Celibra Trade 9.3 (celibratrade.fr): Ist die Plattform wirklich vertrauenswürdig?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Sie haben vielleicht schon von Celibra Trade 9.3 gehört: doch die Hinweise deuten stark darauf hin, dass es sich um eine betrügerische Trading-Plattform handelt, die Anleger ausnutzt.

Screenshot der Webseite Celibratrade (celibratrade.fr)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite celibratrade.fr

Warum celibratrade.fr unseriös ist

Celibratrade.fr präsentiert sich als Anbieter von Crypto-Trading und automatisiertem Trading. Doch bei genauerer Betrachtung tauchen mehrere Warnsignale auf:

  1. Fehlende regulatorische Angaben: Auf der Website ist weder eine Handelsregisternummer noch eine Lizenznummer angegeben. Ebenso fehlt jegliche Information zu einer Aufsichtsbehörde. Seriöse Broker müssen ihre Lizenz in der Regel offenlegen, damit Anleger prüfen können, ob die Plattform gesetzlich zugelassen ist.

  2. Mangel an Kontaktinformationen: Es gibt weder eine E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer, die mit dem Unternehmen verknüpft ist. Für ein legitimes Finanzunternehmen ist ein erreichbarer Kundendienst unerlässlich. Ohne diese Möglichkeit kann der Anleger nicht einfach Fragen stellen oder Beschwerden einreichen.

  3. Unvollständige Unternehmensdaten: Das Gründungsjahr, die Unternehmensadresse und weitere grundlegende Angaben fehlen vollständig. Ein etabliertes Unternehmen präsentiert diese Daten transparent, um Vertrauen aufzubauen.

  4. Testimonial-Liste ohne Verifizierung: Die Plattform listet mehrere Personen als „Erfolgsstory“ auf, doch keine dieser Personen ist öffentlich verifizierbar. Ohne Nachweis, dass es sich bei den genannten Personen um echte Nutzer handelt, wirkt die Liste manipulativ.

  5. Fehlende Garantien oder Erfolgsgarantie: Obwohl das Unternehmen keine unrealistischen Renditen verspricht, fehlt jegliche Transparenz zu den Handelsbedingungen. Das Fehlen einer klaren Erklärung, wie Trades ausgeführt werden, lässt die Plattform im Dunkeln.

Diese Punkte allein reichen aus, um die Seriosität von Celibratrade.fr zu hinterfragen. Der Mangel an regulatorischer Nachweisbarkeit, fehlende Kontaktdaten und die unvollständigen Unternehmensinformationen sind typische Merkmale betrügerischer Trading-Plattformen.

Wie der Betrug bei celibratrade.fr abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Potenzielle Anleger werden häufig über soziale Medien wie Instagram, TikTok oder Facebook auf Celibra Trade 9.3 aufmerksam. Influencer-Posts oder gefälschte „Live-Trades“ zeigen scheinbar hohe Gewinne. Oft werden auch gezielte Werbeanzeigen geschaltet, die „hohe Renditen bei geringem Risiko“ versprechen. Der erste Schritt besteht darin, den Interessenten zu einer kostenlosen Demo oder einem kleinen Einstiegskapital zu locken: typischerweise 200 bis 250 €: um die Hemmschwelle zu senken.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer eine scheinbar realistische Gewinnentwicklung angezeigt. Die Plattform nutzt dabei Algorithmen, die fiktive Gewinnzahlen generieren. Es werden keine echten Aufträge an Börsen ausgeführt; stattdessen wird die Nutzeroberfläche mit vorprogrammierten „Gewinnzahlen“ gefüllt. Das Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen, damit der Anleger glaubt, echte Trades stattfinden zu müssen.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Nutzer die ersten Gewinne sieht, wird er von einem angeblichen „Account-Manager“ kontaktiert. Dieser bietet exklusive Vorteile wie höhere Hebel, VIP-Konten oder Zugang zu „geheimen“ Handelssignalen an. Oft werden Zeitlimits gesetzt, z. B. „Nur noch heute bis Mitternacht“, um Druck aufzubauen. Der Anleger zahlt dann weitere Beträge: häufig mehrere Tausend Euro: um die angeblichen Vorteile zu sichern.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger seine Gewinne auszahlen will, tauchen plötzlich mehrere Gebühren auf. Die Plattform listet mindestens fünf fiktive Kosten:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Forderungen sind die letzte Melkphase des Scams: sobald Sie diese Gebühren zahlen, gibt es keine Auszahlung mehr, und Sie verlieren zusätzlich das bereits gezahlte Geld.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig „Rechtsanwälte“, „Behörden­mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Anbietern steckt in der Regel dieselbe Gruppe, die die Plattform betreibt. Seriöse Anwälte oder Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, dass die Plattform betrügerisch ist, stoppen Sie jede weitere Einzahlung.

  2. Belege sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Transaktionsbestätigungen, Bildschirmfotos und Chat-Logs. Diese Unterlagen sind entscheidend, falls Sie den Fall den Behörden melden.

  3. Kontakt mit Ihrer Bank aufnehmen: Informieren Sie Ihre Bank über verdächtige Transaktionen. Bitten Sie um eine Rückbuchung, falls die Zahlungen noch nicht abgeschlossen sind.

  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder dem Bundeskriminalamt eine Anzeige ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.

  5. Recovery-Scammer meiden: Seien Sie vorsichtig bei Personen, die angeblich helfen wollen. Verlangen sie Vorauszahlungen oder persönliche Daten? Legen Sie bei solchen Anfragen sofort fest, dass Sie nicht zahlen werden und melden Sie den Vorfall sofort.

Durch diese Schritte schützen Sie sich vor weiteren Verlusten und erhöhen gleichzeitig die Chancen, dass die Betrüger gefasst werden.


Wenn Sie weitere Fragen haben oder Hilfe benötigen, zögern Sie nicht, sich an die entsprechenden Behörden zu wenden oder professionelle Hilfe zu suchen. Sie sind nicht allein: es gibt Wege, um Ihre Verluste zu minimieren und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Netzwerk hinter Celibra Trade 9.3

Celibra Trade 9.3 ist Teil eines Netzwerks von 97 weiteren Plattformen, die ähnliche Strukturen und Namen verwenden. Diese Gemeinsamkeiten deuten auf ein gemeinsames Hinterland hin, das häufig von Betrügern genutzt wird, um ihre Aktivitäten zu verschleiern.

und 91 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei celibratrade.fr gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei celibratrade.fr
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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