Borsix GPT (borsixgpt-system.de)

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Borsix GPT (borsixgpt-system.de) präsentiert sich als Krypto-Handelsplattform, liefert jedoch keine registrierte Handelsregisternummer, keine Lizenznachweise und keine eindeutigen Kontaktinformationen: Anzeichen, die auf eine betrügerische Struktur hindeuten. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor Borsixgpt System unter dem Titel „Bafin warnt vor Plattformreihe - „Erreichen Sie finanzielle Unabhängigkeit mit [Name der Website]““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Borsixgpt System steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Borsixgpt System (borsixgpt-system.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite borsixgpt-system.de

Warum borsixgpt-system.de unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als „Crypto-Exchange“, bietet jedoch keine registrierte Handelsregisternummer, keinen Nachweis einer Aufsichtsbehörde und keine gültige Lizenznummer. Ohne einen solchen Nachweis ist die Betreiberidentität nicht verifiziert, was ein starkes Warnsignal ist. Zusätzlich existieren keine eindeutigen Kontaktinformationen: Das einzige verfügbare Telefon-Prefix ist lediglich „+49“, ohne weitere Angaben, und die E-Mail-Adresse fehlt vollständig.
Die Unternehmensdaten deuten auf einen Mangel an Transparenz hin. Borsix GPT gibt an, seit 20 Jahren im Markt zu sein, jedoch gibt es keinerlei öffentlich zugängliche Dokumentation oder Bestätigungen dieser Behauptung. Die Liste der angebotenen Sprachen umfasst 14 verschiedene Sprachen, was zwar auf ein internationales Ziel hindeutet, aber auch ein Hinweis auf generierte Inhalte ist, die von automatisierten Systemen stammen könnten.
Die Plattform listet keine Zahlungsmethoden auf: weder Fiat-Währungen noch Kryptowährungen werden akzeptiert: was im Widerspruch zu den üblichen Anforderungen einer legitimen Börse steht. Ebenso fehlt ein klarer Hinweis auf die Sicherheitsstandards oder ein Hinweis auf eine unabhängige Zertifizierung.
Zusammenfassend fehlt bei Borsix GPT die grundlegende Dokumentation und Transparenz, die für jede seriöse Finanz- oder Krypto-Dienstleistung erforderlich sind. Diese Lücken deuten eindeutig auf betrügerische Absichten hin.

Wie der Betrug bei borsixgpt-system.de abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

Der Betrug beginnt meist mit gezielten Ansprache-Kampagnen. Potenzielle Opfer werden über soziale Medien wie Instagram, Facebook oder TikTok angesprochen, wo gefälschte Promi-Testimonials angeblich von bekannten Persönlichkeiten stammen. Oft werden auch Telegram-Gruppen oder sogar Dating-Apps genutzt, um die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Sobald Interesse besteht, wird ein angeblicher „Anlageberater“ kontaktiert, der das Interesse mit einem lockenden, sehr niedrigen Einstiegskapital (z. B. 250 €) versieht, um die Hemmschwelle zu senken. Diese erste Einzahlung erfolgt meist über eine nicht regulierte Zahlungsmethode, die keine Rückbuchungsrechte bietet.
Durch die geringe Einstiegshürde wird der Nutzer in die Plattform eingeführt, ohne dass er sich der fehlenden regulatorischen Kontrollen bewusst ist.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von Borsix GPT simulierte Handelsaktivitäten und hohe Buchgewinne. Ein Beispiel: aus 250 € werden innerhalb von zwei Wochen angeblich 800 € angezeigt. Diese „Gewinne“ entstehen ausschließlich in der Software, die lediglich Datenbank-Einträge aktualisiert, ohne echte Handelsaufträge an einen regulierten Markt zu senden. Es gibt keine Belege wie Order-Blätter oder Kontoauszüge, die die Trades belegen. Die Plattform nutzt dabei eine visuell ansprechende Oberfläche, um Vertrauen zu schaffen, während sie gleichzeitig keine echte Marktverbindung bietet.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald ein Nutzer erste Gewinne sieht, baut ein angeblicher „Account-Manager“ eine Beziehung auf. Über Wochen oder Monate werden dem Anleger „exklusive“ Boni, VIP-Konten und garantierte Renditen versprochen. Der Betreiber nutzt häufig psychologische Taktiken wie Zeit-Limits („nur heute“), künstliche Verknappung und Social-Proof-Mechanismen, bei denen gefälschte Mit-Anleger-Stories präsentiert werden. Die Investition wird dabei in der Regel auf einen Bereich von 5.000 bis 50.000 € skaliert, wobei einige Opfer bis zu 500.000 € einbetten.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun eine Auszahlung seiner Gewinne wünscht, stellt die Plattform plötzlich Forderungen.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
    Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem Verlust der ersten Beträge treten häufig vermeintliche „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf den Plan. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind meist mit dem gleichen Muster wie bei der Auszahlungsphase, jedoch mit dem Argument, die rechtlichen Schritte zu ermöglichen. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Dritten um weitere Schlitten der ursprünglichen Betrügergruppe, die die Opfer zusätzlich erschöpfen und die gesammelten Daten weiterverkaufen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort jegliche weitere Zahlung an die Plattform einstellen. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, das gesamte investierte Kapital zu verlieren.
  2. Alle relevanten Belege sichern: Kontoauszüge, Screenshots der Plattform, E-Mails, Chat-Logs und Zahlungsnachweise. Diese Dokumente sind wichtig, falls eine Strafanzeige oder ein zivilrechtlicher Rechtsweg erforderlich wird.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der die Einzahlung erfolgt ist, und informieren Sie sie über mögliche betrügerische Aktivitäten. Bitten Sie um Rückbuchung, sofern die Zahlungsart dies zulässt, und fordern Sie eine Sperrung der betroffenen Konten.
  4. Reichen Sie eine Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Bundeskriminalamt ein. Geben Sie alle gesicherten Unterlagen an. Eine formelle Anzeige kann die Ermittlungen beschleunigen und verhindert, dass weitere Personen Opfer werden.
  5. Ignorieren Sie alle „Recovery-Scam“-Angebote. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jeder Versuch, mehr Geld zu verlangen, ist ein weiterer Betrugsversuch.

Fazit

Borsix GPT (borsixgpt-system.de) weist zahlreiche Mängel auf: fehlende Registernummer, keine Lizenz, unklare Kontaktdaten, fehlende Zahlungsmethoden und ein generisches internationales Sprachangebot. Diese Lücken zusammen mit der klaren Vorgehensweise des Betrugs: von der ersten Ansprache über gefälschte Gewinne bis hin zu betrügerischen Auszahlungsgebühren: machen die Plattform eindeutig unseriös. Betroffene sollten sofort handeln, ihre Belege sichern, ihre Banken informieren, Strafanzeige erstatten und sämtliche angeblichen „Recovery-Scam“-Angebote ignorieren.

Das Netzwerk hinter Borsix GPT

Borsix GPT ist Teil eines Netzwerks von 15 Plattformen, die häufig dieselben Backend-Infrastrukturen, Marken und Marketing-Strategien nutzen. Solche Clones sind typisch für organisierte Betrugsgruppen, die ihre Aktivitäten über mehrere Domains verteilen, um Verdacht zu vermeiden.

und 9 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei borsixgpt-system.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei borsixgpt-system.de
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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