Ayni (aynitrade.net): Betrugswarnung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Ayni, die angebliche Krypto-Exchange, ist ein klarer Betrug. Ihre Versprechen von hohen Gewinnen, die keine Basis haben, entführen Anleger in ein Geld-loch. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor Aynitrade unter dem Titel „Bafin warnt vor Plattformreihe - „Verdienen Sie bis zu 934 € täglich im Schlaf. Keine Erfahrung nötig.““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Aynitrade steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Aynitrade (aynitrade.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite aynitrade.net

Ich war fünf Jahre bei der Polizei, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. Dort verfolgte ich über 500 Anlagebetrugsfälle und setzte Blockchain-Analysen ein, um Geldströme zu verfolgen. Diese Erfahrung macht mich zu Ihrem Ansprechpartner, wenn Sie sich im Dschungel der Krypto-Scams verirren. Ich habe gelernt, wie Betrüger ihre Fassade bauen, und ich zeige Ihnen, wie Sie sie entlarven.

Warum aynitrade.net unseriös ist

Ayni präsentiert sich als „Crypto-Exchange“ und bietet automatisierte Trades an. Doch die Plattform zeigt keine Registrierung, keine Lizenz oder Aufsichtsbehörde an. Auf der Website finden sich keine Angaben zu einer Handelsregisternummer und auch keine Hinweise auf eine Zulassung durch die BaFin oder eine andere Finanzaufsichtsbehörde. Diese fehlenden Transparenz-Signals sind ein klarer Red Flag.

Weiterhin wird ein täglicher Gewinn von bis zu 934 € versprochen: ein Versprechen, das ohne nachvollziehbare Quelle und ohne belegbare Handelsdaten keine Grundlage hat. Die Plattform akzeptiert keine bekannten Zahlungsmethoden und bietet stattdessen keine Möglichkeit, echte Transaktionen durchzuführen. Stattdessen wird die Nutzer-Interaktion ausschließlich über ein Dashboard geführt, das scheinbar Gewinne anzeigt, die niemals aus realen Trades stammen. Das Ganze wird von gefälschten Testimonials begleitet, die zwar realklingende Namen tragen, aber nicht verifizierbar sind. Die Kombination aus fehlender Lizenz, unrealistischen Renditen, fehlender Zahlungs­infrastruktur und gefälschten Erfahrungsberichten macht aynitrade.net eindeutig unseriös.

Wie der Betrug bei aynitrade.net abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Ayni nutzt aggressive Online-Marketing-Kanäle, um potenzielle Anleger anzusprechen. Auf Instagram, Facebook und TikTok tauchen Anzeigen auf, die von angeblichen „Anlageberatern“ stammen. Die Botschaft ist immer dieselbe: „Starten Sie jetzt, investieren Sie nur 100 € und sehen Sie, wie sich Ihre Gewinne vervielfachen.“ Diese lockenden Angebote werden häufig von vermeintlichen Influencern unterstützt, deren Profile jedoch nicht authentisch sind. Sobald ein Interessent auf die Anzeige klickt, wird er in ein Chat-Fenster geführt, in dem ein „Berater“ ihm eine niedrige Erst-Einzahlung vorschlägt. Die niedrige Einzahlung soll die Hemmschwelle senken und das Vertrauen stärken.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt das Dashboard von aynitrade.net sofort hohe Gewinne an. Die Zahlen werden in Echtzeit aktualisiert und wirken auf den ersten Blick glaubwürdig. Es gibt jedoch keine echten Aufträge an einer regulären Börse. Stattdessen generiert die Software zufällige Gewinnzahlen, die lediglich als Marketinginstrument dienen. Das Ziel ist, den Anleger zu täuschen und ihn glauben zu lassen, dass die Plattform tatsächlich profitabel ist. Sobald der Anleger die scheinbaren Gewinne sieht, fühlt er sich bestätigt und wird ermutigt, mehr Geld einzuzahlen.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach einigen Tagen oder Wochen baut ein angeblicher „Account-Manager“ eine persönliche Beziehung auf. Er verspricht VIP-Konto-Status, Hebelboni von 1:500, garantierte Profite und exklusive Zugänge zu „IPO-Deals“. Dabei wird immer wieder ein Zeitlimit gesetzt: „Nur noch heute erhalten Sie 10 % Bonus.“ Solche Drängen erzeugen künstliche Verknappung und Social-Proof. Der Anleger, der bereits eine kleine Summe investiert hat, fühlt sich verpflichtet, weiter zu investieren. Die Betrüger verlangen häufig weitere Einzahlungen, die in die Hunderttausend-Euro-Richtung gehen. Einmal mehr ist das Geld nicht zurückzugewinnen, weil es nie wirklich auf ein echtes Konto gelangt ist.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der entscheidende Moment kommt, wenn der Anleger seine Gewinne auszahlen will. Plötzlich tauchen Gebühren auf, die zuvor nicht genannt wurden. Diese Gebühren wirken legitim, weil sie mit üblichen Begriffen versehen sind. Zu den typischen Fake-Gebühren gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf, die sich als Anwälte, Behörden­mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen und fordern Vorauszahlungen für „Reparatur- und Analyse-Kosten“. Diese Forderungen sind ein klassischer Recovery-Scam. Hinter ihnen stecken meistens dieselben Täter, die die ursprünglichen Verluste ausnutzen. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie diese Angebote.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung erhöht Ihre Verluste ohne Aussicht auf Rückgewinnung.
  2. Behalten Sie alle E-Mails, Chats und Screenshots. Diese können später als Beweismaterial dienen und helfen, den Betrug aufzudecken.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der Sie das Geld hinterlegt haben, und melden Sie den Verdacht auf Betrug. Bitten Sie um sofortige Sperrung des Kontos.
  4. Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Financial Crime Unit ein. Ihre Erfahrung mit 500+ Anlagebetrugs-Fällen zeigt, wie wichtig es ist, den Fall frühzeitig zu melden.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote. Seriöse Rechtsanwälte oder Behörden setzen sich nicht per WhatsApp mit Ihnen in Verbindung, um Gebühren zu erheben.

Schützen Sie sich, handeln Sie jetzt. Jede Minute, die Sie warten, kostet Sie mehr Geld und mehr Möglichkeiten, es zurückzuerlangen.

Plattformen mit Gemeinsamkeiten zu aynitrade.net

Ayni ist Teil eines Netzwerks von 115 Plattformen, die häufig dieselben Hintermänner nutzen und sich nach Aufdeckung schnell neu brandmarken.

und 109 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei aynitrade.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei aynitrade.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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