Warnung vor coinberg.pro: Betrug im Überblick

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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coinberg.pro ist keine seriöse Plattform. Sie haben es mit einem Betrug zu tun. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor Coinberg unter dem Titel „helixapp(.)de / helix-app(.)pro / coinberg(.)eu /coinberg(.)pro: Bafin warnt vor Websites und weist auf Identitätsmissbrauch hin“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Coinberg steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Coinberg (coinberg.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite coinberg.pro

Warum coinberg.pro unseriös ist

Die erste Anzeichen für Unregelmäßigkeiten tauchen bereits bei der ersten Recherche auf. Auf der Website von coinberg.pro fehlen sämtliche Angaben zur Unternehmensregistrierung. Keine Handelsregisternummer, kein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde, keine Lizenznummer: das ist ein absolutes Red Flag. Weiterhin gibt es keinerlei Kontaktinformationen: kein E-Mail-Adresse, keine Telefonnummer, keine Adresse. Das bedeutet, dass Sie keinen Ansprechpartner finden, der Ihnen bei Problemen zur Verfügung steht.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Transparenz bei den angebotenen Dienstleistungen. Die Plattform listet weder spezifische Produkte noch klare Geschäftsmodelle auf. Das ist ungewöhnlich für seriöse Broker, die ihre Services offen darstellen. Zudem gibt es keine Angaben zu den Zahlungsmethoden. Sie wissen nicht, ob Sie Ihre Einzahlungen per Bank, Kreditkarte oder Kryptowährung tätigen können. Das ist ein weiteres Indiz für einen Betrugsversuch.

Die fehlenden Testimonien und Zertifizierungen sind ebenfalls alarmierend. Auf coinberg.pro finden sich keine Bewertungen von unabhängigen Plattformen wie Trustpilot, keine Auszeichnungen von Finanzbehörden. Ein seriöser Broker bietet mindestens eine externe Bestätigung seiner Zuverlässigkeit. Das Fehlen solcher Signale macht die Plattform fragwürdig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass coinberg.pro keine der grundlegenden Transparenzanforderungen erfüllt, die für jede seriöse Finanzplattform gelten. Das macht die Plattform höchst unseriös.

Wie der Betrug bei coinberg.pro abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Die Masche beginnt meist mit einer gezielten Ansprache. Cold-Calls von angeblichen „Anlageberatern“ oder Werbung auf Social-Media-Plattformen locken potenzielle Opfer an. Oft wird ein niedriger Einzahlungsbetrag von rund 250 € gefordert, um die Hemmschwelle zu senken. Der erste Kontakt ist so gestaltet, dass Sie glauben, Sie könnten in kurzer Zeit viel Geld verdienen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald Sie das erste Geld eingezahlt haben, zeigt die Plattform sofort scheinbar hohe Gewinne. Die Software simuliert Buchgewinne, die in wenigen Tagen ansteigen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Zahlen in einer internen Datenbank: es werden keine echten Handelsaufträge an Börsen ausgeführt. Der Anschein eines Profits schafft Vertrauen und ermutigt Sie, weiter einzuzahlen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach mehreren Wochen oder Monaten wird Ihnen ein persönlicher „Berater“ oder „Account-Manager“ zugewiesen. Dieser nutzt psychologische Taktiken: er verspricht höhere Hebel, exklusive IPO-Zugänge und garantiert Profite. Er legt Zeitlimits fest, um Sie zu drängen, schnell zu handeln. Durch gefälschte Mit-Investoren-Stories entsteht der Eindruck, dass Sie Teil einer exklusiven Gruppe sind. In dieser Phase zahlen viele Opfer zwischen 5.000 € und 50.000 €: manche sogar über 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn Sie nun Ihre Gewinne auszahlen lassen wollen, wird Ihnen plötzlich eine Reihe von Gebühren auferlegt. Typische Fake-Gebühren sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf. Anwalts- oder Behörden-Mitarbeiter, Krypto-Forensiker oder ausländische Polizeibehörden. Sie versprechen, Ihr Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Versprechungen sind ein weiterer Trick. In der Regel handelt es sich um dieselben Täter, die Ihre Daten weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter coinberg.pro

coinberg.pro ist Teil eines Netzwerks von drei Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen. Alle drei nutzen dieselben Marketing-Muster und haben identische fehlende Transparenz. Sie teilen häufig die gleiche IP-Adresse und nutzen ähnliche Domain-Strukturen. Das deutet darauf hin, dass die Plattformen von denselben Hintermännern betrieben werden. Wenn eine dieser Seiten auffällt, sollten Sie auch die anderen prüfen, da sie möglicherweise denselben Betrugskonzept teilen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung verschlechtert Ihre Situation.
  2. Sichern Sie sämtliche Beweise. Speichern Sie E-Mails, Screenshots, Transaktionsnachweise. Diese dienen als Grundlage für weitere Schritte.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Kryptobörsenanbieter. Informieren Sie sie über verdächtige Transaktionen. Bitten Sie um Sperrung der Konten.
  4. Reichen Sie eine Strafanzeige ein. Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder an die Finanzaufsichtsbehörde. Ihre Anzeige kann die Ermittlungen vorantreiben.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote. Seriöse Anwälte kontaktieren Sie nicht per WhatsApp. Schließen Sie keine Verträge mit angeblichen „Experten“ ab.

Abschließende Warnung

Sie sind nicht allein. Viele Menschen wurden von Plattformen wie coinberg.pro betrogen. Seien Sie wachsam, überprüfen Sie immer die Transparenz einer Plattform, und handeln Sie sofort, wenn Sie Anzeichen eines Betrugs bemerken.

Das Netzwerk hinter coinberg.pro

coinberg.pro ist Teil eines Netzwerks von drei Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen und häufig in Verbindung stehen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei coinberg.pro gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei coinberg.pro
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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