Warnung vor Vrede Bitmark (be-vredebitmark.com): Betrug im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Vrede Bitmark (be-vredebitmark.com) ist keine legitime Trading-Plattform. Es handelt sich eindeutig um einen Betrug, der Anleger mit falschen Versprechen lockt und ihr Geld abschleppt.

Screenshot der Webseite Be Vredebitmark (be-vredebitmark.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite be-vredebitmark.com

Über Anton Haverkamp

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug bearbeitet. Ich habe mich besonders auf die Verfolgung von Geldflüssen in der Blockchain konzentriert und war dabei, zahlreiche kriminelle Netzwerke zu zerschlagen. Diese Erfahrung gibt mir die nötige Perspektive, um die betrügerischen Strukturen hinter Plattformen wie Vrede Bitmark aufzuzeigen und Anleger zu warnen.

Warum be-vredebitmark.com unseriös ist

Bevor wir in die Details des Betrugs eintauchen, lassen Sie uns die wichtigsten Inkonsistenzen beleuchten. Vrede Bitmark gibt keinerlei Aufsichtsbehörde oder Handelsregisternummer an: ein klares Zeichen dafür, dass keine offizielle Zulassung vorliegt. Die einzige Kontaktmöglichkeit ist eine generische Telefonnummer, die lediglich auf „+32“ endet und keine vollständige Nummer enthält. Auf der Website wird weder ein Impressum noch ein registriertes Unternehmen genannt, was gegen die gesetzlichen Anforderungen für Finanzdienstleister verstößt.

Zudem nutzen sie ausschließlich französischsprachige Inhalte, obwohl die Telefonnummer auf Belgien (Ländervorwahl 32) hindeutet. Diese Sprachwahl könnte ein Versuch sein, internationale, weniger kontrollierte Nutzer anzusprechen, die nicht mit den europäischen Regulierungsstandards vertraut sind. Die Plattform listet keine realen Kundenbewertungen oder Referenzen, sondern nur Namen von angeblichen „Erfolgreichen“. Diese Namen werden ohne jegliche Verifizierung präsentiert, was den Eindruck erweckt, dass die Plattform über ein breites, zufriedenes Kundensegment verfügt. Solche Taktiken sind typisch bei Betrugsplattformen, die das Vertrauen von Anlegern durch scheinbare Erfolgsgeschichten erwecken wollen.

Ein weiteres deutliches Warnsignal ist die fehlende Transparenz bezüglich der angebotenen Dienstleistungen. Es werden drei Handelsbereiche aufgeführt: Krypto, Forex und Aktien: jedoch keine Details zu den zugrunde liegenden Handelsmechanismen, Plattformen oder Orderausführungsprozesse. In seriösen Broker-Umgebungen sind solche Informationen Standard. Die Kombination aus fehlenden Regulierungsnachweisen, unvollständigen Kontaktdaten und übermäßig positiven, nicht überprüfbaren Testimonials macht Vrede Bitmark zu einer klaren Warnung.

Wie der Betrug bei be-vredebitmark.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der Betrugszyklus beginnt häufig mit gezielten Werbemaßnahmen. Auf sozialen Medien wie Facebook, Instagram und TikTok finden sich Anzeigen, die von „Ausschreibungen“ oder „Investitionsmöglichkeiten“ sprechen, oft mit scheinbaren Prominensen. Die Plattform nutzt gefälschte Testimonials, darunter Namen wie Bruno Colmant und Camille Dubois, um Glaubwürdigkeit zu erwecken. In manchen Fällen werden auch angebliche „Anlageberater“ telefonisch kontaktiert und versprechen ein „schnelles, hohes Renditepotential“ für eine kleine Anfangsinvestition. Oft wird die erste Einzahlung bei rund 250 € liegen, damit der potenzielle Anleger keine große Summe riskieren muss und sich gleichzeitig von der „Bequemlichkeit“ der Plattform überzeugt fühlt. Die Kommunikation ist dabei stark emotionalisiert, nutzt Dringlichkeit und vermeintliche Exklusivität, um die Entscheidungsfindung zu beschleunigen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung eingegangen ist, präsentiert die Plattform dem Anleger ein Dashboard mit beeindruckenden „Gewinnen“. Diese Zahlen werden in Echtzeit generiert, basieren jedoch ausschließlich auf internen, nicht verifizierten Daten. Es gibt keine echten Orders an regulierten Börsen, keine Aufzeichnungen von Transaktionen, die über die Plattform laufen. Stattdessen werden simulierte Trades angezeigt, die dem Anleger den Eindruck einer schnellen Rendite einflößen. Diese Vorgehensweise zielt darauf ab, Vertrauen aufzubauen, indem sie den Eindruck erweckt, die Plattform habe bereits echte Gewinne erzielt. Ohne jegliche Nachvollziehbarkeit ist die dargestellte Performance völlig illusorisch.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach einigen Wochen, wenn das „Profit-Feeling“ einsetzt, beginnt die Plattform, den Anleger zu mehr Einzahlungen zu bewegen. Über einen persönlichen „Berater“ oder einen Account-Manager: meistens ein automatisierter Chatbot: werden exklusive Vorteile angeboten: höhere Hebel, angebliche „Insider-Tipps“, VIP-Konten und garantierte Renditen. Diese Versprechen werden mit Zeitdruck untermauert: „Nur heute noch verfügbar“ oder „Platz ist begrenzt“. Durch diese Taktik werden Anleger in einen Teufelskreis aus Angst und Gier geführt. In vielen Fällen zahlen Betrugsopfer zwischen 5.000 € und 50.000 €, wenn nicht sogar über 500.000 €, bevor sie das Muster erkennen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger schließlich sein Geld auszahlen will, wird plötzlich ein „Auszahlungsprozess“ eröffnet, der von einer Reihe von Gebühren begleitet ist. Die Plattform verlangt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Betrüger alles abschöpfen, bevor sie sich endgültig aus dem Geschäft zurückziehen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft vermeintliche „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie versprechen, das verlorene Geld wieder einzuholen, und fordern im Gegenzug Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Serverzugriffe“. Diese Anfragen erfolgen per WhatsApp, Telegram oder E-Mail und sind völlig unaufgefordert. In der Regel handeln dieselben Täter weiter, nur unter einem neuen Namen. Solche Recovery-Scams dienen dazu, noch mehr Geld von bereits betroffenen Personen zu ergaunern und das Netzwerk zu finanzieren.

Das Netzwerk hinter be-vredebitmark.com

Bevor Sie weitere Schritte unternehmen, sollten Sie wissen, dass Vrede Bitmark Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen ist, die dieselben verdächtigen Aktivitäten aufweisen. Diese Plattformen nutzen häufig ähnliche Namen, gemeinsame Domain-Endungen und identische Marketingmaterialien. Oft werden sie nach einer gerichtlichen Anweisung oder einer Strafverfolgungsmaßnahme neu registriert, um der Aufdeckung zu entgehen. Dieses Re-Branding zeigt, dass es sich nicht um ein einzelnes, unabhängiges Unternehmen handelt, sondern um ein organisiertes Vorgehen, bei dem dieselben Täter hinter mehreren Fronten operieren. Wenn Sie also bereits Opfer einer dieser Plattformen geworden sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie später erneut mit einer verwandten Seite konfrontiert werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Wenn Sie noch Geld auf der Plattform haben, lassen Sie es dort liegen. Jede weitere Zahlung erhöht Ihre Verluste.
  2. Belege sichern: Speichern Sie alle Transaktionsnachweise, E-Mails, Bildschirmfotos und sonstige Kommunikation. Diese dienen später als Beweismaterial für Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie ggf. eine Rückbuchung an. Bei Krypto-Börsen sollten Sie die Wallet-Transaktionen prüfen und ggf. eine Sperrung einleiten.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Wenden Sie sich an das örtliche Polizeidienststelle oder die Finanzaufsicht. Ein Ermittlungsfall eröffnet die Möglichkeit, weitere Opfer zu schützen und die Täter zu verfolgen.
  5. Ignorieren Sie „Recovery“-Anfragen: Jede Forderung nach Vorauszahlung, Übersetzungen oder sonstigen Dienstleistungen von angeblichen Anwälten oder Behörden ist ein weiterer Schritt des Scams. Suchen Sie stattdessen Rat bei seriösen Fachleuten.

Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie weitere Verluste verhindern, Ihre Daten schützen und gleichzeitig dazu beitragen, das Netzwerk hinter Vrede Bitmark zu zerschlagen.

Sie haben keine Wahl, als sich jetzt zu schützen. Handeln Sie schnell, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Betrug. Nur so können Sie Ihre Finanzen wieder in den Griff bekommen und verhindern, dass weitere Anleger leiden.

Das Netzwerk hinter be-vredebitmark.com

Vrede Bitmark ist Teil eines Netzwerks von 87 weiteren Plattformen, die dieselben Verdächtigen hinter sich haben. Diese Verbindungen deuten auf ein organisiertes Vorgehen hin, bei dem Plattformen regelmäßig umbenannt und neu gestartet werden, sobald rechtliche Schritte drohen.

und 81 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei be-vredebitmark.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei be-vredebitmark.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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