Warnung vor Bit Market (bitmarketget.com): Betrug im Fokus
Bit Market (bitmarketget.com) präsentiert sich als verlässliche Trading-Plattform: in Wirklichkeit ist es ein betrügerisches System, das Anleger systematisch ausbeutet. Die Betreiber nutzen geschickte Täuschungsmanöver, um Vertrauen zu gewinnen und anschließend Geld zu erpressen.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum bitmarketget.com unseriös ist
Bit Market präsentiert sich als globale Trading-Plattform mit mehreren Sprachen: Englisch, Arabisch, Niederländisch, Chinesisch und mehr. Die Website verspricht ein „350 % ROI“ bei einer Mindesteinzahlung von 100 Euro, ohne dass die Quelle dieser Zahlen angegeben wird. Gleichzeitig fehlt jede Angabe zu einer Lizenzbehörde oder einer Handelsregisternummer; auf der Seite sind weder Regulierungsstellen noch Aufsichtsorgane vermerkt. Solche Lücken sind typisch für Plattformen, die nicht unter die Aufsicht staatlicher Finanzbehörden fallen. Außerdem gibt es keine Hinweise auf echte Brokerverbindungen, keine Nachweise über echte Orderbuchaktivität oder Konten bei etablierten Börsen. Die Kombination aus unrealistisch hohen Renditen, fehlender Regulierung und einer komplett unklare Unternehmensstruktur macht Bit Market eindeutig unseriös.
Wie der Betrug bei bitmarketget.com abläuft
1. Erster Kontakt + Lockangebot
Bit Market erreicht potenzielle Anleger über gezielte Social-Media-Kampagnen auf Instagram, Facebook und TikTok. Dort werden gefälschte Promi-Testimonials von „TOM HENDRIKS“ und „JAVIER GARCÍA“ gezeigt, die angeblich von den Handelsstrategien der Plattform profitiert haben. Oft werden auch Telegram-Gruppen genutzt, in denen angebliche „Trading-Gurus“ persönliche Einladungen schicken. Die ersten Einzahlungen werden absichtlich niedrig gehalten: typischerweise 100 Euro: um die psychologische Hemmschwelle zu senken und Vertrauen aufzubauen. Sobald das Geld eingegangen ist, wird die Kontoführung in einer scheinbar professionellen Web-App präsentiert, die die ersten „Erfolge“ visualisiert.
2. Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Nutzer scheinbare Gewinne: „Aus 100 Euro wurden in zwei Wochen 350 Euro“. Diese Zahlen sind jedoch reine Software-Simulationen. Es gibt keinerlei Nachweis, dass echte Order an einer regulierten Börse ausgeführt wurden. Stattdessen generiert die Plattform intern Profit-Darstellungen, die lediglich das Bild eines erfolgreichen Traders vermitteln. Durch diese Illusion wird das Vertrauen des Nutzers weiter gefestigt, und er glaubt, dass die Gewinne real und nachhaltig sind.
3. Drängen zu weiteren Einzahlungen
Mit der Zeit wird der Nutzer zu einem „VIP-Konto“ eingeladen. Dabei werden ihm Hebelboni von bis zu 1 : 500, garantierte Profite und exklusive IPO-Zugänge versprochen. Die Kommunikation erfolgt häufig über persönliche Nachrichten eines angeblichen Account-Managers, der das Verhältnis als „exklusiv“ und „zeitlich begrenzt“ darstellt. Durch die künstliche Verknappung und das Versprechen von schnellen Renditen werden die Anleger dazu bewegt, weitere Beträge zu investieren: oft im Bereich von 5 000 bis 50 000 Euro. In manchen Fällen kann die Summe sogar bis zu 500 000 Euro betragen, wenn der Betrug besonders gut funktioniert.
4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald der Anleger seine Gewinne oder sein ursprüngliches Kapital auszahlen möchte, tauchen plötzlich diverse Gebühren auf. Diese beinhalten:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Einsatz noch dieses extra Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
5. Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft angebliche Dritte auf: „Krypto-Forensiker“, „Anwälte“ oder „Behörden-Mitarbeiter“. Diese versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen dafür aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Personen um weitere Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen oder das Geld für eigene Zwecke verwenden. Echte Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und fordern Vorauszahlungen. Jeder Versuch, das Geld durch einen Recovery-Scam zurückzubekommen, ist eine weitere Falle.
Das Netzwerk hinter bitmarketget.com
Bit Market ist Teil eines Netzwerks von ein weiteres betrügerisches Trading-Portal. Beide Plattformen nutzen dieselbe technische Basis, teilen Werbestrategien und zeigen ähnliche Testimonial-Profile. Diese Wiederverwendung von Infrastruktur und Marketingmaterialien deutet stark darauf hin, dass die Betreiber hinter beiden Seiten identische Personen sind. Das Netzwerk erhöht die Effizienz des Betrugs, da ein einziges betrügerisches Konzept auf mehrere Fronten gleichzeitig ausgeweitet werden kann.
Was Betroffene jetzt tun sollten
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Sofort keine weitere Zahlung leisten
Sobald Sie erkennen, dass die Plattform unseriös ist, sollten Sie jegliche weitere Transaktionen abbrechen. Jede zusätzliche Einzahlung erhöht Ihr Risiko, die gesamte Summe zu verlieren. -
Beweise sichern
Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Kontoauszüge und Bildschirmfotos. Diese Dokumente sind wichtig, falls Sie den Vorfall später bei Behörden melden oder rechtliche Schritte einleiten. -
Bank und Krypto-Börse informieren
Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, über die Sie die Einzahlung getätigt haben. Bitten Sie um sofortige Sperrung von Konten und fordern Sie Rückbuchungen an. Erklären Sie, dass es sich um einen Betrug handelt. -
Strafanzeige erstatten
Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder dem Finanzamt ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an. Die Ermittlungsbehörden können dann prüfen, ob weitere Personen betroffen sind. -
Recovery-Scam-Versuche ignorieren
Akzeptieren Sie keine Angebote von angeblichen Anwälten oder „Forensik-Experten“. Diese Personen sind meist Teil des Betrugsnetzwerks und versuchen, noch mehr Geld von Ihnen zu ergaunern. -
Kundenservice kontaktieren
Schreiben Sie eine formelle E-Mail an support@bitmarketget.com und fordern Sie eine schriftliche Bestätigung Ihres Auszahlungswunsches sowie eine detaillierte Aufschlüsselung aller angeblichen Gebühren. Bitten Sie um eine Frist für die Rückzahlung. Falls keine Antwort erfolgt, ist dies ein weiteres Warnsignal. -
Auf sozialen Medien melden
Veröffentlichen Sie Ihre Erfahrung auf Plattformen wie Reddit, Twitter oder Facebook, damit andere potenzielle Opfer gewarnt werden. Vermeiden Sie jedoch persönliche Daten und nutzen Sie stattdessen anonymisierte Beschreibungen. -
Rechtliche Beratung einholen
Suchen Sie einen Anwalt, der sich auf Internet- und Finanzbetrug spezialisiert hat. Er kann Ihnen helfen, Ihre Rechte zu wahren und gegebenenfalls Schadenersatz zu fordern.
Abschließende Worte
Bit Market (bitmarketget.com) ist ein klassisches Beispiel für ein betrügerisches Trading-Portal, das auf psychologische Manipulation, fehlender Regulierung und einer ausgeklügelten Netzwerkstruktur beruht. Mit den oben beschriebenen Schritten können Sie Ihre Situation bewerten, Schutzmaßnahmen ergreifen und Ihre Rechte verteidigen. Bleiben Sie wachsam, sichern Sie Ihre Beweise und handeln Sie zügig: nur so erhöhen Sie Ihre Chancen, das Geld zurückzugewinnen und anderen zu helfen.
Das Netzwerk hinter bitmarketget.com
Bit Market ist Teil eines Netzwerks von ein weiteres betrügerisches Trading-Portal. Beide Plattformen teilen oft dieselbe technische Infrastruktur, nutzen identische Werbebotschaften und zeigen ähnliche Testimonial-Profile, was auf ein gemeinsames hinteres Management hinweist.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei bitmarketget.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.
