Chain Eprex Pro (chain-eprexpro.com): Sind Sie Opfer eines Betrugs?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Sie haben sich vielleicht von scheinbar lukrativen Versprechen an der Plattform Chain Eprex Pro verlocken lassen. Die Realität ist jedoch ein komplexer Betrug, bei dem Ihr Geld und Ihre Daten in Gefahr sind.

Screenshot der Webseite Chain Eprexpro (chain-eprexpro.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite chain-eprexpro.com

Wer bin ich und warum Sie mir vertrauen sollten

In den letzten fünf Jahren war ich bei der Polizei tätig, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In dieser Rolle habe ich mehr als 500 Anlagebetrugsfälle verfolgt und war maßgeblich an der Aufdeckung von Geldströmen in der Blockchain beteiligt. Diese Erfahrung hat mir ein tiefes Verständnis dafür vermittelt, wie Betrüger ihre Operationen strukturieren, um Anleger zu täuschen. Heute nutze ich dieses Wissen, um Ihnen präzise Informationen und konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, damit Sie sich vor weiteren Verlusten schützen können.

Warum chain-eprexpro.com unseriös ist

Der erste Hinweis auf die unseriöse Natur von chain-eprexpro.com ist die fehlende Transparenz. Auf der Website gibt es weder eine registrierungsnummer noch wird eine Aufsichtsbehörde genannt. Ein seriöser Broker muss mindestens eine gültige Lizenz nachweislich besitzen und die Behörde offenlegen, unter deren Aufsicht er arbeitet. Hier fehlen beide Angaben komplett.

Ein weiteres Warnsignal ist die Abwesenheit von klaren Kontaktdaten. Es gibt weder eine E-Mail noch eine Telefonnummer, noch eine Adresse, unter der das Unternehmen erreichbar ist. Wenn ein Unternehmen keine Möglichkeit bietet, den Kundenservice zu kontaktieren, ist das ein starkes Indiz dafür, dass der Betreiber nicht hinter dem Angebot steht.

Die Plattform listet keine realen Handelsdaten oder Transaktionsnachweise auf. Stattdessen präsentiert sie gefälschte Gewinnzahlen, die auf keiner zugrunde liegenden Börsenbewegung basieren. Dies wird durch die Verwendung von künstlichen Erfolgsstatistiken und fiktiven Testimonials unterstützt. Die Namen der angeblichen „Erfolgreichen“: Bruno Colmant, Fanny Jandrain, Jan Peeters und weitere: sind frei erfunden. Sie dienen lediglich dazu, Vertrauen zu erwecken, ohne dass ein unabhängiger Nachweis erbracht wird.

Schließlich gibt die Plattform keine realen Zahlungsoptionen an. Die „Payment Methods“-Liste ist leer, was bedeutet, dass Sie nicht sicher sein können, ob Ihre Einzahlungen tatsächlich bei Chain Eprex Pro ankommen oder ob sie von Dritten abgefangen werden. Diese Kombination aus fehlender Transparenz, gefälschten Erfolgen und fehlenden Zahlungswegen macht die Plattform eindeutig unseriös.

Wie der Betrug bei chain-eprexpro.com abläuft

Schritt 1: Der erste Kontakt und das lockende Angebot

Viele Opfer werden durch gezielte Werbung in sozialen Medien oder über Krypto-Foren auf Chain Eprex Pro aufmerksam gemacht. Die Anzeigen nutzen häufig populäre Persönlichkeiten wie Frank Thelen oder Dieter Bohlen als scheinbare Testimonials. In der Regel wird ein „Anlageberater“ in einer Telegram-Gruppe oder auf einem Instagram-Story vorgestellt, der vorgibt, persönliche Einblicke in den Handel zu geben. Der erste Geldfluss ist bewusst gering, typischerweise ein Betrag von rund 250 €: genug, um die psychologische Hemmschwelle zu senken, aber nicht genug, um sofort eine kritische Auseinandersetzung zu provozieren.

Der Mechanismus besteht darin, dass der Betrüger dem Opfer ein „VIP-Konto“ anbietet, das angeblich sofort Zugang zu exklusiven Handelsstrategien und hohem Hebel bietet. Durch das Angebot einer geringen Einstiegssumme soll das Vertrauen aufgebaut werden, bevor weitere Schritte folgen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, zeigt die Plattform sofort beeindruckende Gewinnzahlen. Auf dem Dashboard von Chain Eprex Pro wird angezeigt, dass aus 250 € in nur zwei Wochen 800 € geworden sind. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echten Handel, sondern werden von einer Software generiert, die zufällige, aber überzeugend große Gewinne simuliert. Es gibt keine echten Orderbuch-Transaktionen, keine Verbindung zu einer regulierten Börse und keine Möglichkeit, echte Gewinne zu verifizieren.

Die Hauptidee ist, dass das Opfer die scheinbare Rentabilität der Plattform akzeptiert und sich in ein positives Feedback-Loop begibt. Die Plattform nutzt diese „Gewinne“ als Beweis dafür, dass ihr Geschäftsmodell funktioniert, um weitere Einzahlungen zu erzwingen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach ein paar Wochen, in denen das „Erfolgsbild“ beständig bleibt, wird dem Anleger ein „Account-Manager“ zugewiesen, der ihm persönliche Nachrichten sendet. Dieser Manager verspricht noch höhere Hebel (bis zu 1:500), garantierte Profite und den exklusiven Zugang zu IPOs. Dabei wird immer wieder die Dringlichkeit betont: „Nur heute, nur für Mitglieder mit VIP-Konto“. Durch die Kombination aus sozialem Beweis: gefälschte Erfolgsgeschichten: und künstlicher Verknappung wird das Opfer ermutigt, beträchtliche Beträge zu überweisen, oft im Bereich von 5.000 bis 50.000 €.

Der Betrüger nutzt die gefälschten Testimonials, um zu zeigen, dass andere bereits erfolgreich sind. Diese Geschichten sind jedoch nicht nachvollziehbar; sie werden ohne Belege präsentiert, um das Vertrauen weiter zu stärken.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer nun das Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchte, kommt die größte Falle zum Einsatz. Plötzlich verlangt Chain Eprex Pro eine Reihe von Gebühren, die in der Praxis nicht üblich sind. Dazu zählen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde niemals Auszahlungsgebühren in dieser Größenordnung verlangen, geschweige denn eine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Sobald Sie eine dieser fiktiven Gebühren zahlen, verlieren Sie zusätzlich zu Ihrem bereits investierten Geld das gesamte, was Sie noch haben. Und die Auszahlung selbst erfolgt dann nie: die Plattform verweigert die Auszahlung und verwechselt sich mit den „Gebühren“ als rechtlichen Grund.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust erhalten die Opfer häufig Nachrichten von angeblichen Anwälten oder „Krypto-Forensikern“, die versprechen, ihr Geld zurückzuholen. Sie bieten sich als „Rechtsberater“, „Polizei-Mitarbeiter“ oder „Blockchain-Experten“ an und fordern Vorauszahlungen für „Reparaturgebühren“, „Serverzugriffe“ oder „Übersetzungen“. Diese Personen sind in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die Kontodaten der Opfer an andere Betrüger oder nutzen sie, um weitere Betrugskampagnen zu starten. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram und verlangen nicht im Voraus Zahlungen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
    Jede weitere Einzahlung ist ein weiterer Verlust. Schließen Sie sofort alle offenen Konten bei Chain Eprex Pro und blockieren Sie alle von Ihnen verwendeten Zahlungsmethoden, die von der Plattform akzeptiert werden.

  2. Beweise sichern
    Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots der Plattform, Transaktionsnachweise und Nachrichten von „Account-Managern“. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder bei Banken vorlegen.

  3. Banken und Krypto-Börsen informieren
    Kontaktieren Sie Ihre Bank und geben Sie ihr die Transaktionsdetails. Bitten Sie um eine Rückbuchung, falls Sie noch nicht vollständig bezahlt haben, und informieren Sie die Krypto-Börse, falls Sie dort Bitcoins oder andere Kryptowährungen übertragen haben. Erklären Sie, dass es sich um einen Betrug handelt und fordern Sie Unterstützung.

  4. Strafanzeige erstatten
    Melden Sie den Betrug bei der örtlichen Polizeidienststelle oder dem Bundeskriminalamt. Geben Sie alle gesicherten Beweise an. Die Ermittlungsbehörde kann die Täter verfolgen und weitere Opfer schützen.

  5. Recovery-Scam-Nachweise ignorieren
    Ignorieren Sie jegliche Angebote von „Rechtsanwälten“ oder „Forensikern“, die vor dem Telefon oder Chat anrufen. Seriöse Experten kontaktieren Sie nicht ohne Grund. Wenn Sie bereits etwas gezahlt haben, versuchen Sie, die Rückerstattung direkt über Ihre Bank zu veranlassen, bevor Sie weitere Gebühren zahlen.

  6. Sicherheitsmaßnahmen prüfen
    Ändern Sie Passwörter, insbesondere für E-Mail-Konten und Finanzapps. Prüfen Sie, ob Ihre Kreditkarten und Konten eventuell kompromittiert wurden, und setzen Sie ggf. neue Karten an.

Abschließende Worte

Sie haben bereits einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, indem Sie sich informieren und die Warnsignale erkennen. Wenn Sie die oben genannten Maßnahmen umsetzen, erhöhen Sie Ihre Chancen, weitere Verluste zu vermeiden und möglicherweise sogar Ihre bereits verlorenen Gelder zurückzufordern. Denken Sie daran: Ein seriöser Broker hat klare Lizenznachweise, transparente Kontaktdaten und keine versteckten Gebühren. Seien Sie wachsam, schützen Sie sich und informieren Sie andere, die in ähnlichen Situationen stecken.

Das Netzwerk hinter Chain Eprex Pro

Chain Eprex Pro ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die häufig dieselben Hintermänner, geteilte Infrastruktur und Re-Branding-Strategien nutzen. Diese enge Verflechtung bedeutet, dass ein Ausbruch von Sicherheitslücken oder betrügerischen Praktiken sofort auf die gesamten verbundenen Seiten übergreifen kann.

und 81 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei chain-eprexpro.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei chain-eprexpro.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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