.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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