bundeskrypto-ki.de: Auf der Schwarzen Liste

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Bei bundeskrypto-ki.de erwartet Sie nach unserer Einschätzung kein seriöses Trading, sondern ein ausgeklügeltes System. Bundeskrypto Ki nutzt offenbar psychologische Tricks, um Anleger zu immer neuen Einzahlungen zu drängen.

Screenshot der Webseite Bundeskrypto Ki (bundeskrypto-ki.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite bundeskrypto-ki.de

Warum bundeskrypto-ki.de unseriös ist

BundesKrypto KI wirbt mit einer angeblichen BaFin-Lizenz, obwohl kein Lizenznummer angegeben ist. Auf der Website fehlt eine klare Angabe der Aufsichtsbehörde, und es gibt keine verifizierbaren Nachweise. Die fehlende Registrierung in den relevanten Handelsregistern und die fehlende Lizenznummer sind klare Red Flags. Das Unternehmen bietet Krypto-Trading und KI-gesteuertes Trading an, doch die behaupteten täglichen Renditen von bis zu 978 $ sind unrealistisch ohne jegliche Transparenz der Handelsstrategie. Die Zahlungsmethoden umfassen PayPal, Girocard, SEPA-Lastschrift, Klarna, Apple Pay und Google Pay: alles Zahlungsmittel, die leicht für Geldwäsche genutzt werden können. Die Website listet keine echten Kundenbewertungen oder unabhängige Prüfer, sondern nur gefälschte Testimonials von „Markus S.“, „Sabine R.“ und anderen. Die fehlende Transparenz in Bezug auf die Aufsichtsbehörde, die fehlende Lizenznummer, die unrealistischen Renditen und die unzuverlässigen Testimonials zeigen, dass bundeskrypto-ki.de kein legitimes Finanzinstitut ist.

Angegebene Adresse von Bundeskrypto Ki

Auf der Webseite bundeskrypto-ki.de wird folgende Adresse angegeben: Potsdamer Platz 1, 10785 Berlin, Deutschland. Unter dieser Adresse ist das Unternehmen jedoch nicht im Handelsregister eingetragen und auch sonst nicht nachweisbar geschäftlich tätig.

Wer die genannte Adresse in Deutschland aufsucht, findet dort OSM-Kategorie railway:halt ("Berlin Potsdamer Platz"), was mit einer professionellen Finanzdienstleistung schlicht nicht vereinbar ist.

Beim genaueren Hinsehen fällt eine Diskrepanz ins Auge. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Deutschland. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.

Adresse
Deutschland
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Deutschland

Wie der Betrug bei bundeskrypto-ki.de abläuft

Schritt 1: Der erste Kontakt: Lockangebot

BundesKrypto KI nutzt gezielte Werbeanzeigen auf sozialen Netzwerken und in Telegram-Gruppen, in denen angebliche „KI-gesteuerte“ Trading-Erfolge präsentiert werden. Oft werden scheinbar zufällige Kontakte über „Cold-Calls“ von angeblichen Anlageberatern hergestellt. Der erste Eindruck wird durch ein lockendes Minimum-Deposit von 250 € aufgebaut. Diese geringe Anfangsinvestition soll das Vertrauen der potenziellen Opfer stärken und die Hemmschwelle senken. Sobald das Geld auf dem Konto erscheint, wird sofort ein Dashboard mit scheinbar hohen Gewinnzahlen angezeigt, was die Glaubwürdigkeit weiter steigert.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt das Dashboard von bundeskrypto-ki.de einen Anstieg des Kontostands, der in wenigen Tagen um mehr als das Fünffache wächst. Diese Zahlen werden jedoch ausschließlich in der Web-App generiert, ohne dass echte Orderbuch-Transaktionen stattfinden. Es handelt sich um simulierte Gewinne, die den Eindruck von Profiten erwecken. Der Betreiber nutzt die angebliche KI-Trading-Algorithmen als Vorwand, um die Illusion von automatisiertem Handel zu verstärken. Dabei bleibt das eigentliche Risiko verborgen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Wenn die ersten „Gewinne“ sichtbar sind, wird den Kunden ein VIP-Account mit angeblichen Hebelboni von 1:500, garantierten Profiten und exklusivem Zugang zu IPO-Zugängen angeboten. Der Broker nutzt psychologische Drucktechniken wie Zeitlimits („nur heute“) und soziale Bestätigung durch gefälschte Mit-Anleger-Geschichten. Typische Betrugs­versprechen: „Ihr Konto wird automatisch auf ein höheres Limit gehoben, sobald Sie 5.000 € einzahlen.“ Viele Opfer zahlen dann zwischen 5.000 € und 50.000 € oder sogar mehr, ohne dass echte Trades stattfinden. Der Broker profitiert von diesen zusätzlichen Einzahlungen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Anleger sein Geld oder die vermeintlichen Gewinne auszahlen möchte, kommt plötzlich die Forderung nach einer Reihe von Gebühren. Die häufigsten Fake-Gebühren, die auf bundeskrypto-ki.de genannt werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Diese Forderungen werden als „notwendig“ dargestellt, ohne dass eine rechtliche Grundlage besteht. Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ mit eigenen Wallet-Wiederherstellungs-Software. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind in der Regel die gleichen Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Sie nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Stoppen Sie alle Transaktionen mit bundeskrypto-ki.de, um weitere Verluste zu verhindern.
  2. Beweise sichern: Bewahren Sie E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und alle Kommunikation auf. Diese Unterlagen sind entscheidend, falls Sie rechtliche Schritte einleiten.
  3. Bank und Krypto-Börse informieren: Melden Sie die Vorfälle bei Ihrer Bank und bei allen Krypto-Börsen, bei denen Sie Konten besitzen. Fordern Sie die Sperrung aller Konten ein, die mit der Plattform verbunden sind.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Da bundeskrypto-ki.de angeblich eine BaFin-Lizenz behauptet, können Sie die BaFin ebenfalls kontaktieren.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit Personen, die Ihnen angeblich helfen wollen. Diese sind Teil des Betrugsnetzwerks und verlangen zusätzliche Gebühren, um Ihr Geld zu „retten“.

Schluss

BundesKrypto KI ist ein klar identifizierter Betrugsversuch. Verlassen Sie die Plattform und handeln Sie sofort, um weitere Verluste zu verhindern. Nutzen Sie die gesammelten Beweise, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei bundeskrypto-ki.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei bundeskrypto-ki.de
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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